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Döbeln Vorwurf: Auf Dörfern bleibt viel stehen und liegen
Region Döbeln Vorwurf: Auf Dörfern bleibt viel stehen und liegen
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08:00 03.11.2018
Immer sauber gemähte Straßenränder – das ist nicht immer zu schaffen. Quelle: Günther Hunger
Leisnig/Bockelwitz

Jüngst besuchte Leisnigs Bau- und Ordnungsamtsleiter Thomas Schröder die Sitzung des Bockelwitzer Ortschafsrates, zusammen mit drei Bauhofmitarbeitern.

„Zwischenstopp“-Teilnehmer einbinden

Gemeinsam wurde eine Handlungsstrategie entworfen. Erstens: Die Projektteilnehmer vom „Zwischenstopp“ auf dem Vierseithof Bockelwitz Nummer 3 sollen in die Bauhof-Arbeit schritt- beziehungsweise objektweise eingebunden werden.

Wieder ein geregeltes Leben

Das schlägt Ortschaftsratvorsitzender Michael Heckel vor, de im Vorstand des Vereins Bockelwitz Nummer 3 aktiv ist. Innerhalb des Projektes werden ehemals suchtkranke Menschen in ein geregeltes Arbeitsleben integriert, bis für sie in einer Einrichtung ein Langzeit-Therapieplatz frei ist. Der „Zwischenstopp“ bereitet sie vor.

Leute vom zweiten Arbeitsmarkt fehlen

Dies ist eine von mehreren Facetten, wie die Bauhofarbeit auf den Dörfern wieder ohne Ärger funktionieren soll. Im Verlaufe der Diskussion wird deutlich: Wo früher ABMer, Ein-Euro-Jobber oder anderer Beschäftigte aus dem zweiten Arbeitsmarkt Bauhofarbeit leisteten, fehlen sie jetzt.

Kommunen unter Spardruck

Der Gesetzgeber fuhr die Finanzierung dieser Programme zurück. Bei den ständig unter Spardruck stehenden Kommunen waren diese Arbeitskräfte vielerorts fest eingeplant. „Wenn wir diese Menschen nicht mehr haben, müssen wir also andere Wege gehen“, so Heckel. Er sieht im Einsatz der „Zwischenstopp“-Leute eine Alternative, die allen Seiten hilft.

Weniger Leute bei gleichem Pensum

Eins steht nach der Aussprache im Ortschaftsrat fest: Die Bauhofleute selber sind nicht der Auslöser dafür, dass das eine oder andere in den vergangenen Monaten liegen beziehungsweise stehen blieb. So kommt zur Sprache: Nach und nach gehen Bauhofmitarbeiter in Rente, die verbleibenden müssen das gleiche Pensum bewältigen.

Arbeiten für weniger Wochenstunden

Stilles Ärgernis: Aus der Zeit vor der Eingemeindung nach Leisnig haben Bockelwitzer Bauhofmitarbeiter Arbeitsverträge mit weniger Wochenstunden, also weniger Lohn. Zum anderen halte die Bauhoftechnik nicht mehr mit, räumt Schröder ein. Stadt- und Ortschaftsrat Eckhard Löffler (Freie Wähler) dazu: „Das nehme ich nicht hin, dass mangels Personal und fehlender Technik Arbeiten liegen bleiben. Wir brauchen vernünftige Technik. Dann schafft das Personal das.“

Dreimal teurer als extern zu vergeben

Schröder erläutert eine weitere Seite: „Mit dem Tarif vom öffentlichen Dienst und mit neu gekaufter Technik kostet uns das uns das Dreifache von dem, wenn wir es extern vergeben.“ Dabei hat die Stadt schon jetzt landwirtschaftliche Unternehmen aus der Umgebung unter Vertrag. Sie helfen beispielsweise beim Winterdienst.

Bauern sollen an Straßen entlang ihrer Felder helfen

Nun sollen die Bauern auch dazu aufgefordert werden, entlang der an ihren Feldern verlaufenden Straßen noch mehr in die Straßenrandpflege einszuspringen. Mit der Bauhoftechnik müsse nachgesteuert werden, räumt Schröder ein. Dem Ortschaftsrat werde ein kleines finanzielles Budget eingeräumt, um unvorhergesehene, kleinere Aufgaben schnell und unbürokratisch beheben zu lassen. In regelmäßigen Abständen von zwei bis vier Wochen soll es zudem kurzer Abstimmungsrunden geben.

Von Steffi Robak

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