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Döbeln Wanne hinter der Flutmauer bekommt neue Ablaufgarnitur
Region Döbeln Wanne hinter der Flutmauer bekommt neue Ablaufgarnitur
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20:15 03.12.2018
Der Abwasserzweckverband hat jetzt geheilt, was die Flutmauer angerichtet hat. Mehr Gullys und eine zusätzliche Straßenentwässerung wurden gebaut. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Wie in einer Badewanne fühlten sich die Bewohner Am Mühlgraben im Döbelner Stadtteil Sörmitz. Seit 2013 ist der Stadtteil durch die neue von der Landestalsperrenverwaltung gebaute Flutschutzmauer vor dem Hochwasser der Mulde sicher. Stattdessen aber landete bei Starkregen regelmäßig das Wasser in den Kellern der Häuser. Früher ohne Mauer floss das Regenwasser im Bereich der Brunnengasse direkt in den Mühlgraben der Mulde. Nach dem Bau der Mauer war der Wannenabfluss offenbar zu klein.

Das haben Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal und Landestalsperrenverwaltung nun gemeinsam gelöst.

Stephan Baillieu, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV) Döbeln-Jahnatal, spricht von einer hydraulischen Schwachstelle in Döbeln-Sörmitz. „Eineinhalb Jahre haben wir über die jetzige Lösung mit der Landestalsperrenverwaltung diskutiert, die wir jetzt endlich umsetzen konnten“, sagte er in der jüngsten Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes.

Komplizierte Lösungssuche

Warum einfach wenn es auch komplizierter geht, steht nun über der gefundenen Lösung. Einem Abfluss des Oberflächenwassers durch die neue Hochwasserschutzmauer, selbstverständlich mit einer Rückschlagklappe, hatte die Landestalsperrenverwaltung in Rötha nicht zugestimmt.

„Wir haben mit unseren Möglichkeiten jetzt eine andere etwas aufwendigere technische Lösung gefunden“, so Baillieu. Die Landestalsperrenverwaltung ließ im Gegenzug einen Pumpenschacht umbauen, der sich an der tiefsten Stelle der Straße befindet. Damit kann das Wasser besser in die Mischwasserkanalisation abfließen.

Mehr Einläufe, größere Schächte

Der Abwasserverband baute zusätzliche Einläufe vor dem Haus Brunnengasse 5 ein, vergrößerte Einläufe und Schächte und setzte zusätzliche Straßeneinläufe, die auf andere verbandseigene Leitungen entwässern. „Wir werden nun sehen, wie das funktioniert“, so Baillieu, der hofft, dass den besonders betroffenen Anlieger nun endlich geholfen werden konnte.

Bei Gewitter lief die Wanne voll

Probleme hatte es im Bereich der Brunnengasse immer wieder bei starken Regengüssen und bei Gewittern gegeben. Mittlerweile wurde auch in der Karl-Liebknecht-Straße, die parallel zur Straße Am Mühlgraben verläuft, eine neue Mischwasserleitung eingebaut, die zusätzlich für eine Entspannung der Situation sorgen soll.

Kommentar: Wenn die Wanne überläuft

„Das sind Probleme, die ich früher noch nicht hatte....“, singt der Klavierkabarettist Bodo Wartke in einem Lied. Er meint dabei anderes. Doch einige Anwohner hibnter der 2013 neu gebauten Flutschutzmauer in Döbeln-Sörmitz können ein Lied mit ebensolchem Titel dichten. Die neue Hochwassermauer schützt sie vor dem Hochwasser der Mulde. Davor waren sie jetzt sicher. Dafür sammelte sich hinter der Mauer, auf der Straße und in den Kellern das Oberflächenwasser bei Starkregen wie in einer Wanne. Und dieses Wasser kam leider viel öfter zu Besuch als die Mulde.

Nicht nur dieses Beispiel zeigt, wie kompliziert der Schutz vor Wassermassen ist. Auch beim Starkregen im Juni gab es einige Stellen in der Stadt, wo statt der Mulde das Regen- und Oberflächenwasser zur Heimsuchung wurde.

Hier bleibt zu hoffen, dass beim Thema Hochwasserschutz die Planer künftig auch noch stärker als in Sörmitz das Thema Binnenentwässerung auf dem Schirm haben.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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