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Döbeln Waldheimer Stadtfestschläger verurteilt
Region Döbeln Waldheimer Stadtfestschläger verurteilt
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15:21 05.10.2018
Das Gericht sprach alle drei Angeklagten schuldig. Quelle: dpa
Waldheim/Döbeln

Nachdem auf dem Waldheimer Stadtfest im vergangenen Jahr ein heute 32-Jähriger brutal zusammengeschlagen wurde, landete die Sache schließlich vor dem Döbelner Amtsgericht, wo am Donnerstag drei beteiligte wegen vorsätzlicher beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurden.

Rangelei geahndet

Richterin Christa Weik sah es als erwiesen an, dass einer der Angeklagten mit dem Geschädigten aneinandergeriet, da der angeblich dessen Freundin mit Schlägen drohte. „Ihnen ging es nie darum etwas zu besprechen. Sie wollten die Auseinandersetzung“, betonte Weik in der Begründung des Urteils. Mit einer weiteren in der Zwischenzeit verhängten, jedoch noch nicht gezahlten Geldstrafe, bildete das Gericht eine Gesamtstrafe in Form einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen à 20 Euro. Die Staatsanwaltschaft forderte eine siebenmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Verworrenes Bild nach Zeugenaussagen

Als wesentlich komplexer stellte sich jedoch heraus, was genau nach dieser ersten Auseinandersetzung geschah. „Je mehr Zeugen wir gehört haben, desto schwieriger wurde es für das Gericht, ein klares Bild herauszuarbeiten“, erklärte Weik. Ein Großteil der Aussagen beschrieb zwar ähnliche Szenen, die jedoch je nach Sympathien immer unterschiedlich ausgeschmückt wurden und letztlich nicht komplett deckungsgleich waren.

Mit Quarzhandschuhen zugeschlagen

Klar ist: Der Geschädigte machte sich zusammen mit seiner Freundin schließlich auf den Heimweg durch die Gasse zwischen Oberwerder und Kriebsteiner Straße. Dorthin folgten ihm nach Auffassung des Gerichts wahrscheinlich drei weitere Personen, die dann auf den 32-Jährigen einprügelten. Zwei davon saßen am Donnerstag mit auf der Anklagebank. Einer der beiden zeigte sich zu Beginn der Verhandlung zumindest teilweise geständig und gab zu, dem aufgebrachten Geschädigten ins Gesicht geschlagen zu haben, als der sich nicht beruhigen wollte. Nach der Beweisaufnahme war für Richterin Weik klar, dass dabei Quarzhandschuhe zum Einsatz gekommen sind. Zeugen belasteten zudem einen jungen Leisniger schwer indem sie angaben, gesehen zu haben, wie er auf den Geschädigten einschlug. Dieser ließ sich noch in der Nacht in die Notaufnahme fahren. Dort stellten die Ärzte unter anderem Rippenprellungen, ein stumpfes Bauchtrauma sowie mehrere Schürfwunden fest.

Bewährungsstrafe für gefährliche Körperverletzung

Damit haben sich die beiden Schläger der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Das Gericht verurteilte sowohl den Leisniger als auch den 26-jährigen Waldheimer mit den Quarzhandschuhen zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. „Ich habe lange mit mir gerungen, Sie nicht direkt einzusperren“, sagte Weik in Richtung Handschuhträger. „Dass ich das nicht getan habe, liegt nur daran, dass Sie zwei Kinder haben und einem Beruf nachgehen.“ Bei Körperverletzung sei die Grenze überschritten.

Von DAZ

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