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Döbeln Waldheim: Handtasche geklaut – Haftstrafe kassiert
Region Döbeln Waldheim: Handtasche geklaut – Haftstrafe kassiert
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Weil er einer Seniorin in Waldheim die Handtasche gestohlen hatte, muss ein 20-Jähriger für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Waldheim/Döbeln

Wie im Hotel sei es in der JVA Waldheim. Kein Vergleich zur Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen. „Das ist ziemlich assi dort im Regelvollzug“, sagte am Mittwoch ein 20-Jähriger im Amtsgericht Döbeln. Wegen seines Prozesses hatte ihn der Knastbus nach Waldheim gebracht.

Aktuell absolviert der junge Mann eine Drogentherapie im Jugendgefängnis. Die Abhängigkeit vom Crystal ließ ihn eine Tat begehen, mit der man in der Knasthierarchie auch nicht unbedingt auf einer oberen Stufen steht: Am 1. April 2016 stahl er einer 75-jährigen Frau auf dem Augustinerplatz in Waldheim die Handtasche. Zuvor hatte er beobachtet, wie die Frau bei der Sparkasse am Automaten Geld abgehoben hatte. Fünf bis zehn Euro betrug die Diebesbeute. Durch das Wegziehen der Handtasche erlitt die Frau Prellungen der Schulter und der Lendenwirbelsäule. „Mein Mandant hatte Glück, dass er nicht noch weiter Gewalt angewendet hat“, sagte Rechtsanwalt Curt-Matthias Engel, der den 20-Jährigen verteidigte. Er meinte dies mit Blick auf die rechtliche Würdigung der Tat als Diebstahl in Tateinheit mit Körperverletzung, so wie es die Staatsanwaltschaft angeklagt hatte. Unter anderen Umständen, zum Beispiel wenn der junge Mann noch mal richtig an der Handtasche herumgezerrt hätte – gegen den Widerstand ihrer Eigentümerin, wäre es wohl ein Raub gewesen. Und die Strafe dafür höher ausgefallen.

Auf Beutezug am Pfaffenberg

Aber nicht nur wegen des Handtaschendiebstahls verurteilte das Jugendschöffengericht den 21-Jährigen zu einer Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten Haft. Auch einer Einbruchstour durch die Kleingartenanlage Am Pfaffenberg sprach das Gericht den Angeklagten schuldig. 19 Lauben und Schuppen hatte der junge Mann aufgebrochen, um sie nach stehlenswerten Dingen zu durchsuchen. Nicht überall klaute er. Nur aus fünf der 19 Gärten stahl er Werkzeuge, wie etwa Akkuschrauber, einen Bohrhammer und eine Axt. Merkwürdig ist diese Diebestour aber allemal. So kann sich der junge Mann nicht daran erinnern, wo die Beute abgeblieben ist. Auch sein Fahrrad vermisst er seitdem. „Ich war auf Crystal und hatte eine Woche nicht geschlafen. Zudem hatte ich psychedelische Pilze genommen“, sagte er. Die Polizei fand seinen Rucksack und kam so auf den Kriebethaler als Täter. Denn in dem Rucksack war die Karte seiner Krankenkasse. Dem Urteil des Jugendschöffengerichts lag eine Verfahrensabsprache zugrunde, auf die sich das Gericht mit dem Staatsanwalt und dem Verteidiger geeinigt hatte: Für ein Geständnis sicherte das Gericht dem Angeklagten eine Strafe von zwei Jahren drei Monaten bis zu zwei Jahren sechs Monaten zu. Und so räumte der junge Mann alles ein, was ihm die Anklagebehörde zur Last legte.

Urteil mit Chance

Das Gericht kam ihm noch entgegen, indem es feststellte, dass die der Angeklagte die Taten begangen hat, weil er drogenabhängig ist. Damit hat er die Möglichkeit, eine Drogentherapie zu absolvieren. Solange die andauert, muss er nicht in den Knast. Sollte er die Behandlung erfolgreich abschließen, kann eine Strafvollstreckungskammer später die Vollstreckung der Haftstrafe zur Bewährung aussetzen. Aktuell sitzt der 20-Jährige in Regis. Dorthin hatte ein Gerichtsurteil vom 20. Juli 2016 gebracht. Jugendrichterin Marion Zöllner, die nun erneut als Vorsitzende des Jugendschöffengerichtes mit dem Angeklagten zu tun hatte, verurteilte ihn damals wegen des Diebstahls eines Glases Wiener Würstchens, Drogenbesitzes und eines weiteren Diebstahls einer Spielekonsole zu 15 Monaten Haft. Diese Strafe floss in die aktuelle Entscheidung mit ein. „Schädliche Neigungen waren festzustellen. Allerdings greifen wir die Anregung der Verteidigung auf und stellen fest, dass Sie die Taten wegen ihrer Drogensucht begangen haben“, sagte Richterin Zöllner, als sie das Urteil des Schöffengerichtes begründete, mit dem der 20-Jährige bessere Chancen auf eine Therapie hat. „Ich kann nur hoffen, dass es Ihnen diesmal ernst ist und sie nicht gleich wieder die Flinte ins Korn werfen“, sagte die Vorsitzende mit Blick auf den Rückfall nach einer früheren Drogentherapie, der den jungen Mann zum Dieb werden ließ.

Von Dirk Wurzel

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