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Waffenvergehen: 44-Jährige aus dem Raum Döbeln muss ins Gefängnis

Amtsgericht Waffenvergehen: 44-Jährige aus dem Raum Döbeln muss ins Gefängnis

Schon öfter ist eine 44-Jährige aus der Region Döbeln mit Waffen aufgefallen, die sie nicht besitzen durfte. Am Amtsgericht Döbeln sah sie sich jetzt wieder einer Anklage wegen Waffenvergehen ausgesetzt. Das Verfahren endete für die Frau glimpflich – aber nicht geleistete Arbeitsstunden aus einer Bewährungs-Vorstrafe führen sie jetzt hinter Gitter.

Im Amtsgericht Döbeln kam sie mit einer Verfahrenseinstellung davon. Aber weil sie Bewährungs-Auflagen eines früheren Urteils nicht erfüllte, wandert eine 44-Jährige aus der Region Döbeln wegen Waffenvergehen jetzt für ein halbes Jahr hinter Gitter. Nur ein Gnadenerweis kann sie davor bewahren.

Quelle: dpa

Döbeln. Mit einer scharfen Kleinkaliberpatrone vom Kaliber .22 lang und ihren abgelaufenen Personalausweis zog eine 44-jährige die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Sie schmiss Ausweis und Patrone in einen Papierkorb auf dem Autohof Heiterer Blick in Mockritz. Es folgte eine Wohnungsdurchsuchung, die eigentlich legale Waffen zutage förderte. Eine Schreckschusspistole „Walther PPK“ und eine CO2-Pistole. Das ist eine mehrschüssige Gasdruckwaffe für Luftgehwehr-Munition. Aber weil den Pistolen bestimmte Prüfzeichen fehlten, klagte die Staatsanwaltschaft die Frau wegen Waffenvergehen an und das Amtsgericht Döbeln verhandelte.

Zwar stellte Richterin Christa Weik das Verfahren ein, weil die Frau bereits eine einschlägige Vorstrafe mitbrachte. Da wäre die Strafe aus einer erneuten Verurteilung nicht ins Gewicht gefallen. Sie hatte zum Beispiel das Prüfzeichen der Schreckschusswaffe übermalt, damit sie dem Original der James-Bond-Pistole Walther PPK ähnlicher sieht. Sie sei als Dekoration für die Wand gedacht gewesen. Aber ins Gefängnis muss die 44-Jährige trotzdem für ein halbes Jahr, weil das Amtsgericht Torgau ihr eine Bewährung widerrufen hatte. Sie hatte die Arbeitsstunden nicht abgeleistet. Auch als sie noch im Landkreis Nordsachsen wohnte, war die 44-Jährige mit Waffen aufgefallen, die sie nicht besitzen durfte. Hatte sich zum Beispiel einen Schreckschussrevolver scharf gemacht. Auch eine selbstgebaute Patrone fand die Polizei damals. Ob sie damit jemals hätte schießen können, ohne sich die Hand abzusprengen, ist fraglich. Denn solche freien Waffen bestehen aus schwächerem Material, als echte Pistolen und Revolver, bei denen der Druck der explodierenden Stoffe in den Patronen die Geschosse antreibt.

Bei guter Führung eher raus

„Ich wollte zeigen, wie einfach das ist, so eine Waffe umzubauen“, sagte die Frau. In ihrem Prozess am Amtsgericht Torgau erzählte sie dagegen, sie habe sich vor einem Ausländer schützen wollen, der mit ihr eine Scheinehe habe eingehen wollen. Da habe sie einen Rückzieher gemacht und den Zorn des Mannes auf sich gezogen. Im Amtsgericht Döbeln forderte sie jetzt, alle freien Waffen zu verbieten.

So ganz logisch klang das alles nicht und nicht umsonst saß ihr Betreuerin an der Seite der Angeklagten. Ziel war eigentlich, Richterin Weik dazu zu bewegen, die Torgauer Urteile aufzulösen und eine Gesamtstrafe mit neuem Bewährungsbeschluss zu bilden. So wäre der Patronenfrau der Knast erspart geblieben. Das ging aber aus rechtlichen Gründen nicht und die Verfahrenseinstellung war die einzige Möglichkeit, der 44-Jährigen entgegen zu kommen. „Dann müssen Sie eben mal vier Monate absitzen. Bei guter Führung kommen Sie doch eher raus“, sagte Richterin Christa Weik. Retten kann die Frau nur noch ein Gnadenerweis.

Waffen vom Kaliber .22 lang sind sehr beliebt bei Sportschützen. Auch die Biathleten schießen mit Sportgewehren von diesem Kaliber. .22 steht für 0,22 Zoll. In metrische Einheiten umgerechnet hat ein 22er Geschoss einen Durchmesser von 5,6 Millimeter. Gefährlich für Menschen ist solche Munition allemal. Pfingsten 2014 erschoss ein Mann mit einem Kleinkalibergewehr seine Ex-Frau.

Von Dirk Wurzel

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