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Döbeln Hartha: Historische Gleise in Bildern
Region Döbeln Hartha: Historische Gleise in Bildern
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09:51 05.01.2019
Weißer Dampf in Hartha: Seit über 20 Jahren fährt die Lok nicht mehr entlang der Industriestadt. Quelle: Uwe Gebhardt
Hartha

Erinnerungen an eine Bahnstrecke in die Gegenwart tragen – das setzt sich die Ausstellung „Von der Dampflok zur Pedale – die alte Bahntrasse Waldheim-Rochlitz hat Zukunft“ der Waldheimer Fotofreunde zum Ziel. Seit Mitte Oktober hängen die Bilder im Rathaus der Stadt im Zschopautal. Jetzt wird gewandert: Weit reisen müssen die Exponate nicht, denn der nächste Stopp ist die Nachbarstadt Hartha. Ab dem 11. Januar können willige Zeitreisende die Impressionen anschauen, voraussichtlich bis Mitte März hängen sie in der Stadtbibliothek. Eröffnet wird um 19 Uhr.

„Als Kind habe ich oft in Waldheim am Bahnhof gestanden und zugesehen wie die Lok mit Kohle befeuert wird. Ich war fasziniert“, erinnert sich Fotofreund Heinz Thieme. Lang ist es her. Die Trasse gehörte über ein Jahrhundert ins Bild der Region, beförderte unzählige Passagiere. Bis zum Jahr 1997, in dem der letzte Zug von Rochlitz nach Waldheim rollte und Hartha passierte. Von Anfang an nur als Nebenstrecke gedacht, tuckerten die Bahnen entsprechend langsam von A nach B. Seit 2012 sind die letzten Gleisabschnitte gänzlich verschwunden und der Weg ist frei für das aktuelle Radwanderweg-Projekt, das die Orte in Zukunft verbinden soll.

Harthaer Eisenbahner nahm Strecke vor dir Linse

Dem historischen Schienenbetrieb und der neuen Nutzung der Trasse widmen die Fotofreunde ihre knapp 20 Fotografien. Die meisten der Bilder stammen vom Hobby-Fotografen und Eisenbahnexperte Uwe Gebhardt. Ob in frühlingshaftem Grün, herbstlichen Farben oder Schnee getaucht: Der Harthaer knipste in den 1990er Jahren Strecken- und Landschaftsbilder in rauen Mengen. Die Auswahl fiel deshalb schwer. „Wir haben versucht, jeden Ort, den die Lok gekreuzt hat, abzubilden“, erklärt Thieme den Prozess. Der Döbelner Andreas Riethig steuerte ebenfalls Impressionen aus seinem Fundus bei. Er wird auch zur Eröffnung dabei sein, stilecht in Bahnuniform und einige Worte vorausschickend. Der Milkauer Heimatverein stiftete drei Informationstafeln aus ihrer umfangreichen Chronik. „Die sind exzellent recherchiert und informieren über den Bau der Strecke und das 100-jährige Jubiläum.“

Aus alt mach neu: Radweg als neue Verbindung

Monate werkelten die Fotofreunde an der Bilderschau. Geplant war, die Leute auf den künftigen Radweg von Zschopau Richtung Zwickauer Mulde einzustimmen. Der Streckenabschnitt, der durch Waldheim bis an den Ortsausgang nach Hartha verläuft, ist seit einigen Monaten schon spazier- und radelbereit. „Er wird toll angenommen. Mir ist aufgefallen, dass vor allem Wanderer den Weg nutzen“, freut sich Thieme. So schade er es findet, dass die Gleise verschwunden sind, der Radweg birgt für ihn enormes touristisches Potenzial. „So gibt es wieder ein verbindendes Element zwischen den Anliegergemeinden.“ Der Teil bis zur Ortsumgehung in Hartha soll voraussichtlich im Mai fertig sein.

Von Lisa Schliep

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