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Döbeln Waldheim: Eltern zahlen ab 1. April deutlich mehr für Krippenplatz
Region Döbeln Waldheim: Eltern zahlen ab 1. April deutlich mehr für Krippenplatz
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Eltern von Krippenkindern müssen in Waldheim künftig tiefer in die Tasche greifen. Quelle: picture alliance / dpa
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Waldheim

WaldheimDie Krippe kostet ab April deutlich mehr in Waldheim. Die Eltern müssen 17,20 Euro pro Monat mehr zahlen, wenn sie ihre Kinder neun Stunden am Tag in einer solchen Einrichtung betreuen lassen und nicht zu dem Personenkreis gehören, der von den Beiträgen befreit ist. Bei Kindergarten und Hort fällt die Erhöhung moderater aus.

„Wir geben derzeit für die Betriebskosten der Kindertagesstätten 1,738 Millionen Euro aus. Im Vergleich zu 2014 sind diese Ausgaben um 438 000 Euro gestiegen. Die Landeszuschüsse erhöhten sich nicht in dem Maße, wie die Kosten gestiegen sind“, sagte Kämmerin Barbara Wesler zur jüngsten Sitzung des Stadtrates, der die neue Beitragssatzung beschlossen hat. Beschließen musste ist zutreffender. Die Beiträge sind seit 15 Jahren stabil und betragen derzeit 18,42 Prozent der gesamten Betriebskosten. Das darf nicht sein. Laut sächsischem Kita-Gesetz müssen sie zwischen 20 und 23 Prozent betragen, weshalb auch das Landratsamt Waldheim zu einer Erhöhung geraten hat. Mit dieser liegen die Elternbeiträge für die Krippe dann ab 1. April bei 20 Prozent.

So steigen die Elternbeiträge ab 1. April

Krippe 9 Stunden: 183 Euro (bisher 165,80 Euro) + 17,20 Euro

Krippe 6 Stunden: 122 Euro (bisher 110,50 Euro) + 11,50 Euro

Krippe 4,5 Stunden: 91,50 Euro (bisher 83 Euro) + 8,50 Euro

Kindergarten 9 Stunden: 94 Euro (bisher 93,50 Euro) +0,50 Euro

Kindergarten 6 Stunden: 62,70 (bisher 62,50) +0,20 Euro

Kindergarten 4,5 Stunden: 47 Euro (keine Veränderung)

Hort 6 Stunden: 57 Euro (bisher 55 Euro) +2 Euro

Hort 5 Stunden: 47,50 Euro (bisher 46,50 Euro) +1 Euro

„Die Elternbeiträge sind ein Thema, an das wir seit Jahren nicht ranwollten. Was verständlich ist, wenn es darum geht, junge Familien in Waldheim zu halten“, sagte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP), „Es fällt schwer hier zuzustimmen, ob wir wollen oder nicht.“ Linken-Stadtrat Dieter Hentschel benannte den Freistaat Sachsen als Schwarzen Peter, der die Stadt zu der unliebsamen Entscheidung treibt. „Wir können dem nicht zustimmen. Frühkindliche Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

Angela Naumann (FDP) sagte, wenn man den Elternbeitrag durch die Zeit teilt, in der die Kinder die Kita besuchen, kommt man auf einen lächerlich geringen Betrag. Sie wollte damit verdeutlichen, dass es richtig viel Geld kosten würde, wenn sich die Kosten der Kinderbetreuung nach rein wirtschaftlichen Kriterien berechnen würden. „Ich gebe allen Fraktionen recht, einschließlich der Linken“, sagte Albrecht Hänel (CDU). Er sah aber auch die Notwendigkeit des Beschlusses ein. „Das soll aber kein Freibrief sein, jetzt an der Gebührenschraube zu drehen.“ Die Entscheidung fiel letztlich mit elf Ja-Stimmen zu vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Die Gebührensatzung war aber nicht der einzige Tagesordnungspunkt zum Thema Kita. Zuvor beschlossen die Stadträte, rund 120 000 Euro bereit zustellen, um gestiegene Personalkosten in den drei Waldheimer Kindertagesstätten zu bezahlen. Das kostet jetzt mehr Geld, weil sich der Betreuungsschlüssel verbessert hat und die Erzieherinnen mehr Geld bekommen.

Von Dirk Wurzel

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