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Döbeln Waldheim lässt Feueralarm aufs Handy schicken
Region Döbeln Waldheim lässt Feueralarm aufs Handy schicken
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00:49 28.04.2018
Mit dem System der Alarm Dispatcher Systems GmbH landen alle Infos auch auf einem Monitor im Gerätehaus wie bereits hier bei den Kameraden in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Waldheim

Was die digitale Alarmierung der Feuerwehr über sogenannte Pager nicht zuverlässig schafft, soll in Waldheim nun eine App für das Smartphone richten. Die Stadträte stimmten am Donnerstagabend der Anschaffungs des Systems für rund 3.200 Euro zu.

Neues System alarmiert per Smartphone-App

„Seit letztem Jahr besteht im Landkreis das neue Alarmierungsnetz – leider immer noch mit Problemen in der Ausleuchtung. Wir wurden immer wieder vertröstet und bis heute ist keine Lösung erkennbar“, ärgert sich Wehrleiter Daniel Seifert. Doch nicht nur das Netz, sondern auch die Pager selbst machen immer wieder Probleme. „Die Alarmierung ist eine Pflichtaufgabe der Kommune, die damit jedoch nicht richtig geleistet werden kann“, so der Wehrleiter. Bei der Suche nach Alternativen trat schließlich die Alarm Dispatcher Systems GmbH auf den Plan. Deren System umgeht die fehlerbehafteten Geräte, setzt auf die weite Verbreitung von Smartphones sowie mobilem Internetempfang und ist bereits in mehreren Städten im Einsatz. Als Schnittstelle zur Rettungsleitstelle dient ein Funkmeldeempfänger mit leistungsfähiger Antenne, über den das System die Alarmierung aufnimmt und an die Smartphones der Kameraden weiterverteilt. Die werden auf diesem Weg nicht nur mit ersten Details zum Einsatz versorgt, sondern können mit einem einzigen Klick ihre Teilnahme am Einsatz anzeigen. Diese Rückmeldung landet wiederum beim Einsatzleiter. Der kann dadurch überblicken, wer sich auf den Weg macht und so schnell entscheiden, ob eine Nachalarmierung bei der Leitstelle notwendig ist.

Erster Rettungsweg nach wie vor verbindlich

Vom System profitieren jedoch nur Kameraden mit Smartphone. Und obwohl die sich mittlerweile in fast jeder Hosentasche finden lassen, gibt es auch Ausnahmen. Und niemandem kann man vorschreiben, sich ein solches Gerät zuzulegen. Deshalb und aus rechtlichen Gründen ist die App auch nur als zusätzliche Stütze zu sehen. „Es ist kein kompletter Umstieg, denn der Gesetzgeber verlangt nach wie vor die Sirene und den Pager als ersten Alarmierungsweg vorzuhalten. Wir wollen an dieser Stelle jedoch eine Rückfallebene schaffen“, betont Seifert.

Probleme auch mit App-Alarmierung

Und letztendlich ist auch die App nicht wasserdicht. Denn ohne mobiles Internet oder Wlan-Empfang kommt beim Kameraden nichts an. Fehler passieren. Wie oft das der Fall sei, wollte Linken-Stadtrat Peter Buschemann von den App-Entwicklern wissen. „ Bisher sind mehr als 500 Einsätze über das System gelaufen. Dabei lag die Fehlerquote bei unter fünf Prozent“, antwortete Henry Agsten von Alarm Dispatcher Systems, der das Programm den Kommunalparlamentariern vorstellte und anschließend Rede und Antwort stand.

Und was passiert, wenn beim Arbeitgeber striktes Handyverbot herrscht? Das fragte sich CDU-Stadträtin Bettina Böhme. „An dieser Stelle können wir nur versuchen, den Arbeitgeber dafür zu sensibilisieren“, meinte der Wehrleiter. Umstände wie dieser seine ein weiterer Grund, warum es sich bei der App-Alarmierung nur um eine Rückfallebene handelt.

Von André Pitz

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