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Von wegen Überraschung: Leisnig weiß seit 2015 über Kabelpläne Bescheid

Strom unter die Erde Von wegen Überraschung: Leisnig weiß seit 2015 über Kabelpläne Bescheid

In Leisnigs Stadt- und Orteilen erneuert das Unternehmen Mitnetz Strom dieses Jahr das Kabelnetz. Insgesamt sollen es mehr als zehn Baumaßnahmen werden. Begonnen wird mit den Arbeiten bereits im März, bis zum Herbst soll alles fertig sein. Aus der Luft kommt der Strom unter die Erde: Freileitungen werden durch Erdkabel ersetzt. 8500 Kunden profitieren davon.

In weiten Teilen von Leisnig und der Umgebung wird dieses Jahr der Strom aus der Luft in die Erde verlegt.
 

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig.  In Leisnigs Stadt- und Orteilen erneuert das Unternehmen Mitnetz Strom in diesem Jahr das Kabelnetz. Insgesamt werden drei Millionen Euro investiert. „Damit verbessert sich die Qualität der Stromversorgung in Leisnig“, so Evelyn Zaruba von der Mitnetz-Pressestelle. Der EnviaM-Netzbetreiber kündigt an, mehr als zehn Baumaßnahmen im Mittel- und Niederspannungsnetz in der Region umzusetzen. Begonnen wird mit den Arbeiten bereits im März. Mit der Stadt laufen dafür seit mehreren Monaten Gespräche. Die Kommune muss auch in neue Straßenbeleuchtung investieren.

Die Mitnetz erneuert Ortsnetze, modernisiert Trafostationen und tauscht Freileitungen im Mittelspannungsnetz durch Erdkabel aus. Ziel sei es, die Anlagen und Leitungen auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten sowie die Netze nach aktuellen Erfordernissen zu optimieren. Rund 8500 Kunden profitieren von einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung. Gegenüber der Kommune bekannt gegeben worden seien die Projekte bereits im zweiten und dritten Quartal 2015, so Mitnetz-Sprecherin Evelyn Zaruba. Mit der Kommune werde generell guter Kontakt gepflegt. Es gebe regelmäßige Gespräche, und wenn die Mitnetz im Zuge von Erdarbeiten für andere Medien eigene Projekte mit erledigen kann, sei das in der Regel auch möglich.

„Wir investieren seit Jahren in der Region. Die Gründe sind vielseitig. Zum einen müssen wir Leitungen altersbedingt austauschen. Zum anderen erfordert die hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien in der Region eine Verstärkung der Netze. Letztendlich wird die Leistungsfähigkeit des Netzes erhöht und eine zuverlässige Versorgung in der Region weiterhin gewährleistet“, sagt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen bei Mitnetz Strom.

Start in Chemnitzer und Colditzer Straße sowie Sachsenplatz

Zu den Baumaßnahmen, die bereits im kommenden Monat beginnen, gehört der Austausch von Mittelspannungskabel und Mittelspannungsfreileitung zwischen der Chemnitzer und der Colditzer Straße. Dort werden 900 Meter neues Mittelspannungskabel entlang des Georg-Rümpler-Weges und am Breiten Rain gezogen sowie 550 Meter Mittelspannungsfreileitung demontiert. Bis Juni soll das erledigt sein und rund 81 000 Euro kosten.

Rund um den Sachsenplatz wird das Ortsnetz ebenfalls erneuert, verbunden mit der Neuverlegung von 600 Metern Mittelspannungskabel sowie dem Ersatz von 1000 Metern Niederspannungskabel. Diverse Kabelhausanschlüsse werden im Zuge dessen angepasst. Hier wird ebenfalls ab März und dann bis zum August gebaut, und zwar für insgesamt rund 70 000 Euro.

Strom in die Erde für Görnitz, Hetzdorf, Bockelwitz

Auch in den Ortsteilen wird ab März gegraben. Die Mittelspannungsfreileitung zwischen Görnitz, Hetzdorf und Bockelwitz wird durch Erdkabel ersetzt durch 1600 Meter Mittelspannungskabel zwischen den Ortslagen Görnitz-Hetzdorf und Hetzdorf-Bockelwitz. Neu gebaut wird eine Ortsnetz-Transformatorenstation in Hetzdorf. Bis Oktober soll das erledigt sein. Die Mitnetz zahlt dafür rund 180.000 Euro.

Das Ortsnetz wird ersetzt in der Ortslage Görnitz. 800 Meter Mittelspannungsfreileitung kommen als Mittelspannungskabel in die Erde. Gleiches gilt für 1500 Meter Niederspannungsfreileitung, die durch Niederspannungskabel ersetzt werden. Die Turmstation kommt weg, eine neue Kompaktstation wird gebaut. Bis September soll alles erledigt sein und rund 240 000 Euro kosten.

Kabel soll sogar die Mulde queren

Zwischen Naundorf und Leisnig wird ebenfalls Mittelspannungskabel von der Luft in die Erde verlegt. Mehr als acht Kilometer der bisherigen Mittelspannungsfreileitung kommen weg, dafür knapp sechs Kilometer Mittelspannungskabel in die Erde. Gebaut wird in Höhe der Kläranlage bis zur Georg-Friedrich-Händel-Straße mit Querung der Freiberger Mulde. Die Ortsnetzstation wird durch eine neue Kompaktstation ersetzt, wofür sich die Mitnetz bis Oktober Zeit nimmt und sich das rund 660.000 Euro kosten lässt. Etwa zweieinhalb Kilometer Mittelspannungsfreileitung aus dem Umspannwerk Leisnig in Richtung Polkenberg werden ebenfalls durch Mittelspannungskabel abgelöst, die Netzstationen in Polkenberg und Fischendorf an neue netztechnische Erfordernisse angepasst. Kostenpunkt 180 000 Euro. Die Bauzeit reicht bis September. Ebenfalls ab März und bis Juli wird das Mittelspannungsnetz zwischen Zschockau und Korpitzsch auf Erdkabel umgestellt. 1300 Meter Mittelspannungsfreileitung werden gekappt und durch Erdkabel ersetzt, ebenso wird eine neue Kompaktstation in Korpitzsch gebaut. Das soll bis Juli fertig sein und insgesamt 100 000 Euro kosten.

Aufträge bleiben bei Firmen in der Region

Die Aufträge zur Umsetzung der Baumaßnahmen gehen überwiegend an regional ansässige Bau- und Montagefirmen. Aus der Region sind zum Beispiel die Unternehmen Klaus Bauer GmbH oder SSS Hainichen tätig. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der heimischen Unternehmen, insbesondere kleiner und mittlerer Betriebe“, sagt Härling. Für den reibungslosen Netzbetrieb im Landkreis Mittelsachsen sind das Anlagenmanagement und der Betriebsservice in Mockritz zuständig.

Von Steffi Robak

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