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Vom Diedenhainer Acker in die afrikanische Wüste

Dresden-Dakar-Banjul-Challenge Vom Diedenhainer Acker in die afrikanische Wüste

Sieben Freunde gehen die Rallye-Herausforderung an und fahren mit ihren vier alten Kisten die 7800 Kilometer von Dresden ins westafrikanische Banjul. Am Ende werden die Fahrzeuge versteigert. Der Erlös kommt Schulen, Krankenhäusern und verschiedenen Hilfsprojekten zugute.

Mit dem Ziel auf dem Lack geht es von Dresden an die afrikanische Westküste.

Quelle: Sven Bartsch

Diedenhain. Bei einem Affenzahn den hektisch in den Bordfunk gebrüllten Kommandos des Beifahrers folgen und beim gekonnten Drift um die Kurve zu versuchen, den Wagen nicht um den nächsten Baum zu wickeln – das ist Rallye-Sport aus den Augen eines Sébastien Loeb oder Carlos Sainz. Etwas gemächlicher lassen es da sieben Freunde aus Diedenhain und Umgebung angehen. Die Truppe startet am Sonnabend in Hohnstein bei Dresden zur „Dresden-Dakar-Banjul-Challenge“. Das bedeutet 7800 Kilometer aus der sächsischen Hauptstadt über Spanien, Marokko, Mauretanien und den Senegal bis nach Banjul im afrikanischen Gambia. Und da nur die Harten in den Garten – oder in diesem Fall die Wüste – kommen, musste vor dem Start für den entsprechenden fahrbaren Untersatz gesorgt werden. Tibor Orosz hat bereits vor zwei Jahren erfolgreich an der Challenge teilgenommen und zeigt sich deshalb abgebrüht: „Wir sind viel ruhiger an die Sache herangegangen. Wir wissen, welche Probleme kommen und wie man die lösen kann. Die Auskleidung haben wir wie letztes Mal gemacht, weil das super geklappt hat.“ Er spricht von Betten, Tischen, Schränken und Kühlboxen – die selbstgebaute Sonderausstattung für einen Mercedes MB100, Fort Transit, VW Polo und Fiat Ducato, die sich allesamt im grünlackierten Einheitslook und mit den Logos der großzügigen Sponsoren beklebt präsentieren. Während andere Fahrer Geld für Hotelzimmer ausgeben oder die Nächte im Zelt verbringen müssen, setzen Tibor Orosz und Co damit auf ihre eigenen rollenden Quartiere.

Hannes und Christoph Mehnert aus Ostrau haben einen alten Mercedes MB100 mit 75 PS und 319 000 Kilometern auf dem Buckel zu ihrem rollenden Bettenlager auserkoren. Die beiden feiern unter dem Teamnamen „Wüstenstern“ ihre Rallye-Premiere. „Wir sind sowieso reiselustig und so kann man andere Länder und Kulturen kennenlernen“, erklärt Christoph Mehnert. Neben der Innenausstattung Marke Eigenbau musste auch noch anderweitig an dem robusten Transporter geschraubt werden. Jetzt liegt er unter anderem nicht mehr so tief und ist mit einem Unterfahrschutz ausgerüstet.

Um auch körperlich bestens gerüstet zu sein, rückte die Truppe geschlossen im Dresdner Tropeninstitut an und kam mit Impfungen gegen Gelbfieber, Hepatitis A und B sowie Malaria wieder heraus. Damit an den Grenzen der Schlagbaum nicht unten bleibt, sind zudem die nötigen Visa mit im Gepäck. Das klappt mittlerweile bequem über das Internet und auf dem Postweg an die Botschaften. „In erster Linie müssen die Autos halten. Ansonsten erwarten wir Wärme und viel Sand“, scherzt Christoph Mehnert, bei 0 Grad auf dem Diedenhainer Feld frierend, während das Quecksilber in Banjul fast auf verführerisch anmutende 40 Grad klettert. Ein Jammer, dass die alten Boliden ohne Klimaanlagen auskommen müssen.

Dresden-Dakar-Banjul-Challenge

„Dresden-Dakar-Banjul“ wird vom Verein Breitengrad veranstaltet. Ziel ist es, den Menschen in Deutschland die kulturelle Vielfalt, aber vor allem auch die Hilfsbedürftigkeit vieler Menschen außerhalb der Europäischen Union näherzubringen. Zudem unterstützt der Verein Hilfsorganisationen mit Sach- und Geldmitteln. Die kommen unter anderem durch die Fahrzeuge der Rallyefahrer zusammen, die am Ende für einen karitativen Zweck versteigert werden. Davon profitieren etwa gambische Schulen, Krankenhäuser und andere Hilfsprojekte.

Dank moderater Startgebühren und niedrigen Ansprüchen an die Fahrzeuge kann sich jeder an der Rallye beteiligen, sofern er einen der 50 begehrter Startplätze ergattern kann und über genügend Abenteuerlust verfügt.

Von André Pitz

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