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Region Döbeln Was tun mit den Ostrauer Wohnungen?
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14:10 21.02.2018
Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling will die Wohnungen an der Oschatzer Straße saniert sehen – auch um sie für künftige Mieter attraktiv zu halten. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
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Ostrau

Es war ein für den Ostrauer Haushaltsplan altbekannter Punkt bei der Vorstellung der 2017er Auflage in der jüngsten Gemeinderatssitzung: 110 000 Euro werden eingeplant, um die kommunalen Wohngebäude zu unterhalten. Doch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) hat ihn mit einem richtungsweisenden Kommentar versehen: „Hier ist grundsätzlich perspektivisch eine Entscheidung zu treffen, in welchem Umfang der Wohnraum saniert werden soll“, heißt es in der Beschlussvorlage. Während der Sitzung fügte Schilling hinzu: „Wir müssen so ehrlich sein zu uns selbst, dass es keine kommunale Aufgabe ist, Wohnraum anzubieten.“

Was also tun mit den Ostrauer gemeindeeigenen Wohnungen? Eine Bestandsaufnahme: 70 Wohnungen gehören der Kommune insgesamt. 44 davon liegen in sechs Wohnblöcken in der Oschatzer Straße in Ostrau, der Rest ist auf das Gemeindegebiet verteilt. Nur vier davon stehen leer. Knapp 200 000 Euro Mieteinnahmen hat die Gemeinde 2016 erzielt – fast das Doppelte der geplanten Ausgaben, die zudem selten in Gänze benötigt werden. Damit könnte die Kommune einfach weiterhin so fortfahren.

Doch zur Wahrheit gehört auch: Die Wohngebäude, besonders die sehr beliebten an der Oschatzer Straße, sind sanierungsbedürftig. „Die Häuser wurden 1997 saniert, mit Gasheizung ausgestattet. Auch an den Außenanlagen haben wir schon viel gemacht, aber an den Gebäuden muss wieder etwas passieren. Das betrifft Wärmedämmung, den Anbau von Balkonen und den altersgerechten Umbau“, sagt Dirk Schilling, der im Gespräch mit der DAZ hin und hergerissen ist bei dem Thema.

„Die Bausubstanz ist in Ordnung, die Lage top. Dass wir der Besitzer sind, ist für die Mieter ein Grund dort zu wohnen“, sagt er einerseits. „Aber wir müssten hier richtig Geld in die Hand nehmen. Es gibt keine Fördermöglichkeiten für den Erhalt von Wohnraum, höchstens bei energetischer Sanierung“, weiß Schilling andererseits. Allein die volle Sanierung der sechs Blöcke an der Oschatzer Straße würde – vorsichtig geschätzt – zwischen einer und zwei Millionen Euro kosten.

Die Gewinne aus den Mieteinnahmen hat die Kommune nie als Investitionsrücklage angespart. „Da kommt die Frage auf, ob man die Wohnungen doch mal verkauft, wobei wir nie alles verkaufen würden, denn wir haben ja den Zwang nicht“, sagt Schilling.

Er hat nun drei Möglichkeiten: 1. Weiter wie bisher und die Gebäude mit eigenem Geld notdürftig in Schuss halten. 2. Sich fremdes Geld per Kredit borgen und zumindest die sechs Ostrauer Blöcke in Eigenregie sanieren. Dafür müsste eventuell aber eine kommunale Wohnungsverwaltung als Tochtergesellschaft der Gemeinde gegründet werden. Oder 3. die Ostrauer Wohnungen im Paket verkaufen mit der Maßgabe, dass der neue Besitzer sie saniert.

Einem Verkauf würde Schilling aber nur an einen vertrauensvollen Partner wie die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt (WGF) in Döbeln zustimmen. „Die Mieterpflege der WGF begeistert mich, ihre Nähe zum Mieter, wie dort saniert wird“, schwärmt Schilling. Für WGF-Vorstand Bernd Wetzig ist die Übernahme der 44 Wohnungen in Ostrau durchaus vorstellbar: „Ganz hypothetisch kommt es in Frage. Wir haben in Ostrau bereits Wohnbestand, was alles etwas effizienter machen würde“, sagt er auf DAZ-Anfrage. Ein Problem müsste dabei überwunden werden: „Die Ostrauer Mieter sind keine Genossenschaftsmitglieder und wir würden uns schwer tun, an Nicht-Mitglieder zu vermieten. Das Problem wäre daher, die Mieter zu überzeugen, der Genossenschaft beizutreten“, sagt Wetzig.

Um eine Entscheidung im Gemeinderat herbeiführen zu können, will es Dirk Schilling bald genau wissen. „Wir wollen noch in diesem Jahr einen Musterplan für die Raumaufteilung erstellen lassen“, sagt er. Ein Block solle beplant werden, um zu wissen, was kostet die Sanierung und was würde ein Verkauf einbringen. Eines sei sicher so Schilling: „Wir müssen etwas tun.“

Von Sebastian Fink

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