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Waldheim: Alle Jahre wieder Eigentümer mahnen

Waldheim: Alle Jahre wieder Eigentümer mahnen

Manche alte Bekannte - im wahrsten Sinne des Wortes - begegnen Bernd Meinel vom Waldheimer Ordnungsamt alle Jahre wieder. Nach der jüngsten Ortsbegehung mit Vertretern des Bauordnungsamtes vom Landkreis wurden an einige Hauseigentümer wieder Briefe versendet.

Waldheim. Dabei sind es fast immer wieder die üblichen Verdächtigen, die regelmäßig auffallen. "Bedauerlich ist bei jedem Anblick der Verfall des Gasthofs Waldheim-Richzenhain", schildert der Mann vom Ordnungsamt. Er weiß, dass an dem Gebäude viele gute Erinnerungen hängen, nicht allein der Waldheimer, sondern auch von vielen anderen GaWaRi-Besuchern. Hier wurde in längst verflossenen Jahrzehnten so manche Ehe angebahnt. Heute bleibt für Leute wie Meinel oder die Mitarbeiter des Bauordnungsamtes vom Landkreis nur noch die Chance, immer wieder zu den Eigentümern der Gebäude Kontakt aufzunehmen. Nicht immer seien es Eigentümer aus Westdeutschland oder andere in der Ferne wohnende Besitzer, die an ein gewisses Mindestmaß an Ordnung an ihren Grundstücken erinnert werden müssen. Das Eckhaus Obere Härtel- unter Bahnhofstraße zum Beispiel gehörte einem Mann aus Döbeln. "Der hat das Haus mit einem Bauzaun auf dem Gehweg so weit abgesichert, den Bauzaun dafür selbst besorgt und er zahlt gewissermaßen auch für die Gehwegnutzung", ist aus dem Ordnungsamt zu erfahren. Bürgermeister Steffen Blech sagt: "Der Mann reagiert erst einmal und das ist wichtig. Wir können es ihm ja auch nicht aufzwingen, das Haus zu sanieren. Eigentlich wäre es uns wie bei vielen anderen Objekten im Übrigen auch die liebste Variante, dass die Häuser in Ordnung gebracht werden."

Nicht immer, so das Stadtoberhaupt, könne in einem ausgesprochenen Gefahrenfall wie seinerzeit am Sitzmöbelwerk III sofort reagiert werden. Dort hatte die Stadt die Straße absperren lasen müssen, weil Teile aus der Fassade auf die Straße gefallen waren. Mit dem Eigentümer war relativ zügig darüber verhandelt worden, dass das alte Industriegebäude nur noch ein Fall für die Abrissbirne ist. Der Abriss wurde realisiert, die Gefahr durch herabfallende Fassadenteile ist gebannt.

Sehr viel langwieriger ist der Fall hingegen mit der alten Spindelfabrik. Mit der Eigentümerin, einer in Houston, USA, lebende ältere Dame, versucht die Stadtverwaltung schon seit Jahren zu verhandeln, um auf dem Gelände endlich vollendete Tatsachen schaffen zu können. Blech dazu: "Die Mühlen mahlen sehr langsam. Außerdem muss in dem Fall sehr behutsam vorgegangen werden." Zu oft war eine beinahe schon greifbare Einigung dann doch geplatzt.

Nichtsdestotrotz sei auch in so einem Fall der Eigentümer, wo auch immer er wohnt und was auch immer er mit seinem Haus vorhat, in der Pflicht, dass von Gebäude und Grundstück keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. In so einem Falle bleibe der Stadt dann nur noch die Möglichkeit der sogenannten Ersatzvornahme. Das bedeutet: Sie geht für etwaige nötige Arbeiten am Grundstück in Vorleistung. Doch finanzieren muss dann auch wieder der Eigentümer. Doch mit dieser Variante geht Waldheim eher vorsichtig um. Meinel dazu: "Das Geld hinterher wieder bei Eigentümer einzutreiben, ist eine aufreibenden Angelegenheit." Steffi Robak

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