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Von den Tautentanten ins Sportlerheim

Leisniger Sportlokal Von den Tautentanten ins Sportlerheim

Die 53-Jährige Petra Belling ist neue Pächterin der Vereinsgaststätte des VfL Leisnig. Diese heißt jetzt „Leisniger Sportlokal“. Die Frau ist vom Fach und auch bekannt, kochte sie doch mehr als zehn Jahre in der Leisniger Schulküche und fünf Jahre im Gasthof Tautendorf. Das Sportlokal ist ihr Start in die Selbstständigkeit.

Der Gastronomiebereich vom Leisniger Vereinsheim heißt ab jetzt „Leisniger Sportlokal“.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Seit einem Monat ist die Sportlergaststätte vom VfB Leisnig innen frisch renoviert – und mit Petra Belling weht frischer Wind in Küche und Service. Bei Fußballspielen, Training sowie Trainingsspielen sorgt sie dafür, dass Spieler und Gäste ordentlich was auf den Teller oder ins Glas bekommen. Auch Familienfeiern will sie ausrichten.

Die 53-Jährige ist vom Fach, arbeitete zuletzt in einem Imbiss in Bad Lausick, kochte zuvor fünf Jahre lang im Gasthof Tautendorf bei den Tautentanten, wie die dortigen Betreiberinnen genannt wurden. Dort hat sie unter anderem die Buffetts gestellt. „Ich muss sagen, dass das bisher mein schönster Arbeitsplatz war“, sagt sie. Nach dem plötzlichen Tod einer der Betreiberinnen wurde der Gasthof geschlossen, Haus und Grundstück verkauft. Es wohnt eine Großfamilie darin.

Für Petra Belling ist das Vereinsheim, deren Gaststätte sie als „Leisniger Sportlokal“ betreibt, ein beruflicher Neustart – wobei das Kochen in ihrem Leben schon immer eine große Rolle spielte: Von 1985 bis 2002 tat sie das in der Schulküche von Leisnig. „Das ist ganz schön lustig, wenn ich heute die Fußballer hier auf dem Platz sehe und mir denke: Für den hast du schon gekocht, als er noch Schulkind war.“ Das sorge für einen entspannten Umgang miteinander – auch wenn sie mit dem Thema Fußball sonst nicht so vertraut ist. „Da fitze ich mich aber auch noch rein“, lacht sie.

Gelernt hat Petra Belling in den Harthaer Textilwerken. „So gerne, wie ich koche, frage ich mich, warum ich das nicht mal gelernt habe“, sinniert sie. Dabei liege die Liebe zum Kochen in der Familie, ihr Vater habe schon gern den Kochlöffel geschwungen. Nun tut sie dies in ihrem eigenen Reich im Sportlokal. „Ein Vereinsheim mit Imbiss-Charakter wird es bleiben,“sagt VfB-Präsident Jörg Lippert. „Wir bemühen uns um die regelmäßige Auslastung der Räume. Mit den 80 Sitzplätzen können auch größere Gruppen hier feiern“, sagt er. Außer montags will Petra Belling jeden Tag ab 17 Uhr in ihrem Sportlokal sein, „natürlich open end, das gehört dazu“, meint sie.

„Nur allein von den Fußballern kann man wirtschaftlich nicht leben“, weiß der Vereinspräsident, der deshalb an die 300 Vereinsmitglieder appelliert: Wenn es privat etwas zu feiern gibt, sollen sie an das Leisniger Sportlokal denken.

Die Räume gehören nicht dem Verein, sondern der Stadt. Diese hat mit dem VfB eine Nutzungsvereinbarung geschlossen. Der Verein wiederum verpachtet die Räume an Petra Belling. Sie geht mit dem Sportlokal in die Selbstständigkeit, ist hier ihre eigene Herrin. „Verein und Pächter sind aufeinander angewiesen“, meint Lippert. Die neue Pächterin hat durchaus nicht allein die aktiven Fußballer auf der Gästeliste, wenn sie in Gedanken ihre Kundschaft durchgeht. Die Skatspieler kommen regelmäßig vorbei. Ab Oktober sind die Akteure vom Carneval Club Leisnig zu ihren Proben ebenfalls im Gastro-Bereich des Vereinsheims, der nun Sportlokal heißt. Mittwochs kämen immer die Haudorfer vorbei, die ihr eigenes Sportlokal, den „Anpfiff“, vermissen. Das ist nun geschlossen. Der dortige Gastwirt hat in Leisnig das Gasthaus „Zum Stiefel“ übernommen. Eine Runde fußballbegeisterter Herren versammle sich einmal die Woche zum Fußball-Schauen. „Und das Feriensommercamp wird auch gastronomisch von mir betreut“, zählt Petra Belling auf. Was sie auch gern ausprobieren würde, ist ein Tag Flecke-Essen für alle – aber das sei zunächst noch Zukunftsmusik.

Von Steffi Robak

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