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Döbeln Von Korn und Schrot und leckerem Öl in Gersdorf und Gadewitz
Region Döbeln Von Korn und Schrot und leckerem Öl in Gersdorf und Gadewitz
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19:45 21.05.2018
Dreht sich nach dem Wind: Die Paltrockwindmühle ist das Wahrzeichen von Gersdorf und am Mühlentag ein Anziehungspunkt für Technikfans. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Döbeln

Die Nacht zum Pfingstmontag war bei den Familien Wolf und Geißler in Gersdorf recht kurz. Die Besitzer der Paltrockwindmühle, die gleichzeitig auch das Wahrzeichen und Wappenzeichen von Gersdorf ist, haben am Pfingstmontag traditionell zum Mühlentag eingeladen, um ihre Mühle vorzuführen. Doch die beiden Familie sind auch noch im Gersdorfer Feuerwehrverein und im Sportverein aktiv. Somit hatten alle mit dem traditionellen Dorffest in Gersdorf zu tun.

„Ja es war spät heute Nacht oder eher heute Morgen, als wir wieder zu Hause waren. Deshalb begehen wir den Mühlentag zu Pfingsten immer nicht ganz so groß an unserer Mühle und laden stattdessen im Herbst zum Tag des offenen Denkmals nochmals an unsere Mühle ein“, sagt Elke Wolf. Ihr Mann Harald führte da aber schon kurz nach dem Beginn des Mühlentages in Gersdorf die zweite Gruppe durch die Mühle. Die Reihe der parkenden Autos am geschotterten Weg zur Mühle wurde immer länger.

Harald Wolf (r.) erklärte seine Gersdorfer Mühle den Gästen mit viel Liebe zum Detail. Liebevoll wurde die Mühle seit 2000 restauriert. Quelle: Sven Bartsch

1865 wurde das Gersdorfer Wahrzeichen als Bockwindmühle errichtet. Das hölzerne Gehäuse wurde drehbar auf einen sehr stabilen Bock aus Eichenstämmen gesetzt. Von vier Flügeln auf der Hauptwelle wurden durch Getriebe die auf den Bodensteinen liegenden „Läufersteine“ angetrieben. Bei etwa 100 Umdrehungen/Minute wurde am besten gemahlen, so dass das Mahlgut nur drei- bis viermal die Steine passieren musste. War es ausgemahlen, musste getrennt werden: Mehl für die Menschen, Schrot und Kleie für das Vieh.

1951 wurd die Bockwindmühle zur Paltrockmühle umgebaut. Ein gemauerter Steinkranz aus Ziegeln, der Paltrock, gibt der Mühle den Namen. Der Mühlenkasten wurde mit Rollen auf den Kranz gesetzt. Auf einem Eisenreifen mit Zähnen kann die Mühle vor den Wind gedreht werden. Dies geschieht bis heute über eine Welle mit Scheckengang. Harald Wolf zeigt dies gleich zu Beginn der Führung.

Richtige Mühlenexperten sind Karl-Heinz Ziller (79) und Klaus Beckert (78) aus Olbernhau. Die beiden Nachbarn fahren seit 20 Jahren jedes Jahr zum Mühlentag durch die Lande und sehen sich Mühlen an. Ich habe Stellmacher gelernt und musste als 15-jähriger Lehrbursche die Kammradzähne einer Mühle wechseln . Das hat mich nie losgelassen“, sagt Klaus Beckert.

Bis in die 1970-er Jahre war die Gersdorfer Mühle in Betrieb. Heute schroten die Besitzer ab und an noch für das Vieh des benachbarten Landwirtes und zeigen ihre Mühle gern den Besuchern, die bis zum Nachmittag in Scharen kamen.

Songwriterin Mindy Boyd und ihre musikalischen Freunde sorgten unter der Kastanie im Hof des Hofgutes Gadewitz für die passende Musik. Quelle: Sven Bartsch

Ein Hof voller Menschen und das Dorf zugeparkt mit Autos zeigten, dass das Hoffest am Mühlentag auf dem Gut Gadewitz ein Renner am Pfingstmontag ist. Alle zwei Jahre veranstalten Dieter und Maja Horlacher das Fest. Im letzten Jahr war Pause, weil die eine Tochter heiratete und die andere beide zu Großeltern machte. Um so größer war in diesem Jahr der Andrang. Dieter Horlacher demonstrierte den Besuchern, wie in seiner Ölmühle aus heimischem Raps, Sonnenblumen, Mohn und Leinsamen oder Leindotter verschiedene kalt gepresste Öle entstehen. Diese wurden verkostet, verkauft oder bei der Zubereitung einiger Spezialitäten verwendet, die es beim Hoffest zu essen gab.

Wer wollte, konnte die verschiedenen Öle aus der Ölmühle Gadewitz am Mühlentag auch kosten. Quelle: Sven Bartsch

Freunde und Bekannte halfen bei der Bewirtschaftung der Stände, beim Eisverkauf und beim basteln für Kinder. Vor allen Kunsthandwerker und Direktvermarkter, mit denen der Hofladen zusammenarbeitet. boten ihre Waren an. „ Es ist auch für uns etwas Besonderes hier. Die Gäste kommen zielgerichtet wegen unserer speziellen Produkte her“, freut sich Andreas Jentzsch. Der Ziegraer bietet Alpaka-Wolle aus eigener Zucht und Honig aus eigener Imkerei an. Kinder können an seinem Stand Kerzen herstellen.

Von Thomas Sparrer

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