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Döbeln Volkshaus, Schule Choren und Grufti-Eigenheim
Region Döbeln Volkshaus, Schule Choren und Grufti-Eigenheim
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00:21 20.08.2017
Die Chorener Schule steht zum Verkauf. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

Mehr als 140 Jahre hat dieses Haus an der Grimmaischen Straße in Döbeln-Großauchlitz auf dem Buckel. Im nächsten Stadtrat am 7. September könnte sich das Schicksal der „Villa Selma“ entscheiden. Denn seit einem Jahr liegt der Stadt für das denkmalgeschützte Gebäude in exponierter Lage ein Kaufgesuch vor. Die Bauunternehmerin Christine Wurzinger würde sich dem Gebäude gern annehmen. Im Hauptausschuss hat sie dazu bereits ihre Pläne vorgetragen. Nun muss der Stadtrat entscheiden. Die Zeit drängt. Denn die riesige Villa verfällt. Im Dach ist die erste Gaube eingebrochen. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Ein Mieter wohnt noch in dem desolaten Haus mit insgesamt zehn Wohnungen. Vor allem das Dach müsste dringend erneuert werden. 5700 Quadratmeter Grundstück gehören ebenfalls dazu.

Zum Kauf ausgeschrieben hat die Stadt Döbeln außerdem die 1990 errichtete Plattenbauschule im Ortsteil Choren. Vor zwei Jahren auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise hatte das Landratsamt Mittelsachsen die Schule beschlagnahmt und zum Flüchtlingsheim umgebaut und eingerichtet. Der Mochauer Gemeinderat und die nach der Eingemeindung von Mochau einbezogenen Döbelner Stadträte hatten den Verkauf der Schule an das Landratsamt damals abgelehnt. Das Landratsamt beschlagnahmte das Gebäude, gab es dann aber an die Stadt zurück. Weil der Flüchtlingsstrom und damit der Druck, diese unterzubringen, plötzlich abnahm. So wurde die Chorener Schule nicht mehr gebraucht.

„Zwischenzeitlich gab es einen Interessenten, der die Schule für ein betreutes Wohnen umbauen wollte. Die Pläne haben sich aber offenbar zerschlagen“, sagt Jürgen Aurich, Sachgebietsleiter für Liegenschaften bei der Stadtverwaltung. Einen konkreten Kaufpreis gibt es nicht. „Sobald es Interessenten gibt, lassen wir ein Gutachten erstellen“, so Aurich.

Auf ihrer Homepage bietet die Stadt Döbeln auch noch das Volkshaus an. „Wir versuchen das Objekt jetzt nicht um jeden Preis zu privatisieren. Nur wenn ein Interessent mit einem tragfähigen Konzept an uns herantritt, kommt das Volkshaus auf die Tagesordnung“, sagt Jürgen Aurich. Das Kulturhaus mit großem und kleinem Saal, Bowlingbahn, Gaststätte und Kaminzimmer gilt als schwer zu betreiben. Derzeit kümmert sich die Stadt um die Vermietung des Saales für Veranstaltungen und fährt damit zumindest die Betriebskosten ein.

Zu verkaufen hat die Stadt Döbeln aktuell auch noch ein voll unterkellertes, eingeschossiges Einfamilienhaus mit knapp 80 Quadratmetern Wohn- und 160 Quadratmetern Nutzfläche. Eine junge Familie hatte sich das Objekt schon angesehen, war aber abgesprungen. Denn die Lage und der Ausblick auf das Krematorium Döbeln sind etwas gewöhnungsbedürftig. Das 1940 erbaute Haus beherbergte einst die Hausmeisterwohnung des Krematoriums.

Von Thomas Sparrer

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