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Döbeln Vom orange-weißen Lada zur blauen Armada
Region Döbeln Vom orange-weißen Lada zur blauen Armada
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23:00 28.01.2013

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Auf eine ganze Armada ist der Fuhrpark in 20 Jahren Firmengeschichte angewachsen. Angefangen hat Firmenchefin Cornelia Brambor noch ganz allein im orange-weißen Lada 1993. Heute beschäftigt sie 130 Mitarbeiter. Die Söhne Thomas und Benjamin lenken das Unternehmen schon seit der Jugend mit.

"Es ist seltsam, dass sich bei den Krankenkassen damals niemand über die krakelige Schrift in den Abrechnungen gewundert hat", erzählt Benjamin Brambor und lacht bei der Erinnerung daran, wie sein älterer Bruder Thomas schon mit zwölf Jahren der Mutter bei der Patientenabrechnung geholfen hat. 30 bis 40 Patienten betreut Cornelia Brambor zunächst allein, als sie sich im Frühjahr 1993 mit ihrem Pflegedienst selbständig macht. "Damals habe ich im orange-weißen Lada angefangen. Nach einem dreiviertel Jahr konnte ich die erste Schwester einstellen. Meine zweite Angestellte arbeitet heute noch für mich", erzählt sie. Familie ist wichtig im Unternehmen, nicht nur für die Gründerin, die ihre Söhne Thomas (32) als Betriebswirtschaftler und Benjamin (27) als Pflegedienstleiter an ihrer Seite hat.

Die damals 31-Jährige nutzt für den Unternehmensstart ihre Bekanntheit in Roßwein. Als Gemeindeschwester war sie in den 1980er Jahren wie einst Agnes Kraus im DDR-Fernsehen mit einer Schwalbe über die Dörfer zu den Patienten gefahren. Nach der Wiedervereinigung arbeitete sie für die Diakonie. "Da gab es gutes Geld und viel Urlaub, aber eben auch starre Strukturen. Die Ärzte, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben mir dann geraten, mich selbstständig zu machen", erinnert sie sich.

20 Jahre später hat sich aus dem Ein-Frau-Betrieb eines der größten mittelständischen Unternehmen der Region entwickelt. Aus einer Schwester sind 130 Mitarbeiter geworden, aus einem orange-weißen Lada eine Armada von 35 blauen Firmenfahrzeugen. "Bei meiner Eröffnungsfeier damals im Wohnzimmer in der Roßweiner Weststraße 12 war das noch nicht abzusehen", sagt die Firmengründerin und lacht.

Hatte sie zu Beginn nur die häusliche Krankenpflege im Sinn, die sie mit 35 Angestellten betrieb, kam 2001 mit dem Kauf der Villa am Rüderpark die erste stationäre Einrichtung dazu. Zehn Jahre stand das Haus des ehemaligen Bürgermeisters von Roßwein leer. Nach der Sanierung konnte die Villa 2003 für die Tages- und Kurzzeitpflege eröffnet werden. "Während des Hochwassers 2002 haben die Bauern ihre Tiere bei uns auf dem Hof abgestellt", erinnert sich Benjamin Brambor an die Umbauzeit des Hauses, in dem er selbst als Kind in die Krippe gegangen war.

Als klar wird, dass er Pflegedienstleiter werden soll, erweitert sich das Unternehmen. 2006 kommt die Demenzwohngemeinschaft in der Villa des früheren Roßweiner Arztes Otto Beck dazu, 2010 wird die ehemalige Augenklinik nahe des Döbelner Gerichts eröffnet. Dort werden Bewohner von 16 Wohnungen rund um die Uhr betreut.

Die neuesten Aufgaben für Familie Brambor stehen in Waldheim an. Seit 2009 betreut das Unternehmen dort 23 Mieter der Wohnungsverwaltung in ihren Wohnungen, am 1. Juli soll ein zweiter Block hinzukommen. Schon einen Monat zuvor wird in Döbeln eine Tagespflege im ehemaligen Hotel Goldene Sonne eröffnet. Weitere Vergrößerungen "ergeben sich", sagt Cornelia Brambor. "Alles soll noch gut beherrschbar sein für uns drei." Beherrschen können Brambors auch das Feiern. Am Freitag wollen sie das beim Sektempfang in der Villa am Rüderpark wieder zeigen.

iEmpfang für Jedermann, 1. Februar, 11 bis 15 Uhr, Brambor, Villa am Rüderpark.

Sebastian Fink

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