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Döbeln Versuchte Erpressung? Paar soll Döbelner mit Anzeige wegen Vergewaltigung gedroht haben
Region Döbeln Versuchte Erpressung? Paar soll Döbelner mit Anzeige wegen Vergewaltigung gedroht haben
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17:45 27.07.2016
Um Erpressung geht es in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln. Hat ein Ehepaar versucht, von einen 54-jährigen Döbelner mit dem Wissen um eine Vergewaltigung 500 Euro zu erpressen, die der Mann vor zehn Jahren begangen haben soll? Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

Wegen versuchter Erpressung steht seit Dienstag ein deutsches Ehepaar vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der 27-jährigen Frau und dem 38-jährigen Mann vor, im Januar von einem 54-jährigen Döbelner 500 Euro gefordert zu haben. Andernfalls würden sie ihn wegen Vergewaltigung anzeigen.

„Die Vorstellung, dass Sie Antworten bekommen, ist illusorisch“, sagte Richterin Christa Weik zu der 27-Jährigen. Diese hatte zuvor den 54-Jährigen bezichtigt, sie vor zehn Jahren in einem Dorf bei Döbeln vergewaltigt zu haben, wo sie bei ihrer Schwester wohnte. In der Januarnacht dieses Jahres habe sie den Mann angerufen und auch Zuhause aufgesucht, um eine Erklärung von ihm zu bekommen. Nüchtern war sie dabei nicht, aber auch nicht richtig betrunken. „Wir hatten in meinen Geburtstag reingefeiert. Da kam das alles wieder hoch“, sagte die Frau. Angezeigt habe sie den Döbelner bisher nicht. Unter anderem, weil sie Angst gehabt habe und man sie bedroht habe, gab sie als Grund an.

Döbelner sollte Farbe bekennen

Wer jemanden anruft und zu Hause aufsucht macht sich in der Regel nicht strafbar. Wer dabei Geld fordert und mit einem „empfindlichen Übel“ für den Fall des Nichtzahlens droht, allerdings schon. Man braucht keine rechtswissenschaftlichen Abhandlungen zu lesen, um einschätzen zu können, dass ein Ermittlungsverfahren wegen einer Sexualstraftat ein „empfindliches Übel“ für denjenigen ist, den das betrifft. Das angeklagte Ehepaar stritt aber ab, 500 Euro von dem Mann gefordert zu haben. Der hat zwei Telefonate mitgeschnitten. Aber in den Abschriften der Aufzeichnung findet sich nichts, was auf die Forderung schließen lässt. Im Gegenteil. Die beiden scheinen eher verwundert zu sein, als sie der 54-Jährige darauf anspricht. Dafür fällt mehrfach der Satz, er solle „die Eier haben“ und sich zu seinen Taten bekennen. Der 54-Jährige habe die Geldforderung beim zweiten Anruf gehört, sagte er im Zeugenstand. Den ersten hatte er weggedrückt und erst die beiden letzten aufgenommen.

Prozess wird fortgesetzt

Antworten würde sie nicht bekommen, sagte Richterin Weik – die Angeklagte versuchte es trotzdem und stellte dem Zeugen Fragen. Nur: Der muss sich nicht selbst belasten und hatte Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich als Zeugenbeistand dabei. Antworten bekam die Frau nicht. Stattdessen Schulterzucken. Der Mann gab zudem an, die 27-Jährige nicht zu kennen. Nur ihre Schwester, weil er beruflich in dem Dorf zu hatte, wo die Schwester einst wohnte.

Ob das Ehepaar tatsächlich versucht hat, den 54-Jährigen zu erpressen, will Richterin Weik an einem weiteren Verhandlungstag klären.

Von Dirk Wurzel

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