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Döbeln Waldheimer Brandopfer-Familie blickt nach vorne
Region Döbeln Waldheimer Brandopfer-Familie blickt nach vorne
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09:54 25.08.2016
Matthias Zschaage, Alexander und Anna Marleen bleibt nicht mehr viel, nachdem die Flammen ihr Heim zerstörten. Quelle: Sven Bartsch
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Waldheim

Flammen, Rauch und Einsatzfahrzeuge sind aus der Waldheimer Goethestraße verschwunden. Zurück bleibt der Geruch von Verbranntem in der Luft. Pechschwarze Dachziegel säumen den Garten des Einfamilienhauses, überall sind noch Reste von hartnäckigem Löschschaum zu sehen. Im Garten stapelt sich, was die vierköpfige Familie Zschaage nach dem Brand aus ihrem verwüsteten Heim retten konnte. Die Flammen wüteten im Dachstuhl und dem ersten Obergeschoss, wo sich das Familienleben hauptsächlich abspielte.

Dort herrscht jetzt Einsturzgefahr, wie die Familie berichtet. Im Erdgeschoss sind durch die Löscharbeiten massive Wasserschäden entstanden. Auch dort ist äußerste Vorsicht geboten. Einsatzleiter Daniel Seifert relativiert Bedenken über zu geringen Druck aus dem Hydrantennetz und hält fest: „Die Wasserversorgung in diesem Bereich steht und ist für die Anwohner absolut ausreichend. Wir als Feuerwehr stellen jedoch andere Ansprüche, weil wir bei Bränden wie diesen mit wesentlich größeren Wassermengen arbeiten müssen. Und es kommt immer darauf an, wie viele Stahlrohe im Einsatz sind.

Das Haus von Familie Zschaage ist nach dem Dachstuhlbrand unbewohnbar. Quelle: Sven Bartsch

Durch Tanklöschfahrzeuge, die zwischen dem Löschteich im Gewerbegebiet und der Goethestraße pendelten, deckten die Kameraden den zusätzlichen Bedarf ab. Ein 29-jähriger Kamerad der Feuerwehr kam mit der Hitze nicht zurecht und musste im Krankenhaus versorgt werden. Mittlerweile sei er jedoch wieder entlassen und es ginge ihm gut, berichtet Daniel Seifert. Die Polizei schreibt unterdessen von einer vorläufig geschätzten Schadenssumme in Höhe von rund 200 000 Euro. Was den Brand ausgelöst haben könnte, war am Mittwoch noch nicht bekannt. Auch die Zschaages, die zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht zu Hause waren, können nur spekulieren. Um Licht ins Dunkle zu bringen, nahmen die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei am Mittwoch ihre Arbeit auf.

Sachspenden erbeten

Die traurige Gewissheit kam am Dienstagabend nach Ende der Löscharbeiten: Die Feuersbrunst machte das Haus unbewohnbar. Die Stadtverwaltung reagierte noch am selben Abend und organisierte kurzfristig in Zusammenarbeit mit der Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft eine Ersatzwohnung, in der die Zschaages vorerst untergekommen sind. Zudem startete die Stadt am Mittwoch einen Spendenaufruf, um die Familie finanziell und mit Sachspenden zu unterstützen.

Den Zschaages selbst sitzt der Schock noch in den Knochen. „Meine Mutter hat kein Auge zugemacht“, berichtet der 16-jährige Alexander, während die versucht Klarheit zu erlangen: „Man hat es einfach noch gar nicht realisiert, was überhaupt Sache ist. Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Nach hinten geht ja nicht mehr.“ Noch fehlt der Familie der Überblick, was genau den Flammen zum Opfer fiel und was den Brand überlebte. Ein paar Klamotten hingen glücklicherweise zum Trocknen in sicherem Abstand im Garten. Die kleine Anna Marleen wird nächsten Monat acht Jahre alt.

Lego, Playmobil und Puppenhaus sind verbrannt

Auf die Party freut sie sich schon seit langem. Vieles der extra dafür angeschafften Dekoration hat überlebt. „Aber ich habe auch viele Sachen verloren“, meint die 7-Jährige betrübt. Lego, Playmobil, ein ganzes Puppenhaus inklusive Einrichtung sind verbrannt. Dass darunter auch die Weihnachtsdeko der Familie sowie ihr Lieblings-Kuschelaffe war, stimmt sie besonders traurig. Ihre Tante sorgte jedoch umgehend für Ersatzplüsch.

Die Eltern ihrer Schulkameraden stellten zudem spontan eine Spendenaktion auf die Beine. Verwandtschaft, Nachbarn und Freunde stehen der vierköpfigen Familie in der schwierigen Situation bei – manche etwa mit frischer Bettwäsche, andere beim Waschen der übrig gebliebenen Klamotten. „Wir können es nicht ändern und müssen jetzt nach vorne schauen. Nach hinten geht ja nun nicht mehr“, meint die Familie.

Von André Pitz

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