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Waldheim: Autofahrer verprügelt Baufirmenchef auf Straßenbaustelle

Prozess am Amtsgericht Waldheim: Autofahrer verprügelt Baufirmenchef auf Straßenbaustelle

Frisch asphaltiert und schon fährt einer drüber – ein 29-jähriger Autofahrer machte im November 2015 die Straßenbauer auf der Breitscheidstraße in Waldheim wütend. Nicht nur, dass er die neue Straßendecke zerstörte, er ging auch noch auf den Chef einer Baufirma los und trat auf den Mann ein, als dieser schon am Boden lag.

Handfester Streit beim Straßenbau beschäftigte am Montag Strafrichter Janko Ehrlich im Amtsgericht Döbeln.

Quelle: Dirk Wurzel

Waldheim/Döbeln. Nicht ganz friedlich liefen die Bauarbeiten auf der Breitscheidstraße in Waldheim ab. Im November vergangenen Jahres überschattete eine Schlägerei den Straßenbau. Ein 29-Jähriger war auf den frischen Asphalt gefahren. Der Chef einer Baufirma wies ihn daraufhin und bat ihn, vorsichtig zurückzusetzen, um die heiße Straßendecke nicht zu beschädigen. In der Folge ging der Autofahrer auf den Mann los, schlug ihm ins Gesicht und trat ihn, als er auf dem Boden lag. Elf Tage war der Geschädigte krankgeschrieben, hatte eine geprellte Brustwirbelsäule, eine geprellte Halswirbelsäule, sein Kiefer tat weh. Der 29-Jährige setzte auch nicht vorsichtig zurück, sondern wendete mit durchdrehenden Rädern. Er sagte zu dem Chef der Baufirma auch nicht gerade die feinsten Worte.

Aufgeheizte Situation

Das alles ergab sich am Montag in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln, wo Strafrichter Janko Ehrlich den Mann der Körperverletzung, tateinheitlich mit Sachbeschädigung und Beleidigung schuldig sprach und zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen á 40 Euro verurteilte. Das Urteil ist rechtskräftig.

„Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen, das war unter aller Sau von meiner Seite, eine total idiotische Sache, durch die ich alles verloren habe, was ich hatte“, sagte der Leipziger in seinem letzten Wort als Angeklagter. Er verlor durch die Aktion seinen Job, denn die Polizei rückte in seiner Firma an.

Die Verhandlung lieferte auch Anhaltspunkte dafür, dass die Bitte zum Wegfahren vielleicht doch nicht so ganz freundlich rüberkam. Außerdem fotografierten sich der Angeklagte und Geschädigter gegenseitig. „Das war eine aufgeheizte Situation“, sagte Richter Janko Ehrlich. „Dass das nicht ganz freundlich war, kann ich mir schon vorstellen, wenn man den Jargon auf der Baustelle hört. Der Asphalt war frisch und dann fährt so ein junger Schnösel drüber. Logisch, dass das wütend macht.“ Das rechtfertige aber natürlich nichts von dem, was der Angeklagte eingeräumt hatte.

Komplett ausgerastet

Wenngleich Rechtsanwalt Enrico Brand als Vertreter der Nebenklage mit dem Geständnis zunächst Probleme hatte. „Er hat versucht, sein Handeln zu rechtfertigen, ich möchte jetzt nicht sagen, die Mitleidstour zu fahren“, sagte Enrico Brand. Der 29-Jährige hatte davon berichtet, wie er keine Absperrung an er Baustelle gesehen habe. Dann habe ihn der spätere Geschädigte fotografiert. Schließlich habe ein Wort das andere gegeben. Rechtsanwalt Michael Krebs, der Verteidiger des jungen Mannes, sollte schließlich erklären: „Er hatte privaten und beruflichen Stress, ist komplett ausgerastet. Das Grundgeschehen räumt er ein und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Mit dem Strafmaß ist der 29-Jährige recht gut weggekommen. Auf ihn dürften noch zivilrechtliche Forderungen zukommen: Schmerzensgeld für den Geschädigten und einen Teil der Kosten für den beschädigten Asphalt sollte er auch bezahlen müssen. Immerhin kostete es rund 1200 Euro, die zerfahrene Straßendecke zu richten.

Von Dirk Wurzel

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