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Waldheimer Jungwehr soll bald am 46 Jahre alten W 50 üben

Ein Veteran für die Jugend Waldheimer Jungwehr soll bald am 46 Jahre alten W 50 üben

1969 bekam die Waldheimer Feuerwehr einen der ersten W-50-Lkw als Löschfahrzeug. Seit 1999 ist das Auto außer Dienst. Die Kameraden haben es jetzt aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und richten es für die Jugendfeuerwehr her.

Tuckert noch: Der Dieselmotor des W 50 läuft noch immer ohne Probleme.
 

Quelle: Dirk Wurzel

waldheim.  Auf einem richtigen Feuerwehrauto üben – das sollen die jungen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Waldheim. Bisher trainiert die Waldheimer Jugendwehr mit einem Anhänger, auf dem ein paar Schläuche sind. Geht es aber nach dem Feuerwehrverein haben sie bald ein richtiges rotes Auto, einen echten Oldtimer obendrein.

„Wir bekamen den W 50 im Jahr 1969. Es ist ein sogenanntes Null-Serienfahrzeug“, erinnert sich Werner Busch, Waldheims Altwehrleiter. Bereits 1965 löste der W 50 den S 4000 ab. Ab 1969 gab es den Laster auch als Löschfahrzeug und eines der ersten dieser Art bekam die Feuerwehr Waldheim. „Kaum hatten wir ihn, mussten wir ihn auch schon wieder abgeben: Weil es mit das erste Fahrzeug in der DDR war, wurde der W 50 auf der Messe gebraucht“, sagt Werner Busch. Nach dem Messeauftritt kam der W 50 aber wieder nach Waldheim. Und absolvierte hier bis 1999 etwa 500 Einsätze, ist hier 20 434 Kilometer gelaufen. Er diente den Kameraden nicht nur als Transportmittel zu den Einsatzorten, sondern bot sogar Deckung bei einem sehr spektakulären und gefährlichen Einsatz. „Vor etwa 25 Jahren brannten die Kohlebunker der Papierfabrik in Kriebethal“, sagt Werner Busch. Einige Kameraden erinnern sich, wie sie sich bei Kohlenstaub-Explosionen hinter dem W 50 vor umherfliegenden Kohlestücken in Sicherheit brachten. Der Laster bekam damals auch ein paar Blessuren ab.

Seit 1999 ist das mittlerweile historische Fahrzeug außer Dienst, die Kameraden haben ein seitdem ein modernes Löschfahrzeug. „Der W 50 stand bis vor kurzem im Sudelhof“, sagt Feuerwehrvereinschef Hans-Ulrich Schindler. „Sudelhof“ nennen die Waldheime übrigens das Gelände um den Bauhof, wo auch Garagen stehen. Angesprungen ist der 46 Jahre alte rollende Feuerwehrveteran übrigens problemlos. Die Batterie wieder eingebaut und angeklemmt, den Hauptschalter eingeschaltet, am Zündschlüssel gedreht und schon nagelte der Reihenvierzylinder wie in seinen besten Tagen. Reichlich 20 000  Kilometer Laufleistung sind ja auch nicht viel für so einen Motor.

W 50 in Öl hängt im Gerätehaus

Vieles an dem Auto ist noch im Original-Zustand. „Nun wollen wir es gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr aufbereiten“, sagt Hans-Ulrich Schindler und spricht die Stichworte Rostschutz und Farbe an. Eine Ruine ist der W 50 aber nicht, sondern recht gut erhalten. Man sieht im nicht an, dass er schon 46 Jahre auf den Rädern hat. Weitgehend im Original soll er auch bleiben. Ob die Schaumerzeugungsanlage wieder drankommt, ist aber fraglich. Diese montierten die Kameraden ab, als das Fahrzeug noch im regulären Einsatz war. „Die Anlage war zu kompliziert konstruiert und deswegen auch kompliziert und aufwendig in der Wartung und Pflege“, nennt Altwehrleiter Werner Busch den Grund, weshalb die Schaumtechnik dem W 50 heute fehlt. Die beiden Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 200 Litern sind dem Auto aber geblieben.

Zehn Kameraden einschließlich Fahrer passen auf den roten Veteran. In der Waldheimer Jugendfeuerwehr dienen zwischen 15 und 20 Kinder- und Jugendliche und bereiten sich auf den aktiven Dienst vor. Beim üben auf dem W 50 werden sie sich also abwechseln müssen, wenn das Projekt abgeschlossen ist.

Den Waldheimer W 50 gibt es übrigens auch in Öl. Der Harthaer Maler, Grafiker und Karikaturist Gerhard „Vinni“ Dörner malte das Motiv frei nach einem Wandbild, das vor Jahren dem Hochwasser zum Opfer fiel. Das Bild hängt nun im Gerätehaus an der Gebersbacher Straße.

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Fast ein halbes Jahrhundert hat der Waldheimer Feuerwehr-W-50 auf dem Buckel.

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Von Dirk Wurzel

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