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Vorbestrafter Sexverbrecher aus Waldheim muss wieder ins Gefängnis

Wegen Kinderpornos Vorbestrafter Sexverbrecher aus Waldheim muss wieder ins Gefängnis

Er vergewaltigte eine Frau und missbrauchte Kinder. Selbst als er in Waldheim nach langer Haft aus dem Gefängnis kam, beging Marcus F. erneut eine Sexualstraftat. Er hatte sich aus dem Internet Kinderpornos heruntergeladen. Das führt ihn nun wieder zurück in den Knast.

Es gibt Videos, die zeigen Sex mit Kleinkindern. Ein vorbestrafter Sexualstraftäter aus Waldheim hatte diese auf seinem PC. Darum muss der 35-Jährige jetzt wieder in den Knast.

Quelle: dpa

Waldheim/Chemnitz. Siebeneinhalb Jahre saß Marcus F. in der JVA Waldheim – wegen der Vergewaltigung einer Prostituierten und des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes. 2012 kam der gebürtige Erzgebirger frei. Er siedelte sich in Waldheim an. Und beging hier nach Ansicht der Strafrichterin Karin Fahlberg wieder eine Sexualstraftat. Sie verurteilte F. am 6. August 2015 im Amtsgericht Döbeln zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung, sah es als erwiesen an, dass er sich Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen hatte. Die Richterin bescheinigte F. „erkennbar unbelehrbar“ zu sein, wie es in ihrer schriftlichen Urteilsbegründung heißt. Die kam am Donnerstag im Landgericht Chemnitz zur Sprache. Dort verhandelte eine Berufungskammer die Sache erneut, denn F. hatte das Fahlberg-Urteil angefochten.

Sogar Kleinkinder missbraucht

„Was mir leid tut ist, dass das Amtsgericht nicht mehr gegeben hat beziehungsweise die Staatsanwaltschaft keine Berufung eingelegt hat. Ich hätte Ihnen gerne was oben drauf gepackt“, sagte Richter Markus Zimmermann, Vorsitzender der Kammer. Die verwarf die Berufung. Ein höheres Strafmaß konnte sie nicht verhängen, weil die Strafprozessordnung das bei Urteilen verbietet, die nicht auch die Staatsanwaltschaft angefochten hat. Wenn nur der Angeklagte in Berufung geht, darf er eben nicht schlechter wegkommen. Es bleibt also vorerst bei den sieben Monaten Haft aus Döbeln. Aber das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und es könnte sein, dass sich nun das Oberlandesgericht mit dem Fall beschäftigen muss, wo F. Revision einlegen kann.

Eigentlich suchte die Polizei im März 2014 Hinweise um folgenden Tatverdacht zu erhärten: F. wollte übers Internet Kinder kennenlernen, die er „liebhaben“ kann. Die Beamten des Reviers Döbeln fanden bei der richterlich angeordneten Durchsuchung F.´ s Wohnung einen Computer. Darauf waren 19 Filmen und rund 600 Bilder kinderpornografischen Materials. „Die Videos sind schockierend, da werden auch Kleinkinder missbraucht“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel, der die Anklage vertrat. Er ließ durchblicken, dass es ihm wenig Freude bereitete, sich dieses eklige und schockierende Material anzusehen, als er sich auf den Prozess vorbereitete. Er gab dem Angeklagten in seinem Schlussvortrag mit auf den Weg, sich therapeutische Hilfe zu suchen. „Sonst bleibt nur das Wegsperren“, sagte der Anklagevertreter mit Blick auf die Sicherungsverwahrung. Die droht Marcus F., sollte er wieder ein Kind missbrauchen.

Großer Unbekannter soll Videos auf Rechner platziert haben

Sogar sein Pflichtverteidiger Bernd Näkel riet F., die Berufung zurückzunehmen. Gleichwohl der Sexverbrecher auch sagte, dass er die sieben Monate absitze, wenn sein müsse, blieb er am Ende stur. Ließ Rechtsanwalt Näkel seine Verteidigung vortragen, die auf Freispruch ausgerichtet war: Ein anderer hätte die Dateien auf F.´ Computer geladen. Es gäbe Zweifel an der Schuld seines Mandanten. Das Gericht glaubte nicht an diese unwahrscheinliche Variante.

Möglicherweise ging es dem Angeklagten auch gar nicht um einen Freispruch. Der Prozess lieferte Anhaltspunkte dafür, dass er lediglich die Rechtskraft des Döbelner Urteils herauszögern will, um seine Wohnung in Waldheim nicht zu verlieren. Denn bevor ein Richterspruch nicht rechtskräftig ist, verschickt die Staatsanwaltschaft auch keine Ladungen zum Haftantritt. In den Knast muss F. aber schon am Montag. Das Amtsgericht Döbeln hat ihm eine Bewährung widerrufen. So muss F. wegen Körperverletzung für fünf Monate ins Gefängnis. Außerdem hatte er gegen Weisungen der Führungsaufsicht verstoßen. Die wird bei entlassenen Sexualstraftätern meistens angeordnet.

Von Dirk Wurzel

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