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Döbeln Waldheim: Drei müssen mehr zusammenrücken
Region Döbeln Waldheim: Drei müssen mehr zusammenrücken
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22:01 17.01.2013
Vom Glück bringenden Kleeblatt kann man bald nicht mehr sprechen. Quelle: Wolfgang Sens

Ein Thema: Der Austritt von Geringswalde und wie es danach weiter geht.

"Das Wirken der verbleibenden Akteure soll das nicht beeinträchtigen", sagt das Waldheimer Stadtoberhaupt. Am 23. Januar wird nicht über den Austritt von Geringswalde abgestimmt. Wer gehen will, gibt das bekannt und geht. Allerdings schreibt die Geschäftsordnung Fristen vor. Deshalb gehört Geringswalde noch dieses Jahr zum Städtebund, wie die DAZ bereits berichtete. Ob oder wie sich Geringswalde noch an Aktivitäten des Städtebundes beteiligt, werde sich zeigen.

Generell stelle der Austritt einer Stadt den Städtebund nicht in Frage oder werde die Zusammenarbeit der anderen nicht schwächen. "Im Gegenteil, dies wird nötiger, denn je." Kooperationen innerhalb des Städtebundes seien in den vergangenen Jahren bereits zu spüren gewesen, sei es bei Bauhofaufgaben oder im Bereich Feuerwehr. Dies betrifft Anschaffungen von Technik beziehungsweise Fahrzeugen. Auch der gelegentlich belächelte gemeinsame Kauf einer Kehrmaschine, die von Hartha, Waldheim und Leisnig genutzt wird, gehört dazu. Leider sei zu bemerken gewesen, dass Geringswalde vorgeschlagenen Kooperationsprojekten reserviert gegenüber stand. Die gemeinsame personelle Betreuung der Harthaer und der Geringswalder Bibliothek zum Beispiel, um sich Fachkraftförderung und Kapazitätsauslastung zu sichern, kam deshalb nicht zustande.

Es gibt noch einen weiteren, handfesten Aspekt dafür, dass Geringswalde immer ein Stiefkind im Städtebund blieb. Doch das liegt nicht an den kommunalen Geschwistern: Resultierend aus der Zeit vor der jüngsten Verwaltungsreform, also in den alten Landkreisstrukturen, schlossen sich Hartha, Waldheim und Leisnig im Altkreis Döbeln zum Grundzentralen Verbund zusammen. Kategorien wie Oberzentrum, Mittelzentrum, Grundzentrum oder eben Grundzentraler Verbund sind im Regionalplan verankert. Sie geben Auskunft über eine gewisse Bedeutung einer Stadt in ihrer Region bezüglich der öffentlichen Daseinsfürsorge. Darunter zählt die Ausstattung mit Schulen, Krankenhäusern, Einkaufsmöglichkeiten. Geregelt ist das im Regionalplan auf der Ebene des Regierungspräsidiums. Im geltenden Plan gelten Städte wie Hartha Waldheim, Leisnig oder auch Geringswalde nicht einmal mehr als Städte, sondern "verdichteter ländlicher Raum" Hartha, Waldheim, Leisnig versuchten bereits im früheren Landkreis, dieser Herabstufungstendenz mit der Gründung des Städtebundes entgegenzuwirken: Der Städtebund ist das einigende Fundament für den Grundzentralen Verbund. Geringswalde, im anderen Landkreis, konnte dort damals nicht einfach so anschließen. Blech: "Die Bürgermeister haben mehrfach versucht, in Leipzig für die Angliederung von Geringswalde in unseren Grundzentralen Verbund zu werben. Doch das Regierungspräsidium lehnte sehr kategorisch ab. Wir haben das die ganze Zeit bedauert. Doch die Begründung muss man auch akzeptieren: Geringswalde wird auch als regionalplanerisches Hinterland für Rochlitz benötigt."

Sowohl die möglichen kommunalen Kooperationen als auch die Komponente Regionalplan werden weiter bestimmend sein für die Aktivitäten des Städtebundes Sachsenkreuz. Angesichts der Tatsache, dass bei regionalplanerischen Kennziffern die Bevölkerungszahlen eine ausschlaggebende Rolle spielen - und die sinken in allen Städten - werde der Städtebund eher an Bedeutung gewinnen statt verlieren. Steffi Robak

Steffi Robak

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