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Döbeln Waldheim: Mit Mama ins Museum
Region Döbeln Waldheim: Mit Mama ins Museum
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22:10 12.05.2013

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Mama ist eben doch die Beste. Selbst an ihrem Ehrentag schläft sie nicht aus. Sie lässt sich vielmehr von ihren Söhnen überreden, mit ihnen auf eine archäologische Entdeckungsreise unter die Erde zu gehen. Anke Fichtner aus Steina war eine dieser Mütter. "Wenn es etwas zu entdecken gibt, dann sind meine Jungs immer gern mit dabei. Ich tue ihnen diesen Gefallen", sagte Anke Fichtner, während Nils (7) und Tim (9) ihre blauen Helme ausprobierten, die sie gerade vom Waldheimer Kulturamtsleiter und Museumschef Falk Hartig bekommen hatten. Den Kopfschutz brauchten die Kinder. Sollte es doch gleich in die unterirdischen Stollen des Schaubergwerkes Kellerberg gehen. Auch Paul Herrmann (6) sowie Leon (10) und Nico (8) Hilbert, alle aus Waldheim, waren mit ihren Müttern gekommen, um in die acht Grad kühlen Gänge hinabzusteigen und Abenteuer zu erleben.

"Wir veranstalten hier keine Schatzsuche. Diese archäologische Führung gehört zur klassischen Museumspädagogik", erklärte Falk Hartig, der im gelben Friesennerz und mit Lampe am Helm voranging. Schließlich sind die Kellerberg-Touren ein festes Angebot des Museums und für Fünftklässler sogar als anschauliche Ergänzung in Altertumskunde gedacht. Was nicht heißt, dass das Ganze unspannend ist. Denn natürlich fanden die Kinder bei ihren Grabungen auch etwas, zum Beispiel historische Tonscherben oder handgeschmiedete Nägel. Hartig: "Ich erkläre dann, was es damit auf sich hat."

Während Nils, Tim und die anderen Untertage forschten, schlossen sich oben Geschichtsinteressierte einer Führung von Hans-Peter Zacharias an. Der Leiter der Interessengruppe Museum im Waldheimer Heimatverein zeigte auf dem Friedhof Grabstellen von Persönlichkeiten oder seltene Pflanzen, wie den Kalifornischen und den Chinesischen Mammutbaum. Am Grab der Künstlerin Irmgard Biernath, die unter anderem das Pumpenbübchen geschaffen hat, berichtete Zacharias, dass die damalige Mainzerin sich bei einem Waldheim-Aufenthalt im Sommer 1998 die Grabstelle selbst ausgesucht hatte. Zwei Wochen später war die 95-Jährige gestorben.

Im Museum selbst gab es am Nachmittag noch viel zu erleben, so beim Schlüpfen in Kostüme anno 1900 oder beim Kneten von Tierfiguren, ganz wie einst der Künstlersohn der Zschopaustadt, Georg Kolbe. Alle Mütter, die sich das Motto des Tages zu Herzen genommen hatten und ihre Kinder begleiteten, erhielten im Museum eine kleine Überraschung von Florena. Zudem gab eine Kosmetikerin Tipps zur Schönheitspflege.

Ob es sich bei den "Zwei Frauen am Meer" um Mütter handelt, ist unbekannt. Nichtsdestotrotz konnte die jüngste Neuanschaffung der Döbelner Sparkasse zum gestrigen Museumstag im Döbelner Heckelhaus bewundert werden. Das bedeutende Aquarell des Malers Erich Heckel ist Bestandteil der Dauerausstellung, die ebenso geöffnet war, wie die Plakate-Schau in der Sparkasse und die Sonderausstellung im Stadtmuseum Döbeln. Der große Besucheransturm blieb aus. Doch es galt ja auch nicht das lockende Waldheimer Motto: Mit Mama ins Museum.

Olaf Büchel

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