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Döbeln Was wäre Leisnigs Fasching ohne Achim Grune? CCL gratuliert zum 80.
Region Döbeln Was wäre Leisnigs Fasching ohne Achim Grune? CCL gratuliert zum 80.
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17:05 23.02.2017
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Leisnig

„Wenn die ersten Takte vom Kaisermarsch kommen, läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter.“ Diese Worte von Achim Grune sind an seinem 80. Geburtstag so etwas wie eine Liebeserklärung an den Leisniger Karneval. Mit dem so genannten „Kaiser“, dem Fehrbelliner Reitermarsch, beginnt und endet jede Faschingsveranstaltung des Carnevalclubs Leisnig.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg prägte Grune den Fasching maßgeblich. Wie er heute gefeiert wird, trägt er mehr Grunes Handschrift als von irgend jemand anderem sonst. Dabei war Achim Grune nie Vereinspräsident, sondern ewiger Stellvertreter, und immer Elferratmitglied.

Der Fasching verdankt Achim Grune viel. Die Geschicke des Vereins verfolgt Grune fast schon 50 Jahre lang. Die Gratulanten in seiner Geburtstagsrunde, am Vormittag neben Bürgermeister Tobias Goth die heutigen Größen vom Carnevalclub, Jürgen Hermsdorf, Mario Richter und Wolfgang Rölle, können genau benennen, an welcher Stelle Achim Grunes Einfluss so prägend für den Leisniger Fasching ist: Er hielt immer auf eiserne Disziplin und drückte diese bei allen Mitwirkenden durch.

Noch heute gibt es den ersten Kasten Bier bei den Proben erst, wenn alles sitzt – beziehungsweise erst, wenn mindestens eine Stunde lang geprobt wurde. Wolfgang Rölle sagt: „Wenn Achim die Disziplin beim Fasching nicht genauso wie beim Fußball aufrecht erhalten hätte – den Faschingsverein gäbe es bestimmt heute nicht mehr.“

Zusammen mit Werner Hynitzsch hatte Grune das Organisieren des Leisniger Faschings übernommen, da schlug sein Herz eigentlich für den Fußball. Er spielte bei der BSG Motor Leisnig.

Der Fasching war schon immer eng mit dem Fußball verknüpft, ging im Grunde daraus hervor, denn die Macher beim Fußball wurden auch die Macher beim Fasching. Das war 1969. Hynitzsch als Vereinsvorsitzender, Grune als sein Stellvertreter, traten gemeinsam dazu an, den karnevalistischen Frohsinn straff organisiert unter die Leute zu bringen.

Grune blieb noch Stellvertreter, als Jürgen Hermsdorf das Amt des Präsidenten aus den Händen von Werner Hynitzsch übernahm. Und Hermsdorf erinnert sich heute noch an die Treffs bei den Grunes im Kinderzimmer: „Bei Achim konnte ich mir immer einen Rat holen, wie wir was anpacken wollten, damit es auch etwas wird.“ Fasching, das sei wie der Fußball ein Mannschaftssport.

Achim Grunes Leben ist bestimmt von beidem, denn: Fußball ist das ganze Jahr, Fasching nur in der fünften Jahreszeit. Selbst als er nicht mehr aktiv den Ball kickte, blieb er dem Sport treu, dann als Schiedsrichter, sein Enkel Tobias sagt: „Als ich bei einem Auswärtsspiel in Waldheim als Schiedsrichter pfiff und mein Großvater als Linienrichter dabei war – das war für mich ein ganz großer Moment.“ Noch vor fünf Jahren hatte Grune das Amt als Schiedsrichterobmann in Leisnig inne.

Zwei Söhne, vier Enkel und bisher ein Urenkel, das ist bisher die familiäre Bilanz von Achim und Renate Grune. „Ohne eine Ehefrau, die mit hinter allem steht, wäre das sowieso nicht gegangen“, vergisst er nicht zu erwähnen, dass seine Verdienste für den Leisniger Fußball sowie für den Fasching auch auf das stille Engagement seiner Ehefrau zurück gehen.

Zum Fasching war sie ebenfalls eingebunden, nämlich bei der Versorgung der Gäste mit Speis und Trank. „Das Programm habe ich mir meist bei der Generalprobe angesehen,“ sagt Renate Grune. Zu den großen Parties, heute in der Zimmermann-Sporthalle, sind die Grunes nicht mehr dabei.

Doch der Leisniger Faschingsumzug, der sich am Sonntag traditionell wieder durch die Stadt bewegt, passiert nicht umsonst auch immer die Jahnstraße: Achim Grune freut sich schon darauf, denn dann wird er seinen Narren mit Sicherheit wieder aus dem Fenster zuwinken.

Von Steffi Robak

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