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Döbeln Voll im Rausch: Oberschüler sprechen über Alkoholmissbrauch
Region Döbeln Voll im Rausch: Oberschüler sprechen über Alkoholmissbrauch
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00:33 22.06.2015

Veranstaltet wurde der Präventionstag gegen Alkoholmissbrauch an der Oberschule von Martin Creutz, Leiter der Diakonie Döbeln und der Aktion Jugendschutz Sachsen (AJS) anlässlich der jedes Jahr stattfindenden bundesweiten "Aktionswoche Alkohol 2015" der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Die Aktionswoche läuft derzeit vom 14. bis 21. Juni.

Creutz: "Wir sprechen Schüler, Lehrer und Eltern an, um auf die Jugendlichen einzuwirken und wollen Präventionsarbeit leisten. Denn bereits in jungen Jahren - meist im Alter von 12 bis 14 Jahren - fällt die Entscheidung darüber, ob, wie viel und wie regelmäßig Alkohol getrunken wird. Wir wollen die Jugendlichen über die Risiken des Trinkens informieren und ihnen damit die Kompetenz zur Entscheidung über ihr Konsumverhalten an die Hand geben." Oft seien Alkohol und Tabak auch der Einstieg für andere Drogen."

Vor Lehrern und Schülern wurde eine App vorgestellt, bei der man sein Foto hochladen kann und sieht, wie man bei regelmäßigen Alkoholkonsum in fünf Jahren aussieht. Daneben konnten die Jugendlichen eine Rauschbrille und einen Fahrsimulator ausprobieren, bei dem der Alkoholrausch vorgegaukelt wird. "Viele hatten es schwer, sich im Verkehr zurechtzufinden und mit der Rauschbrille konnte keiner mehr gerade laufen", sagte der Suchtberater. Plakate wurden vorgestellt, die zeigen, welche Körperregionen bei übermäßigen Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen werden. Creutz: "Jeder Vollrausch führt zum Verlust von 10 000 Gehirnzellen. Bei regelmäßigem Trinken sind Gehirnschäden und eine Entzündung der Leber die Folgen. Bei bereits sieben Bieren in der Woche sprechen wir von Missbrauch." Die Aktion soll weiter in den Unterricht getragen werden. Diakonie und AJS wollen weitere sechs Schulen in Döbeln und Region besuchen.

Die Kooperation mit der AJS aus Dresden kam zustande, da auch sie sich in den Regionen engagieren möchte. Creutz und AJS-Referent Uwe Killisch kannten sich bereits aus Döbeln, wo der Mann aus Dresden zuvor bei der Caritas als Streetworker gearbeitet hatte. Bereits 2014 war man zusammen bei einem Projekttag an der Schule und hatte Suchtfragen erörtert. Die Leisniger Schulleiterin Kristin Dorias-Thomas unterstützt die Kampagne.

Zu viele Deutsche trinken zu viel Alkohol - so die kritische Bilanz der DHS, die Sprachrohr und Vertreter sämtlicher Suchtberatungsstellen in Deutschland ist. Laut Statistik der DHS konsumieren rund 9,5 Millionen Menschen bundesweit in einem gesundheitlich riskanten Ausmaß. Circa 1,77 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren gelten als alkoholabhängig. Das Einstiegsalter liegt zwischen zehn und 12 Jahren.

Oliver Becker

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