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Döbeln Waldheimer ergaunert Brutmaschine - Gericht verhängt Geldstrafe
Region Döbeln Waldheimer ergaunert Brutmaschine - Gericht verhängt Geldstrafe
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16:20 04.04.2016
Die Staatsanwaltschaft legte dem 48-Jährigen Betrug zur Last. Quelle: Archiv
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Waldheim/Döbeln

Wäre er ins Fachgeschäft gegangen, hätte er die Sachen wahrscheinlich nicht ohne das Bezahlen bekommen: Spiralkabel, Zaunsfelder, eine Brutmaschine für Vogeleier. Aber im Internet läuft es oft anders. Hier gibt es Waren of auf Rechnung. So auch im Fall des 48-jährigen Waldheimers, der diese Dinge im Internet bestellt hatte. Die Verkäufer lieferten die Sachen aus – mussten aber teilweise sehr lange auf ihr Geld warten. Manche warten heute noch. Der Schaden beträgt insgesamt rund 600 Euro.

„Ich dachte, ich kann die Sachen auf Raten bezahlen“, sagte der Mann am Montag im Amtsgericht Döbeln. Die Internethändler hatten ihn zunächst gemahnt und Inkassoschreiben geschickt. Als das nichts brachte, zeigten sie den Mann aus einem Waldheimer Ortsteil wegen Betrugs an, was schließlich zur Betrugs-Anklage führte. Die verhandelte nun Strafrichter Janko Ehrlich.

„Ich habe die Rechnungen bekommen und dann Ratenzahlung angeboten. Dann kamen die Inkasso-Schreiben. Und dann wurde es alles zuviel“, berichtete der Angeklagte weiter und räumte damit den Tatvorwurf ein.

Das interessanteste Teil unter den ergaunerten Waren dürfte sicher die Brutmaschine sein. Wer nicht gerade unter die Rassegeflügel- oder Ziervogel-Züchter gegangen ist, hat dafür eher keine Verwendung. Die Firma „eierschachteln.de“ bietet sie im Internet für ein Preis von bis zu 149 Euro an. Fassungsvermögen: 24 Hühereier. Aber auch die Eier von Wachteln, Fasanen, Puten, Gänsen, Tauben, exotischen Vogelarten und Raubvögeln lassen sich damit ausbrüten. Die Temperatur lässt sich zwischen 30 und 40 Grad Celsius einstellen.

Ob der 48-Jährige damit Hühner, -Papagei -oder Adlereier ausbrüten wollte, blieb im Prozess unklar. Informationen gab es aber über sein strafrechtliches Vorleben. Zuletzt stand er 2011 vor Gericht und kassierte eine Geldstrafe wegen Betrugs. Genauso, wie die drei Mal zuvor in den Jahren 2004, 2009 und 2010. „Dann ist mal vier Jahre Ruhe und dann fangen Sie wieder an“, bemerkte Richter Ehrlich als er den Auszug aus dem Bundeszentralregister des Mannes vorgelesen hatte, wie das bei Hauptverhandlungen in Strafsachen üblich ist, wenn ein Schuldspruch zu erwarten ist.

Richter Ehrlich verurteilte den Angeklagten wegen mehrfachen Betruges zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen á zehn Euro, also insgesamt 900 Euro. „Was man Ihnen positiv anrechnen muss, ist, dass Sie einen Teil des Schadens zurückgezahlt haben und hier bekundet haben, auch den weiteren Schaden wiedergutzumachen“, begründete Richter Ehrlich sein Urteil. Der Waldheimer konnte nachweisen, dass er das Spiralkabel für 46 Euro bezahlt hatte. Den Rest wolle er abstottern, sagte er. Zu seinen Lasten wertete Richter Ehrlich die einschlägigen Vorstrafen. Das Geständnis wiederum packte er auf die Habenseite. „Das hat es erspart, Zeugen zu laden, die aus ganz Deutschland hätten herkommen müssen“, sagte Richter Ehrlich. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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