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Von wegen unbürokratisch

Von wegen unbürokratisch

Unbürokratische Wiederaufbauhilfe sieht anders aus. Im Monat fünf nach dem verheerenden Juni-Hochwasser warten die betroffenen Gewerbetreibenden noch immer auf die versprochenen Zuwendungsbescheide der Sächsischen Aufbaubank.

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Friseurmeisterin Grit Neumann plagt die Unsicherheit, ob die versprochenen 80 Prozent der Flutschäden auch wirklich über die Sächsische Aufbaubank beglichen werden. Fünf Monate nach der Flut fühlt sie sich im Regen stehen gelassen. "Wir müssen unsere fleißigen Handwerker doch auch bezahlen. Die Bürokratie dauert viel zu lange", schimpft sie.

Quelle: W. Sens

So auch Miriam Flegel vom traditionsreichen Hut- und Modegeschäft in der Döbelner Stadthausstraße. Schon im August hat sie ihre Anträge bei der SAB zur Unterstützung des Wiederaufbaus gestellt. Viele Laufereien, ständige Nachfragen zusätzliche Kosten - etwa für einen neuen Grundbuchauszug. Es sieht nicht danach aus, dass das erhoffte Geld demnächst fliest", sagt die junge Frau. "Unbürokratisch stelle ich mir anders vor." Vier Monate war das Geschäft wegen der Flut geschlossen. Seit zwei Wochen empfängt sie die Kunden im wieder eröffneten Laden. Um die Handwerker zu bezahlen, musste sie eine Zwischenfinanzierung als Kredit aufnehmen. Mit den versprochenenen Wiederaufbaugeldern der Sächsischen Aufbaubank hofft sie diesen Kredit wieder abzulösen.

 

"Es ist schon eine Frechheit, wie die Leute hier im Regen stehen gelassen werden", ärgert sich Friseurmeisterin Grit Neumann, die mit ihrem Laden in der Stadthausstraße zum zweiten Mal vom Hochwasser erwischt wurde. "2002 gab es wenigstens Abschlagszahlungen von der SAB. Heute ist dagegen noch so viel Unsicherheit da." Und dass die selbst geschulterten Eigenleistungen im Gegensatz zu 2002 als Muskelhypothek heute gar keine Rolle spielen, findet sie auch ärgerlich. Seit Anfang Juli lässt sich Grit Neumann von einer über den Döbelner Stadtwerbering vermittelten Consulting-Firma bei der Antragstellung nach der Flut beraten. Doch weil sich mittlerweile drei Mal die Richtlinien für die SAB-Förderung geändert haben, kreiselt der Antrag für das Friseurgeschäft bis heute beim Steuerberater, bei der Hausbank und sonst wo herum. "Jetzt ist viel Geduld gefragt und wir müssen die Arschbacken zusammenkneifen und mit den Handwerksfirmen reden, die ja auch ihr Geld haben wollen. Mit den Zwischenfinanzierungen ist das übrigens auch gar nicht so einfach." Grit Neumann will nun schnellstens die Geschäftsräume der IHK in ihrem Haus wieder übergeben. Mit ihrem Friseurgeschäft hofft sie etwa Mitte November wieder aus dem Notquartier im zweiten Stock in ihren dann hoffentlich fertigen Laden einzuziehen.

 

Peter Draßdo von der Firma Bau Service Draßdo aus Döbeln ist mit seinen neun Mitarbeitern bei vielen Flutgeschädigten im Einsatz. "Wir kriegen schon mit, dass viele unserer Auftraggeber sich sorgen, wie sie unsere Rechnungen begleichen sollen. Akut ist bisher aber noch nichts. Viele haben eine Zwischenfinanzierung bei einer Bank aufnehmen müssen, weil diesmal die Flutförderung deutlich bürokratischer zu sein scheint, als es 2002 der Fall war." Da, wo die Flutschäden mit Hilfe von Versicherungen beglichen wurden, habe die Abrechnung der Handwerkerleistungen hingegen meist gut über Vorschüsse auf Grundlage der Gutachten und dann über eine Abrechnung nach Baustand geklappt.

 

Astrid Heinrich vom Wellness-Laden Aqua-Vital in der Bäckerstraße hat ihre Anträge bei der SAB noch gar nicht gestellt. "Ich habe meine Flutschäden vorfinanzieren müssen, weil mir für die Anträge einfach noch einige Rechnungen fehlen", sagt sie. Auch Lutz Roßberg vom gleichnamigen Spirituosengeschäft in der Breiten Straße hat noch keine Anträge an die SAB gestellt. Er setzt auf Eigenleistungen, die ohnehin nicht angerechnet werden. "Wir haben bei Fußbodenaufbau und Putz nach dem Hochwasser 2002 offenbar alles richtig gemacht und mussten davon nichts wieder heraushacken", so Roßberg.

Thomas Sparrer

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