Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Waldheimer wollen Hundespielplatz auf der Lessinginsel
Region Döbeln Waldheimer wollen Hundespielplatz auf der Lessinginsel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Damit die Waldheimer Hund auch mal unangeleint toben können, soll die Stadt auf der Lessinginsel eine Hundewiese einrichten. Quelle: Holger Hollemann
Anzeige
Waldheim

Zeus will toben. Und nicht nur Zeus. Auch die anderen Hunde aus dem vierbeinigen Bekanntenkreis des zweieinhalb Jahre alten Labradors würden gerne mal unangeleint tobend und balgend über die Wiese jagen. Wie das eben Hunde gerne mal machen, während sich ihre Herrchen und Frauchen unterhalten. Eine feste Gruppe von fünf, sechs Leuten trifft sich in Waldheim regelmäßig zum gemeinsamen Gassigehen, erzählt Jan Hentrich, das Herrchen von Zeus.

Darum gibt es den Plan, die Lessinginsel zu einer Hundewiese umzugestalten. Das ginge mit relativ wenig Aufwand. „Ein Zaun mit einem Tor müsste her, um die Lessinginsel zum Oberwerder abzugrenzen“, sagt Jan Hentrich. Denn nebenan auf dem Oberwerder ist ein Spielplatz, viele Spaziergänger laufen da lang und nicht jeder will da verständlicherweise freilaufende Hunde haben. Die Lessinginsel ist dagegen wie ein Sack, man kann da nicht durchlaufen. Sie scheint auch nicht so stark frequentiert, wie der Oberwerder.

Auf dem natürlich Leinenzwang gilt, wie im übrigen Stadtgebiet auch. Seinen Hauswolf wiederum im Wald frei laufen zu lassen, sehen Jäger und Förster nicht gern. Außerdem kann der Hund mal für kurz oder lang weg sein, weil er gerade einem Stück Wild hinterherjagt.

Soll Waldheim die Lessinginsel zu einer Hundewiese herrichten?

Hunde müssen auch mal mit Artgenossen toben. Nur können sie das in der Stadt nicht, wo Leinenzwang herrscht. Und nicht jeder hat ein eigenes Grundstück. Soll Waldheim die Lessinginsel zu einer Hundewiese herrichten? Hier können Sie abstimmen.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Soll Waldheim die Lessinginsel zu einer Hundewiese herrichten?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Mit dem Thema Hundewiese Lessinginsel hat sich Stadtrat Sandro Dierbeck bereits an die Verwaltung gewandt und dabei auch auf die Unterschriftensammlung verwiesen, auf der über 50 Leute für das Vorhaben unterschrieben haben. „Es geht darum, Konflikte zwischen Hund und Mensch zu vermeiden. Auf dem Werder sind immer viele Kita-Kinder und es hat auch schon Beinah-Angriffe gegeben“, sagte Sandro Dierbeck. „Die Lessinginsel würde sich da anbieten, die Kosten für einen Wildzaun und ein Tor würden sich ebenfalls im Rahmen halten. Sie würden unserer Stadt damit einen Riesengefallen tun“, sagte Sandro Dierbeck, als er sich im Stadtrat für die Hundewiese einsetzte.

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) steht dem Projekt grundsätzlich offen gegenüber, kennt sich als ehemaliger Labrador-Besitzer auch selbst aus mit den hündischen Bedürfnissen. „Jede Medaille hat aber zwei Seiten“, sagt der Bürgermeister. „Erstens muss das Gelände trotzdem gereinigt werden, zweitens brauchen wir es zum Stadtfest.“ Im Januar, so sagt Steffen Ernst, soll der technische Ausschuss des Stadtrates darüber beraten. „Wenn sich eine Mehrheit für die Hundewiese ausspricht, wird sich die Stadt nicht sperren“, so Steffen Ernst.

Kommentar: Hundewiese ist sinnvoll

Eine Hundeweise für Waldheim – die Idee klingt doch total vernünftig. Wieso also nicht die Lessinginsel dafür hernehmen? Hunde brauchen nicht nur Auslauf, sondern auch Kontakt zu Artgenossen. Und meistens vertragen sie sich auch untereinander. Schon im Welpenalter sollten die Tiere untereinander sein. Wer mal erlebt hat, wie ein ausgewachsener Dogge-Dobermann-Mix ein halbwüchsiges und entsprechend freches Golden-Retriever-Mädel in die Seite gezwickt hat, weil diese aus seinem Napf fressen wollte, weiß: Hunde erziehen sich untereinander. Das ist wichtig und auch dafür könnte die Waldheimer Hundewiese Platz bieten.

Außerdem sind Hunde mittlerweile Familienmitglieder und Waldheim möchte ja gerne als familienfreundliche Stadt punkten – und tut dies ja in einigen Bereichen schon erfolgreich. Darum sollten sich die Stadträte nicht sperren, die Lessinginsel zum Hundespielplatz umzugestalten. Fakt ist: Sauber sollte die Wiese schon bleiben und zum Stadtfest als erweitertes Festgelände zur Verfügung stehen. Das sind aber alles Dinge, die sich klären lassen in vernünftigen Gesprächen. Es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass die Nutzer der künftigen Hundewiese auch Verantwortung übernehmen für die Auslauffläche ihrer vierbeinigen Lieblinge. Dirk Wurzel

Jan Hentrich erinnert an die Hundesteuer. 50 Euro pro zahlt er zum Beispiel für Zeus. Die Idee der Hundewiese ist so neu auch nicht. Sandro Dierbeck kämpft bereits seit sechs Jahren dafür. Was in Waldheim noch in der Zukunft liegt, ist in Döbeln bereits seit Jahren Realität. Die Stadt ließ ein Grundstück an der Schillerstraße einzäunen und richtete es mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (Efre) zur Hundewiese her. Das fiel damals mit ab, weil Döbeln auch andere Bauvorhaben mit Efre-Geld bezahlt hatte. Die Hundewiese gehörte mit zum Förderpaket.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bis Mitte Dezember sollen die Sanierungsarbeiten in der Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Wendishain abgeschlossen sein. Derzeit sind Fliesenleger und Hausmeister am Werk. Den letzten Schliff wollen Erzieher und Eltern gemeinsam geben, bevor die Einrichtung im Januar wieder umziehen kann.

24.11.2016

Ein Plus von 3,5 Millionen Euro weisen die Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen in ihrer Nachkalkulation für die Jahre 2014 und 2015 aus. Das Kreisunternehmen ist nun verpflichtet, diese Summe innerhalb der nächsten fünf Jahre für einen Gebührenausgleich zu verwenden. Ein Absenken der Müllgebühren bedeutet das aber nicht automatisch.

21.11.2016

Einen Setter wie auf dem Symbolfoto hat ein 52-jähriger Leisniger im Juni erschossen. Er sagte nun im Prozess am Amtsgericht Döbeln, dass er dem Hund nicht mehr Herr wurde, als dieser ausgerastet, auf ihn und die Nachbarn losgegangen sei. Strafrichter Janko Ehrlich ließ das nicht gelten.

Anzeige