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Döbeln Waldheim: Uhren müssen für die Kinder ticken
Region Döbeln Waldheim: Uhren müssen für die Kinder ticken
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23:30 11.11.2012

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Bei manchem Bürgermeister tickten in den vergangen Wochen bunte gebastelte Papier-Uhren in den Amtsstuben, so auch in Waldheim bei Bürgermeister Steffen Blech (CDU). Die Zschopauknirpse von der Kriebsteiner Straße haben sie für ihn angefertigt und darauf vermerkt, wofür sie sich mehr Zeit wünschen würden, zum Beispiel zum Entdecken der Welt. Als Großvater zweier Enkelinnen sagt er: "Die Aktion wirbt aus meiner Sicht nicht allein um das Verständnis für Kinder, sondern auch für die Erzieherinnen und Erzieher. Diese müssen sehr viele Dinge auf einmal unter einen Hut bekommen."

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen sorgte am 25. Oktober mit einer Aktion in Dresden für Aufsehen: 500 der bunten Zifferblätter wurden rund um Kultus- und Finanzministerium in Dresden aufgehängt. Über den Sommer haben die Kinder sie gebastelt. Auf jeder steht, wofür aktuell die Zeit fehlt: für individuelle Förderung, für Elterngespräche, für Bildungsangebote, fürs Trösten und für noch viel mehr. Jede Uhr steht für eine Kindereinrichtung in Sachsen.

Der Freistaat verlangt viel von den Erzieherinnen in den Kindereinrichtungen. Der Bildungsplan muss umgesetzt werden. Die Stunden in der Einrichtung müssten vor- und nachbereitet werden. "Dazu gehören die Entwicklungsmappen für die Kinder", erklärte Kerstin Thanheiser, Leiterin des Harthaer Kinderhauses, der größten Kindertagesstätte der Stadt. Darin dokumentieren die Erzieherinnen die Entwicklungsschritte ihrer Sprösslinge. Dort wird notiert, wo die Kleinen hinterherhinken. "Das muss und das wird mit den Eltern ausgewertet", sagt die Leiterin der Einrichtung. Auch müssen Vorbereitungen getroffen werden für die Elternabende. "Das machen die Erzieherinnen bei uns quasi ehrenamtlich", so Thanheiser. Also nach ihrer bezahlten Arbeitszeit. Denn von der Zeit für die Kinder soll nichts abgeknapst werden.

Die Erzieherinnen würden es begrüßen, wenn der so genannte Personalschlüssel angepasst wird. Das heißt, dass mehr Erzieherinnen sich um die gleiche Anzahl der Kinder kümmern. Derzeit komme eine Krippenerzieherin auf sechs in Vollzeit angemeldete Krippenkinder und eine Erzieherin müsse sich um 13 Vollzeit angemeldete Kindergartenkinder kümmern. "Fast 80 Prozent unserer Krippenkinder sind bei uns Vollzeit, also neun Stunden angemeldet", erklärt Thanheiser. Die seit 2009 laufende Kampagne der Wohlfahrtsverbände "Weil Kinder Zeit brauchen" soll ein öffentliches Bewusstsein schaffen für bessere Kita-Rahmenbedingungen, bespielsweise für anerkannte Vor- und Nachbereitungszeit, bessere Personalschlüssel von der Krippe bis zum Hort und eine abgesicherte Fachberatung.

S. Robak/H. Stets

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