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Von der Zschopau an die Elbe: Waldheimer Kiosk begeistert in Pirna

DDR-Museum Von der Zschopau an die Elbe: Waldheimer Kiosk begeistert in Pirna

Udo Fankhänel ist begeistert: Als er jüngst einen Ausflug nach Pirna machte, schaute er dort im DDR-Museum von Conny Kaden vorbei. Und sah dort ein Stück seiner Heimatgeschichte, dass über Jahrzehnte der Nahversorgung in der Stadt an der Zschopau diente: Den Waldheimer Kiosk.

Um vor einem Stück Heimatgeschichte fürs Foto posieren zu können, mussten Steffi und Udo Fankhänel aus Waldheim ins DDR-Museum nach Pirna reisen.

Quelle: Privat

Waldheim/Pirna. Udo Fankhänel ist begeistert: Als er jüngst einen Ausflug nach Pirna machte, schaute er dort im DDR-Museum von Conny Kaden vorbei. Und sah dort ein Stück seiner Heimatgeschichte, dass über Jahrzehnte der Nahversorgung in der Stadt an der Zschopau diente: Den Kiosk von der Bahnhofstraße/ Ecke Kolbeplatz.

„Ich laufe da so rum und plötzlich stehe ich vor dem Kiosk“, erzählt Udo Fankhänel über den Ausflug nach Pirna. Er unterhielt sich noch mit Conny Kaden. Der Museumsdirektor erzählte, wie er den Kiosk wieder aufgebaut und dabei teilweise erneuert hat. Und dass er ein kleiner Besuchermagnet unter den anderen Exponaten des Museums ist. Das zeigt Gegenstände der Alltagskultur der DDR. Zum Beispiel Autos, Mopeds, wie die Schwalbe, Wohnungseinrichtungen wie Kinderzimmer und Schrankwände.

„Es waren schon viele Waldheimer und Leute aus der Region Döbeln da. Man merkt das ja immer dann, wenn sie sich für den Kiosk interessieren und Erinnerungen erzählen“, erzählt der Museumsleiter Conny Kaden im gespräch mit der DAZ. Zwischen 20 und 40 Besucher aus dem Land von Zschopau und Mulde seien es bisher gewesen, die den neuen alten Kiosk bestaunten. „Ich finde die Architektur sehr interessant, die hat mir so gut gefallen“, sagt Conny Kaden. Zunächst habe man sich überlegt, was auf der großen Tafel auf dem Pultdach des Verkaufshäuschen stehen soll: Vielleicht ein DDR-typischer Schriftzug wie „HO“ für Handelsorganisation oder „Konsum“? „Weil er aus Waldheim ist, haben wir ihn Der Waldheimer genannt. Das lag nahe“, sagt der Chef des Pirnaer DDR-Museums.

Der „Waldheimer“ steht nicht nur so rum auf dem Museumsgelände. Der Kiosk dient wieder seinem ursprünglichen Zweck. Cottbusser Kekse können die Gäste hier kaufen. Andere DDR-typische Produkte natürlich auch, wie die kleinen Dritteliter-Bierflaschen, die wegen ihrer Form „Granaten“ hießen.

Die ehemaligen Besitzer waren auch schon in Pirna und haben sich angesehen, was aus ihrem Geschäft geworden ist. Über dessen Geschichte informiert eine kleine Infotafel am Kiosk. Demnach stand der DDR-Systembau seit 1969 an der Bahnhofstraße, hatte Hausnummer 2, wie interessanterweise auch die WBV, das Chik & Shock und die Villa, in der Enrico Brand mit seiner Rechtsanwaltskanzlei residiert.

Als im Jahr 2012 der neue Grundstückseigentümer den Pächtern Petra und Peter Günthel die Pacht gekündigt hatte, rief Peter Günthel in Pirna und fragte, ob Conny Kaden Interesse hatte. Der war begeistert. Mit zwei Lkw fuhren die Museumsleute im Januar 2013 nach Waldheim, montierten den Kiosk ab und brachten ihn ins Lager des Museums. Anfang dieses Jahres arbeitete die Pirnaer Zimmerei Walther die Wände des Häuschens auf, im April begann der Wiederaufbau. Der dauerte zwar länger als geplant, aber dafür sind Dach und Fußboden gedämmt, neue Fenster sind auch eingebaut. So fit gemacht kann der „Waldheimer“ eigentlich die nächsten 40 Jahre in Pirna stehen.

Von Dirk Wurzel

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