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Döbeln Waldheim: Dünger aus der Biogasanlage
Region Döbeln Waldheim: Dünger aus der Biogasanlage
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23:00 27.11.2012

"Für mich ist ganz klar, dass an der Brauerei in Diedenhain keine Lastwagen von uns vorbeifahren. Darüber haben wir auch gar nicht nachgedacht", erklärte der Investor, der in Diedenhain das Gärrestelager mit einem Fassungsvermögen von 4000 Kubikmeter und den Schweinestall in Ehrenberg bauen will. Beides ist eng miteinander verbunden. "Am Schweinestall in Ehrenberg, soll eine Biogasanlage gebaut werden", teilte Schönleber mit. Deren Gärreste und die aus der bereits bestehenden Anlage von Reichenbach sollen einmal in Diedenhain zwischengelagert werden. Es handle sich um Gärreste und nicht um die flüssigen Hinterlassenschaften der Schweine, teilte Schönleber im Gespräch mit der DAZ mit. Nach Angaben des Landwirtes riechen die Gärreste längst nicht so stark wie die unverarbeitete Gülle. Darüberhinaus habe er nie in die sogenannte Bauvoranfrage für das Gärrestelager geschrieben, dass die Lastwagen von Waldheim aus kommend, direkt an der Umgehungsstraße nach Diedenhain abbiegen am Waldfrieden und an der Brauerei vorbeifahren. Er könne die Aufregung, die jetzt im Waldheimer Stadtrat entstand, nicht verstehen. In der Bauvoranfrage sei genau festgelegt, wie der Transport zur, bis jetzt nur geplanten, Anlage erfolgen soll. Über die Umgehungsstraße geht es weiter über das Harthaer Kreuz auf die B175 Richtung Döbeln. Am Abzweig nach Steina biegen die Transporter ab und steuern Diedenhain an. Auch der viel zu kleine und immer noch für den Verkehr gesperrte Schulweg sei für die Lastwagen tabu, so Schönleber. Die Fahrstrecke sei im Vorfeld der Anfrage mit dem Harthaer Bauamtsleiter abgesprochen worden, so der Investor. "Wir wollten nie über die Diedenhainer Dorfstraße fahren, die ist viel zu eng und viel zu kurvenreich", erklärte Schönleber gegenüber der DAZ.

Das besagte Lager solle hinter dem einstigen Gemeindeamt auf einer Betriebsfläche von Kutscher und Partner errichtet werden, so Schönleber. Seit Beginn des Jahres sei er Inhaber des Unternehmens. Von der Betriebsfläche aus könnten viele Felder, die zum Unternehmen gehören, mit den Gärresten gedüngt werden. Das sei mit den Verpächtern der Felder bereits abgesprochen. Schönleber erhofft sich mit dem Bau des besagten Lagers eine Entlastung für den regionalen Verkehr. Rund 200 Lastwagenfuhren seien notwendig, um das Lager zu bestücken.

Die Anzahl der Transporte sollen über das gesamte Jahr verteilt werden, so Schönleber. Sollten die Gärreste nicht zwischengelagert werden, müssten, wenn die Felder gedüngt werden, in relativ kurzer Zeit relativ viele Lastwagen rollen, so Schönleber weiter. Das solle mit den Bau der Lagers verhindert werden. Ebenso gab der Landwirt bekannt, dass es sich nur um eine Bauvoranfrage handle. Und die haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses in Hartha abgelehnt. "Entscheiden muss letztlich die Baubehörde des Landratsamtes".

Wie bereits berichtet wurde der Waldheimer Stadtrat nicht um eine Stellungnahme gebeten. Bürgermeister Steffen Blech (CDU) teilte aber mit, dass er niemanden verbieten könnte, öffentliche Straße zu Nutzen. Dennoch werde kontrolliert, dass an der Brauerei wirklich keine Laster vorbeirollen. Heiko Stets

Dr. Heinz Schönleber: Für mich ist ganz klar, dass an der Alten Brauerei in Diedenhain keine Lastwagen von uns vorbeifahren

Als Gärrest wird der flüssige oder feste Rückstand bezeichnet, der bei der Vergärung von Biomasse in einer Biogasanlage zurückbleibt. Wegen seines hohen Gehalts an Nährstoffen wird er meist als landwirtschaftlicher Dünger verwendet. Auch die Bezeichnung Biogasgülle wird verwendet. Gärreste enthalten erhebliche Mengen an leicht pflanzenverfügbarem Stickstoff, zudem Phosphor, Kalium, Schwefel und Spurenelemente. Unbelastete Gärreste sind damit als hochwertiger organischer Dünger anzusehen. Die Nährstoffzusammensetzung des Gärrests kann stark schwanken, abhängig von den verwendeten Substraten. In Biogasanlage wird unter anderem Gülle mit Mais oder anderem Getreidearten vergoren.

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