Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Döbelner Käfertreffen feiert kleine Silberhochzeit
Region Döbeln Döbelner Käfertreffen feiert kleine Silberhochzeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 29.05.2017
Das Käfertreffen fest im Blick haben Adriana und Selin. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Döbeln

Es ist keine Minute ruhig um Alexander Titz. Kaum hat er sich zu einem Pressegespräch in den kühlen Schatten verzogen, kommt bereits der nächste Käferfreund mit dringendem Anliegen um die Ecke. Was keineswegs stört – die Geschichte und das Ansinnen des Döbelner Käfertreffens sind Alexander Titz, Vorsitzender des Käferbande Döbeln e.V., so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er auch mit kurzer Unterbrechung nicht den Faden verliert.

Am vergangenen langen Wochenende fand in den Döbelner Klostergärten bereits das 25. Döbelner Käfertreffen statt. Wieso das Ganze? „Das frag ich mich auch“, so Titz scherzhaft. Das Organisationsteam rund um die Vereinsmitglieder legt sich zuletzt schlafen und steht auch zuerst wieder bereit, um alle Teilnehmer, Angereisten und Besucher zu umsorgen. So läuft das seit dem ersten Käfertreffen im Jahr 1993. „Wir hatten damals alle einen Käfer“, erinnert sich Alexander Titz. „Und wir wussten, dass es im Westen viele dieser Käferclubs gab. Nach der Wende haben sich dann auch Treffen hier bei uns ergeben.“ Das besondere an Döbeln: Auch nach 25 Jahren hat sich die Käferbande nicht getrennt, nicht zerstritten, es wurden keine Grüppchen gebildet. „Das musst du erstmal machen“, kommentiert Titz stolz. Ein fester Stamm von etwa zehn Personen sei über die gesamte Zeit dabei gewesen. Das sei wie beim Fußball: „Wenn der Stamm steht, dann funktioniert’s.“

Mittlerweile gibt es in den neuen Bundesländern viele dieser Käfertreffen. Chemnitz, Bautzen, Gera... „Wenn man will, dann kann man mit seinem Käfer im Sommer jedes Wochenende unterwegs sein“, berichtet Andreas Pfeiffer. Er ist aus Hartmannsdorf mit seinem VW Käfer angereist, für einen Tag. Mit einer Besonderheit lockt er die Besucher zu seinem Auto: Der Erzgebirgler hat eigens Schwibbögen mit integriertem Käfer angefertigt. Die werden in der aufgeklappten Motorhaube präsentiert. „Die Leute, die man hier trifft, sieht man nur einmal im Jahr“, so Pfeiffer. Das lockt ihn auch immer wieder nach Döbeln.

Was jeder noch so unbewanderte Besucher bemerkt: Die Stimmung beim Döbelner Käfertreffen ist familiär. Das liegt auch daran, dass die Organisation von ganzen Familien gestemmt wird. Rund 70 Personen sind an der Organisation und als Helfer beteiligt. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen der Region muss sich die Käferbande Döbeln wenig Sorgen um den Nachwuchs machen. „Hier sind mittlerweile vier Generationen dabei, unsere Kinder helfen bereits mit“, meint Alexander Titz. So auch seine Töchter. Die zwölfjährige Adriana hat bereits den festen Plan, den Hut vom Papa zu übernehmen. Sie hat das Treffen von kleinauf mitgemacht, kennt viele Abläufe und organisiert jetzt schon mit.

Zur Galerie
Döbelner Käfertreffen feiert kleine Silberhochzeit

Mitte Januar wird mit der Planung begonnen, Vorstand und Club kennen sich mittlerweile bestens aus – über die Jahre ist das Treffen ein Selbstläufer geworden. „Dieses Jahr feiern wir nun kleine Silberhochzeit“, so Alexander Titz. Dass das so gut funktioniert, liege vielleicht auch an der Kleinstadt. Jeder kenne jeden und etwa die Sponsorensuche sei so umso leichter. Am Programm wird hier und da geschraubt. Highlight in diesem Jahr war etwa der Auftritt der Flemmingband, die vor 20 Jahren das erste Käferlied, vom Verein getextet, produzierte. Im 25. Jahr wurde nun ein neues Lied gespielt und sogar auf einer Maxi-CD angeboten. Auch die traditionelle Ausfahrt, viele Angebote für Kinder und Familien, Orientierungsfahrt und Kübelrallye sowie die bereits vierte Döbelner Bushaltestelle gehörten zum Programm.

Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Alexander Titz freut sich zwar auf den Tag, an dem er die Hauptorganisation ablegt – „aber ich kann mich erst zurücklehnen, wenn ich mich verlassen kann, dass alles läuft“. Vielleicht ist es bei der echten Silberhochzeit dann soweit.

Von Judith Sophie Schilling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Döbeln Erfolglose Suche nach Domizil - Hartha: Kein Vorankommen bei der Jugendarbeit

Seit mehr als zwei Jahren versuchen Jugendliche in Hartha ein Domizil zu finden. Bisher scheiterten alle Versuche. Zuletzt überbrachte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) die Nachricht, dass die Kalthalle nicht für die Jugendarbeit genutzt werden kann. Das Thema bleibt weiterhin präsent und wird heftig diskutiert.

30.05.2017

Luther läuft – besonders im Lutherjahr 2017! In Sachsen und Thüringen hat der Reformator viele Spuren hinterlassen. Wir wollen sie finden. Und Neues, Spannendes, Witziges am Wegesrand entdecken. LVZ-Mitarbeiter haben die Wanderschuhe geschnürt und gehen auf Pilgertour. 6. Etappe: Von Leisnig über Döbeln nach Waldheim.

27.05.2017
Döbeln Planung für Sanierung Sportplatz weit fortgeschritten - Ostrau bei Sportstätten dem Plan voraus

Ostrau will seinen Sportplatz erneuern und ein neues Sportlerheim bauen. Durch das Förderprogramm Brücken in die Zukunft könnte das schneller geschehen, als bei der Anlage eines Sportstättenkonzeptes 2010 gedacht. Weil die Planung schon sehr weit ist, könnte die Gemeinde auf eine Fortschreibung des Konzeptes verzichten.

26.05.2017
Anzeige