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Döbeln Waldheim im Probefieber: Amateur-Schauspieler studieren Stück zum JVA-Jubiläum ein
Region Döbeln Waldheim im Probefieber: Amateur-Schauspieler studieren Stück zum JVA-Jubiläum ein
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12:33 13.04.2016
Im Waldheimer Rathaus geht am 2. und 3. Juni ein Stück des Mittelsächsischen Kultursommers über die Bühne. Quelle: Archiv
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Waldheim

Das Theaterfieber geht um in Waldheim. Zwölf Amateur-Schauspieler und die Tanzgruppen – zusammengenommen etwa 30 Leute – studieren derzeit ein Stück ein. Diese präsentiert der Mittelsächsische Kultursommer (Miskus) anlässlich des 300-Jährigen Geburtstages der JVA Waldheim.

Logisch, dass das Theaterstück deshalb mit der Geschichte der JVA Waldheim zu tun hat. Es geht um Karl May, der von 1870 bis 1874 wegen Betrugs im damaligen Zuchthaus Waldheim saß und um die Lunzenauer Weberstochter Sophia Sabine Apitzsch, die erste weibliche Gefangene hinter Waldheimer Gitter. Sie ging zu Zeiten August des Starken als „Prinz Lieschen“ in die sächsische Geschichte ein. Vor ihrer Hochzeit floh sie 1713 als Mann verkleidet und reiste so quer durch Deutschland.

1716 fuhr sie ins Zuchthaus Waldheim ein. „August der Starke hat sich besonders für diesen Fall interessiert, fand es unmöglich, dass ein Weib in Männerkleidung umherzieht“, sagt Autor und Regisseur Norbert Hein. Der hierzulande sehr bekannte Luther-Darsteller schlüpft in dem Waldheim-Stück des Miskus in die Rolle des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs. „Ich beschäftige mich schon seit längerem mit diesem Stoff“, sagt er. Zur Probebesprechung am Montag in der Partyscheune des Bistros „Pfanntastisch“ griff er mindestens einmal mit seinem historischen Fachwissen ein. „Es gab zu dieser Zeit kein weibliches Justizpersonal“, sagte er zu Miskus-Projektleiter Jörn Hänsel, als dieser eine solche Rolle besetzen wollte. Resultat: Rolle gestrichen.

So richtige Laienschauspieler sind die Mimen des Stückes nicht unbedingt. Jörn Hänsel, auf einige darstellerische Erfahrungen zurückblickens, gibt den Karl May. Ebenfalls mit von der Partei ist der Hainichener SPD-Stadtrat Thomas Kühn, der zu Anlässen Christlieb Ehrengott Gellert darstellt, den Bruder des Haninichener Fabeldichters Christian Fürchtegott Gellert. Christlieb Gellert war übrigens Metallurge und Mineralologe sowie Mitbegründer der Bergakademie Freiberg. Christin Kießling wiederum ist eine Pflanze aus der Region Döbeln.

Die 23-jährige Leisnigerin sammelte bereits schauspielerische Erfahrungen beim Carneval Club Leisnig und wird im Miskus-Stück „Prinz Lieschen“ verkörpern. An der Aufführung werden auch Mitarbeiter der JVA und die Waldheimer Vereine beteilgt sein. Premiere ist am 2. Juli um 19 Uhr im Waldheimer Ratssaal, am 3. Juli beginnt eine weitere Aufführung um 16 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung Dierbooks am Waldheimer Obermarkt.

Von Dirk Wurzel

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