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Waldheim engagiert Breitband-Experten – Machbarkeitsstudie soll noch 2016 stehen

Schnelles Internet Waldheim engagiert Breitband-Experten – Machbarkeitsstudie soll noch 2016 stehen

Das langsame Internet hat jüngst für Diskussionen gesorgt. Im technischen Ausschuss störte es einige Stadträte, dass Döbeln den Breitbandausbau für lau bekommt – Waldheim dagegen ins Stadtsäckel greifen muss. Um das Internet zu beschleunigen, hat der Ausschuss zunächst ein Planungsbüro beauftragt.

Mit sprichwörtlicher Schneckengeschwindigkeit sollen die Daten in Waldheim künftig nicht mehr durchs Internet kriechen. Weil es bald neue Förderprogramme für den Breitbandausbau gibt, hat der technische Ausschuss jetzt beschlossen, das Chemnitzer Planungsbüro TKI mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen.

Quelle: dpa

Waldheim. Mit „babbschen“ oder mit harten „D“? Die Feinheiten der sächsischen Sprache beschäftigen jüngst die Mitglieder des technisches Ausschusses. Es ging ums schnelle Internet und die Feinheiten, mit denen sich die Stadtverwaltung beschäftigen muss. Zum Beispiel FTTH – Fibre To The Home, auf deutsch Glasfaser bis nach Hause – das für die Technologie steht, die das schnelle Internet direkt in die Haushalte bringt. Bauamtsleiter Michael Wittig konnte die Irritation auflösen, ob es FTTH oder FDTH heißt, indem er in einer langen Liste mit Abkürzungen nachschaute. „Wir sind keine Elektroniker, Funker oder Kabelfritzen“, bat er, die Unkenntnis der genauen Schreibweise von FTTH zu entschuldigen.

Um die technische Umsetzung ging es aber in der Sitzung noch gar nicht. Der Ausschuss hat zunächst einstimmig das Chemnitzer Planungsbüro Tele.Kabel.Ingenieurgesellschaft mbH (TKI) beauftragt, die Situation in Waldheim zu untersuchen. Wo liegt bereits Glasfaser, wo kann man mit dem sogenannten Vectoring arbeiten, also Kupferleitungen auf Glasfaser klemmen? Ist Richtfunk in Verbindung mit Glasfaser eine gute Methode, das Breitband-Internet zu den Haushalten und Firmen zu bringen? Diese und andere Fragen hat TKI in der Machbarkeitsstudie zu beantworten. Die Stadt gibt dafür knapp 23 000 Euro aus – Fördergeld des Bundes, das sie sich rechtzeitig gesichert hat. In einem weiteren Schritt könnte TKI dann die Umsetzung planen und die Ausschreibung begleiten.

Obwohl es „nur“ um die Vergabe des Auftrages für die Machbarkeitsstudie ging, gab es vor dem Beschluss eine heftige Diskussion. Als nämlich in der DAZ stand, dass die Telekom in Döbeln das Internet von sich aus beschleunigt, löste das nicht gerade Begeisterung aus. „Ich kann überhaupt nicht begreifen, was wir alles machen, um das finanziell hinzubekommen. Und dann lese ich der Zeitung, dass Döbeln das schnelle Internet kostenlos bekommt. Sind wir denn in Waldheim weniger wert, als die Döbelner“, sagte FDP-Stadtrat Gerd Pfeifer. Sein Fraktionskollege André Langer zeigte Unverständnis darüber, dass der Staat mit Steuergeld den Markt für Internetanbieter ermöglicht. „Das ist sicher ambivalent“, sagte CDU-Stadträtin Kathrin Schneider. Sie wies auch daraufhin, dass die Telekom nach marktwirtschaftlichen Kriterien vorgehe, wenn sie in Döbel das Internet von sich aus beschleunige, weil es wirtschaftlich ist. „Es ist ein Standortfaktor, wir müssen das in Waldheim vorantreiben“, so Kathrin Schneider. Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) berichtete von Stimmen im Landkreis, die den geförderten Breitbandausbau gerne wieder in die Hände des Kreises legen würde. Das würde in Waldheim aber die Flexibilität einschränken. Der technische Ausschuss sah es genauso.

Von Dirk Wurzel

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