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Wagner Solar feiert 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren

25. Geburtstag Wagner Solar feiert 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren

Seit 25 Jahren gibt es den Handwerksbetrieb Wagner in Choren. Was als klassischer Heizungs- und Installationsbetrieb begann, entwickelte sich zu einem der führenden Solaranbieter der Region. Am Wochenende wird zur 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren gefeiert.

Das Laden von E-Autos soll mit Modulen auf dem Carport-Dach und neuen Speichern einfacher und effizienter werden, meint Steffen Wagner (r.).

Quelle: Sven Bartsch (Archiv)

Choren. Im Herzen scheint bei Steffen Wagner immer die Sonne - auch in dieser eher verregneten Woche. Der 39-Jährige Mitgeschäftsführer der Wagner Sanitär-, Heizungs- und Solartechnikfirma ist überzeugt vom Sonnenstrom und will am Sonnabend auf der 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren von 9 bis 16 Uhr die neuesten Trends präsentieren. „Strom speichern ist heute kein Problem mehr“, sagt er. Statt groß wie ein Kleiderschrank sind die neuesten Speicher klein wie ein handelsüblicher Computer. „Ich produziere privat über 90 Prozent meines Stroms selbst. Das rechnet sich auch ohne Fördermittel. Wenn ich heute in eine Photovoltaikanlage investiere, ist das wie zur Bank zu gehen und acht bis zehn Prozent Zinsen für mein Geld zu bekommen“, ist Wagner sicher.

Solarmodule auf dem Firmendach, im Carport integriert oder in die Veranda - solche und andere aktuellen Trends werden am Sonnabend auf der Messe, die das Unternehmen 2002 selbst auf den Weg gebracht hat, vorgestellt. Mehr als 50 Aussteller werden erwartet, wobei nicht nur die Solarindustrie vertreten ist, sondern auch klassische Handwerker wie Zimmerleute oder Dachdecker, mit denen Wagner zusammen arbeitet.

Schließlich kommt sein Unternehmen selbst aus einem alten Handwerk. Vater und Meister für Sanitäranlagen, Heizung und Installation, Arnd Wagner, gründet die Firma nach Jahren in der DDR als Angestellter in der Gebäudewirtschaft im Juni 1992. Von Anfang an steht das Unternehmen für Kontinuität. „Nach einem halben Jahr konnte er den ersten Mitarbeiter einstellen - Uwe Spindler. Er ist bis heute da und feiert Ende des Jahres sein 25. Dienstjubiläum“, erzählt Steffen Wagner. Weitere Mitarbeiter kommen dazu und bleiben oft auch deshalb länger, weil die Firma sie gut behandelt. „Wir sind nicht in den Westen gegangen, um dort zu arbeiten. Auf Montage zu gehen, ist knallhart. Da wurden auch viele Handwerker verheizt“, sagt Wagner.

Nach der Lehre in der Installationstechnik in Döbeln und dem Zivildienst, tritt der Junior mit Anfang 20 in die Firma ein. Der Vater hat in dieser Zeit bereits die Neuerung der Stromgewinnung aus Sonnenenergie für sich entdeckt. „1998/99 haben wir mit den ersten thermischen Solaranlagen angefangen. Mein Vater hatte viel darüber gelesen und es erschien ihm besser als Öl oder Gas zu verheizen“, erzählt Wagner.

2000 ist er selbst das erste Mal mit einer Partnerfirma auf der damals neuen Messe Haus, Garten, Freizeit in Leipzig vertreten. Das Interesse ist groß, die Skepsis aber auch. „Bis 2001 habe ich vielleicht 150 Termine gehabt, Angebote geschrieben, aber es ist nie ein Auftrag daraus geworden. Die Leute hatten Angst und keinen Glauben daran, dass es funktioniert“, sagt Steffen Wagner heute.

Für den Durchbruch sorgt ein weiterer Messebesuch 2001. Dort kommt der inzwischen verstorbene Gutsbesitzer Gottfried Sucher aus Grunau an Wagners Stand. „Er hat sich wegen Photovoltaik erkundigt und den Umweltaspekt vorangestellt. Er sagte, er möchte, dass seine Enkel noch lebende Elefanten in der Natur sehen können“, erinnert sich Wagner. Nach insgesamt einem Jahr Planung und Bauzeit geht 2002 auf dem Scheunendach der Suchers in Grunau die damals größte Anlage im Landkreis Döbeln in Betrieb. „Für diese Zeit war das eine Mordsanlage mit 33 Kilowatt auf 400 Quadratmetern. Heute bräuchte man dafür nur die Hälfte“, erzählt Wagner.

Zur Eröffnung kommen überraschend mehrere Hundert Besucher, von denen einige Wagners Kunden werden. Aus dem großen Interesse entsteht die jährliche Solarmesse, die bis 2011 in Grunau in der Scheune von Gottfried Sucher stattfindet, bevor das Gelände zu klein wird. „Um 2006 war es verrückt. Da kamen Landwirte mit einem Blatt Papier mit den Maßen ihres Daches und fragten, was geht drauf? Dann haben sie Blanko-Aufträge erteilt“, berichtet Wagner. Zeitweise arbeiten 50 Mitarbeiter für die Firma, die nun auch Großanlagen in ganz Sachsen und bis an die Schweizer Grenze baut. 2007 wird das Firmengelände erweitert und eine neue Zentrale gebaut, die verschiedene alternative Heizungsmöglichkeiten zeigt. 2012 zieht die Messe in einen umgebauten Kuhstall am Schlosspark in Choren, dessen 1700 Quadratmeter Fläche für den Tag gemietet werden.

Etwa zehn Leute bleiben aber auch immer dem Kerngeschäft der Heizungs- und Sanitärinstallation treu - wichtig vor allem in der Phase ab 2008 als laut Wagner viele Glücksritter den Markt mit billigen Solar-Angeboten überfluten. Seitdem die Förderung für die Einspeisung von Sonnenstrom immer weiter gesunken ist, hat auch Solar Wagner, wie die Firma im Volksmund nur genannt wird, mehr Probleme. 20 Mitarbeiter sind heute noch beschäftigt. Steffen Wagner ist inzwischen nicht nur von Berufs wegen Anhänger von sauberer Energie. Neben Sonnenstrom nutzt er auch Erdwärme und nachaltige Pelletts. „Wer den Klimawandel leugnet, verschließt die Augen. In Afrika wächst jetzt in einst fruchtbaren Regionen nichts mehr. Da stehen Millionen vor dem Aus. Wenn sich nichts ändert, war das jetzige Flüchtlingsproblem nur die Spitze des Eisbergs“, meint er und plädiert für die endgültige Abkehr von Kohle- und Atomstrom. Auf seiner Messe will er wieder vielen Besuchern zeigen, was heute möglich ist, wie es funktioniert und was es kostet.

Von Sebastian Fink

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