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Vom schönsten Arbeitsplatz Döbelns zum Traumjob

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Statt der Döbelner Eule-Orgel mit ihren 59 Registern wird künftig die romantische Orgel der Berliner Auenkirche mit 85 Registern sein neuer Hauptarbeitsplatz sein.

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Die Stadtsilhouette im Rücken vom Kirchturm aus: Winfried Kleindopf lässt Döbeln nach 13 Jahren hinter sich. Er wird neuer Kantor in Berlin-Wilmersdorf.

Quelle: Sven Bartsch

Schon einige Jahre reifte in ihm der Gedanke, seinen Wirkungskreis noch einmal zu verändern. "Ich bin sehr glücklich hier in Döbeln. Doch in künstlerischen Berufen, zu dem ich auch den des Kantors zähle, gilt es, sich weiter zu entwickeln", sagt Winfried Kleindopf im Gespräch mit der DAZ.

 

Die Auenkirche in Berlin-Wilmersdorf ist mit 7500 Gemeindegliedern eine der größten Kirchengemeinden in Berlin. Vor allem aber ist sie in der Hauptstadt eines der wichtigsten kirchenmusikalischen Zentren. Im vergangenen Jahr war der dortige Kantor Jörg Strodthoff, ein sehr bekannter Organist und Musikwissenschaftler, mit nur 53 Jahren verstorben. Im März dieses Jahres war die Stelle ausgeschrieben worden. "Ich kannte die Arbeit meines Vorgängers in Berlin. Als die Ausschreibung kam, reifte die Idee, dass diese Stelle genau zu mir passen könnte", so Winfried Kleindopf. Unter den 40 Bewerbern gehörte er zu denen, die zum Orgelvorspiel und zu einer Probe mit der 100 Mitglieder zählenden Kantorei eingeladen wurde. Seit Ende Mai steht fest, die Berliner wollen den Döbelner Kantor für ihre Auenkirche.

 

Mit seiner Frau Julia hatte Winfried Kleindopf schon länger über die Idee gesprochen. "Wir mögen beide die Stadt Berlin und so war es eine gemeinsame Entscheidung", erzählt der Kantor. Die Döbelner Kirchgemeinde bedauert seinen Weggang sehr. Dennoch tagte der Kirchenvorstand bereits zur Personalie des Kantors und man legte ihm keine Steine in den Weg. Statt auf der Kündigungsfrist bis Jahresende zu beharren, kann Winfried Kleindopf am 1. Oktober die Stelle als Kantor in Berlin-Wilmersdorf antreten.

 

Vor 13 Jahren hatte sich Winfried Kleindopf als damals 26-jähriger Absolvent des Studiums der Kirchenmusik in Döbeln um die frei gewordene Kantorenstelle von Michael Pöche beworben. Der Kirchenvorstand gab dem jungen Mann nach überzeugendem Vorspiel und einer Probe mit der Kantorei den Vorzug. 13 Jahre lang setzte Kleindopf sowohl in der musikalischen Arbeit mit der Gemeinde als auch in der Kirchenmusik Akzente. Beim Döbelner Orgelsommer lockte er die Zuhörer auch mit ungewöhnlichen Konzerten, Orgelkonzerten für Kinder oder der Orgelnacht. Zum Abschied des Kantors gibt es Dank des seit Jahresbeginn durchgeplanten diesjährigen Orgelsommers gleich eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die Kleindopfs Wirken in Döbeln dokumentieren. So am 23. August, um 18 Uhr, eine Orgelvesper in der Simselwitzer Kirche, die Nacht der beleuchteten Kirche mit Musik, Tanz und Texten am 29. August, um 20.30 Uhr, in der St. Nicolaikirche Döbeln und das Abschlusskonzert des Orgelsommers in St. Nicolai mit Orgelmusik vom Kantor und einer Lesung mit Jan-Michael Horstmann von den Sächsischen Landesbühnen in Radebeul. Der offizielle Verabschiedungsgottesdienst findet am Sonnabend, dem 20. September, um 18 Uhr, in der Nicolaikirche statt und zum krönenden Abschluss leitet Winfried Kleindopf am 28. September um 17 Uhr noch ein großes Konzert. In der Nicolaikirche erklingt dann Mendelssohn Bartholdys "Lobgesang". Mitwirkende sind seine Schwester Annegret Schönbeck als Sopranistin, die Kantoreien Döbeln und Leisnig sowie die Mittelsächsische Philharmonie.

 

In Berlin wird er künftig noch viel mehr Konzerte geben und organisieren. Die A-Kantoren-Stelle ist deutlich mehr auf künstlerische und Konzertarbeit ausgerichtet, während seine Stelle in Döbeln in gleichem Umfang auch die kirchenmusikalische Gemeindearbeit beinhaltete. "Ich werde die vielen tollen Leute in der Region Döbeln, in den Chören, im Posaunenchor vermissen", sagt Winfried Kleindopf. Auch die kurzen Wege, die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Musikschule, Stadt und Theater wusste er zu schätzen. Groß ist aber auch die Vorfreude auf die neuen Aufgaben in Berlin und auf die schöne gemeindeeigene neue Wohnung. Die kleine Tochter freut sich schon auf den Kindergarten der Auenkirchgemeinde.

Lieb

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