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Döbeln Viel Geschichte beim Feuerwehrfest in Roßwein
Region Döbeln Viel Geschichte beim Feuerwehrfest in Roßwein
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19:31 09.09.2018
Hoch hinaus ging es für mutige Besucher des Feuerwehrfestes. Quelle: Sven Bartsch
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Roßwein

Seit nunmehr 145 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr aus Roßwein zur Stelle, wenn es in der Muldenstadt „brenzlig“ wird. Das Jubiläum wurde am Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür in der Goldbergstraße gefeiert. So konnten die Besucher etwa das renovierte Gerätehaus und den mit historischen Löschfahrzeuge ergänzten Fuhrpark besichtigen.

Bevor die Erkundungstour beginnen konnte, wurden Beförderungen und Ehrungen ausgesprochen. In Reih und Glied, von den jüngsten bis zu den ältesten Mitgliedern, stellten sich alle „Freiwilligen“-Generationen vor Stadtwehrmeister René Bernhard, Roßweins stellvertretendem Bürgermeister Peter Krause sowie Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes auf.

Das bemerkenswerteste Jubiläum feierte Helmut Krezschmer: Bereits seit sechzig Jahren dient der Elektriker in Roßwein. Zwar rückt er heute mit seinen 77 Jahren nicht mehr aus, unterstützt die Kollegen aber noch immer im Innendienst. Im Anschluss erinnerte er sich an einige seiner größten Einsätze: der Großbrand im Lehrlingswohnheim bei den Schmiedewerken in den 60er-Jahren oder der Brand der Teppichfabrik in den 90er-Jahren etwa.

Alles über die Katastrophen, die die Roßweiner Kameraden in ihrer 145-jährigen Geschichte zu meistern hatten, ließ sich im Feuerwehrarchiv im oberen Stockwerk des Gerätehauses erfahren. Hüter und Erschaffer Reinhard Senf hat es sich zur Herzensaufgabe gemacht, jeden noch so kleinen Schnipsel zur Historie der Feuerwehr zu sammeln. Zusammengekommen sind Artikel, Feuerwehrordnungen und Sitzungsprotokolle, allesamt fein säuberlich in (natürlich) roten Aktenordnern verstaut.

„Ich habe insgesamt 3000 Dokumente in 24 Ordner zusammengetragen und bin Stadtchroniken und Zeitungen Blatt für Blatt durchgegangen“, berichtet das 80-jährige Ehrenmitglied Senf von seiner Arbeit, die er vor 20 Jahren begann.

Ergänzt wurde die Ausstellung des Archivs mit historischen Helmen, Anzügen und Spritzen. Damit den Besuchern das Gerätehaus überhaupt zugänglich gemacht werden konnte, investierten die Kameraden viel Blut und Schweiß. Weil die komplette Elektronik des Hauses ausgetauscht wurde, musste in den letzten Wochen allerhand aufgeräumt werden. Wehrleiter René Bernhard opferte gar seinen dreiwöchigen Urlaub, um mit seiner Frau Yvonne täglich Schränke und Ordner auszumisten.

Für Bernhard macht genau dieser Zusammenhalt die Freiwillige Feuerwehr aus. „Alle haben angepackt und Freizeit geopfert, damit alles rechtzeitig fertig wird und wir den Besuchern heute zeigen können, was für eine starke Mannschaft wir sind.“

Die Freiwillige Feuerwehr in Roßwein sieht der 43-Jährige auf einem guten Weg. Die Mitgliederzahlen in Wehr und Förderverein sind mit jeweils 40 Mitgliedern stabil, zudem sind zwölf Kinder in der Jugendfeuerwehr aktiv. Den guten Gesamteindruck an diesem Tag konnte auch nicht trüben, dass die Roßweiner beim Wett-Tauziehen des 12 Tonnen schweren Löschfahrzeuges den Kollegen aus Döbeln knapp unterlagen.

Von Maximilian König

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