Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Waschbär frisst Kabel an
Region Döbeln Waschbär frisst Kabel an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 23.03.2018
Die scheinbar possierlichen Waschbären können für jede Menge Ärger sorgen. Im Roßweiner Freibad hat jetzt ein Vertreter im Maschinenraum für Verwüstung gesorgt und die Kabel angefressen. Quelle: Archiv
Anzeige
Rosswein

Es muss um den 10. März herum gewesen sein, dass das Tier in den Maschinenraum geschlüpft ist. Zu diesem Zeitpunkt war es bitter kalt. Der frostfreie Keller ist nicht das erste Mal Anziehungspunkt für tierische Besucher. Weil auch während der Wintermonate im Freibad gearbeitet wird, und immer mal die Tür zum Maschinenraum offen steht, ist es nicht unnormal, dass sich ein Tier da hinein verirrt. Auch Marder sind immer mal zu Gast, machen aber keinen Schaden. Doch selbst, wenn die Tür verschlossen ist: „Die finden Löcher, an die man gar nicht denkt“, weiß Badchef Jens Göhler aus Erfahrung.

Schon vor drei Jahren hatte das Freibad das zweifelhafte Vergnügen eines Waschbär-Besuches. Damals wurde das Tier mit Hilfe des Jägers und einer speziellen Falle gefangen und ausgesetzt, noch bevor es großen Schaden anrichten konnte. Diesmal bemerkte Jens Göhler den blinden Passagier aufgrund der „Kleinverwüstung“, die plötzlich im Wolfstaler Maschinenraum herrschte. Die Unordnung war ein deutliches Zeichen dafür, dass hier jemand zu Gange war. Ist der Waschbär einmal im Raum, hat er es schwer, wieder herauszukommen. Schließlich werden die Tiere zwischen 40 und 70 Zentimeter groß. Es sind die größten Vertreter in der Familie der Kleinbären. Kommt der Hunger, wird alles durchforstet.

„Wir haben uns dann dran gemacht, alles intensiv zu durchsuchen und haben ihn auch entdeckt“, so Göhler. Sein Nest hatte sich das Tier in der Dachspitze zurecht gebaut. Möglichkeiten, sich zu verstecken, gibt es im Keller mit jeder menge Geräte und Rohre genug.

Auf der Suche nach Nahrung oder aus purem Spieltrieb hatte der Waschbär diesmal auch größeren Schaden angerichtet. Nicht nur, dass alle Gerätschaften, die über den Winter im Bad bleiben, durch die Gegend geflogen sind. „Er hat im Kabelbereich einiges angefressen, was in Richtung Chemie und Steuerung geht.“ Das heißt, dass alle Leitungen einer genauen Knotrolle unterzogen werden müssen, bevor es in die neue Saison geht. „Damit nichts passiert.“

Weil der Waschbär nicht so einfach zu fangen ist, nahm Göhler Kontakt mit Ordnungsamt und Jäger auf. „Wir haben den Tipp, einfach die Tür zum Maschinenraum so lange es geht offen stehen zu lassen, befolgt. Jetzt ist der Waschbär weg.

Dass die Waschbärpopulation in den letzten Jahren stark angewachsen ist, bestätigen auch die Zahlen des Landratsamtes. Seit 2012 hat sich die Zahl der getöteten Tiere im Landkreis mehr als vervierfacht. „Auf jeden Jäger kommen pro Saison 50 Tiere“, weiß auch Jens Göhler. Angelockt durch leichte Futterbeute auf Komposthaufen und in Mülltonnen haben sich die Tiere dem Menschen angenähert und stark vermehrt. Während die Raubwild-Bestände – der Waschbär gehört dazu – anwachsen, gehen die an Niederwild wie Hasen, Fasane und Rebhühner zurück. Auch Schwarzwild, hauptsächlich Wildschweine, hat sich stark vermehrt – bedingt durch den Eingriff des Menschen.

Von Manuela Engelmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie soll der Lindenplatz in Leisnig gestaltet werden? Mit dieser Frage befassen sich die Leisniger Stadträte morgen Abend in ihrer Sitzung. Allerdings erst im nicht öffentlichen Teil. Bürgermeister Tobias Goth (CDU) begründet das mit noch einigem Klärungsbedarf im Rats-Gremium. Die Bürgerbeteiligung kommt aber auf keinen Fall zu kurz, so Goth.

23.03.2018

In Schweigen hüllt sich der mutmaßliche Messerstecher vom Staupitzbad. Seit Dienstag verhandelt das Amtsgericht Chemnitz gegen den 25-Jährigen. Die gefährliche Körperverletzung in der Döbelner Disco ist nicht die einzige Straftat, die Oberstaatsanwalt Jörg Rock dem Rumänen zur Last legt.

20.04.2018

Die Mitglieder des Rotary-Clubs Torgau-Oschatz Katharina von Bora wollen sich stärker als bisher in der Oschatzer Region einbringen. Ein weiterer Schritt dafür ist der erste Frühlingsball mit Benefizcharakter. Die Einnahmen daraus kommen gezielt zwei ausgewählten Projekten zugute, so Präsident Klaus Peter Wöhlermann.

23.03.2018
Anzeige