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Vorhang auf

Vorhang auf

Ein Jahr lang war das 140-jährige Theater in Döbeln geschlossen. Eine Sanierung war dringend geboten. Dass die Fachleute dabei erfahren mussten, dass dieses Gebäude kein richtiges Fundament hat und die Deckenkonstruktion völlig desolat war, wurde die Sanierung zur Herausforderung.

Döbeln.

 

 

 

 

Pünktlich zum Beginn der 20. Spielzeit des Mittelsächsischen Theaters in Döbeln kann wieder im Saal das Licht aus- und auf der Bühne angehen. Neu ist die Bestuhlung mit Bein- und Erweiterung der Sichtfreiheit. Es gibt eine Frischluftzufuhr, in der Pause ist es möglich, die Luft im Saal auszutauschen. Neu sind zudem Ton- und Lichttechnik, wenn nötig - gerade beim Musical - kann das Mischpult im Saal installiert werden. Der erweiterte Orchestergraben bietet 45 Musikern Platz.

Wenn sich der Vorhang in Döbeln morgen zur Eröffnungsgala und am Sonnabend zur Wiedereröffnung für alle Interessierten zum ersten Mal öffnet, sind 100 Jahre nach dem verheerenden Brand vergangen, der damals das Theater vernichtete. Das "neue" Theater hat 283 Plätze, mehr als die Hälfte im Parkett, da sitzt man, was die Sicht betrifft, überall ganz vorn.

Was die Döbelner und ihre Gäste dann ab der neuen Spielzeit zu sehen und zu hören bekommen, stellte Intendant Ralf-Peter Schulze vor. "Leidenschaft" ist das Motto der Saison, 20 Jahre Mittelsächsisches Theater in Freiberg und Döbeln, im Kulturraum, auf der Seebühne Kriebstein, im Freiberger Schlosshof, in den Kirchen beider Städte, in Klassenzimmern oder Mensen, haben sich bewährt. Doch gilt es, diese Leidenschaft immer neu zu entfachen.

Schulze, zugleich künstlerischer Leiter des Musiktheaters, spürt in seiner Sparte den Leidenschaften in Stücken nach, die Begegnungen und Veränderungen zum Inhalt haben. Das kann sehr unterhaltsam sein, etwa in dem Musical "My Fair Lady", das am 22. September erstmals gespielt wird. In Tschaikowskis Lyrischen Szenen "Eugen Onegin" bedeutet Begegnung für den einen Tod, für andere lebenslange Einsamkeit, Premiere ist in Freiberg, am 9. März 2013. Tödlich endet auch die Begegnung der Charlotte Corday mit dem kranken Revolutionär Jean Paul Marat. Am 13. Juli 1793 ersticht sie ihn in der Badewanne. Wenn das kein Opernstoff ist.

Generalmusikdirektor Jan Michael Horstmann wird nach der Saison 2012/13, nach acht Jahren, seine Tätigkeit beenden. Seinem Entdeckermut verdankt das Publikum etliche Begegnungen mit unbekannten Werken. "Charlotte Corday" wurde 1989 in Rom uraufgeführt, der italienische Komponist Lorenzo Ferrero wurde 1951 in Rom geboren. Premiere in Döbeln ist am 27. April, ab 11. Mai steht das Stück dann auch in Freiberg auf dem Plan. Horstmann, der musikalische Weltreisende, verantwortet zudem das facettenreiche Konzertprogramm, acht Sinfoniekonzerte, Sonderkonzerte, wie zu Neujahr unter dem Motto "In acht Jahren um die Welt". Im Juni lockt das "Weiße Rössl" seine Gäste an den Kriebsteinsee.

Das kommende Wagner-Jahr wird in Freiberg und Döbeln im Dezember 2012 eingeläutet. Das ist Chefsache für den GMD und für den Intendanten. Zur Aufführung, in einer eigens erstellten szenisch-konzertanten, auf 180 Minuten komprimierten Fassung, kommt die große romantische Oper "Tannhäuser".

Zeitgleich mit der Eröffnung des Theaters in Döbeln stellt sich in Freiberg die neue Schauspieldirektorin Annett Wöhlert mit der Inszenierung ihrer Bühnenfassung des Buches "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry vor. Sie will die Leidenschaften im Spannungsfeld zwischen Träumern und Rebellen entfachen. Daher wird es schon am 6. Oktober in Freiberg spannend werden, wenn der Regisseur Frank Voigtmann den Roman "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" auf die Bühne bringt. Katja Paryla wird im Dezember Max Frischs Lehrstück "Biedermann und die Brandstifter" inszenieren, im nächsten Jahr kommt Lutz Hübners Erfolgsstück "Frau Müller muss weg" an beiden Theatern heraus. Henrik Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft" kommt im April 2013 auf die Freiberger und im Mai auf die Döbelner Bühne.

Kinder brauchen Märchen, Erwachsene erst recht, Jewgenij Schwarz' Märchenkomödie "Die verzauberten Brüder" wird dieser Notwendigkeit auf fantastische Weise gerecht, ein Stück nach Albert Wendts Erzählung "Vogelkopp" soll die Jüngsten ins Theater locken.

Ein breit gefächertes Programm, eine erweiterte Arbeit der Theaterjugendclubs unter der Leitung des Dramaturgen Dirk Strobel wird sich dieses wichtigen Arbeitsfeldes mit Leidenschaft und Fantasie annehmen, neue Möglichkeiten der kreativen Zusammenarbeit zeichnen sich bereits ab bei der Konzipierung gemeinsamer Projekte mit den Studierenden und Lehrenden der TU Bergakademie Freiberg.

Mehrfach betont der Intendant, dass man zwar erwarte, dass die Menschen in ihre Theater kommen, aber man will auch gerne und immer wieder auf sie zugehen. Dazu passt ein gemeinsames Projekt mit der Berliner Akademie der Künste, das von deren Präsidenten Klaus Staeck initiiert wurde. Von Oktober bis Dezember werden Künstler aus verschiedenen Sparten jeweils eine Woche an zehn Orten mit Schülern arbeiten. Dabei sind so bekannte Personen wie der Filmregisseur Ralf Ettner, die Architektin Anne Buacel oder die Choreografin Susanne Linke. Dabei sollen "Kunstwelten im Kulturraum" entstehen. Zunächst aber, ab 22. September, geht es im Döbelner Theater darum, wie die Kunst der Sprache aus dem einfachen Londoner Blumenmädchen Eliza Doolittle eine Lady werden lässt, eine Lady mit Herz, eben "My Fair Lady".

 

www.mittelsaechsisches-theater.de

Zur Wiedereröffnung des Döbelner Theaters an diesem Sonnabend ist die Kasse im Theaterfoyer ganztägig geöffnet: es können also Einzelkarten gekauft, aber auch Anrechte abgeschlossen werden. Und der Abschluss eines Theateranrechts, ein garantierter selbstgewählter Stammplatz für Premieren, Sonntagsnachmittagsvorstellungen oder Konzerte, empfiehlt sich an diesem Tag besonders: aus allen neuen Abonnenten wird nämlich ein Gewinner gezogen, dem der Förderverein "Freunde des Döbelner Theaters" den Kaufpreis erstattet - es gibt also ein Jahr Theater kostenlos!

B. M. Gruhl

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