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Döbeln Wasserschutz bremst Straßenbau in der Region Döbeln
Region Döbeln Wasserschutz bremst Straßenbau in der Region Döbeln
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14:46 04.05.2018
Lars Roßmann leitet die Niederlassung Zschopau des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Diese ist auch für die Bundes- und Staatsstraßen sowie Autobahnen in der Region Döbeln zuständig. Quelle: Dirk Wurzel
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Region Döbeln

Es brummt auf der teuersten Straßenbaustelle Mittelsachsens. Knapp zehn Millionen Euro investiert der Freistaat Sachsen in den Neubau der B 175 bei Döbeln. Derzeit zeigt sich, welch gigantische Erdmassen hier zu bewegen sind. Zu erahnen ist bereits der Straßendamm in der Gakendelle, auf dem die Straße deutlich flacher durch den Geländeeinschnitt führen wird. Und auch die Umrisse des Regenrückhaltebeckens sind bereits gut zu erkennen. „Wir fanden dort einen schlechten Baugrund vor“, sagt Jens Geu, Referatsleiter Planung im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Darum ließ das Lasuv das lehmige Erdreich mit sogenannten Rüttelstoffsäulen stabilisieren. Dabei füllen die Tiefbauer Bohrlöcher mit tragfähigem Material und verdichten dies. So liegt die Straße auf stabilem Baugrund.

Fundament staut Wasserader

Während es in Döbeln rund läuft mit dem Straßenbau klemmt bei einem wesentlich kleineren Projekt die Säge. Seit drei Jahren nun schon. Grund für die Verzögerung beim Radweg zwischen Gebersbach und Waldheim ist der Wasserschutz. Dazu kamen am Donnerstag in der Chemnitzer Filiale der Niederlassung Zschopau des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr erstmals Details zur Sprache. Dort stellte das Lasuv sein Jahresbauprogramm für 2018 vor. Das enthält wieder den Radweg entlang der Staatsstraße 32 zwischen Waldheim und seinem Bad. Es geht um die Gründung einer Stützwand. Die spielte im Planfeststellungsverfahren keine Rolle. Allerdings war sie der Unteren Wasserbehörde des Landkreises ein Dorn im Auge. Denn sie würde nun eine unterirdische Wasserader behindern. Nun geht Zeit ins Land, bis das Fundament so geplant ist, dass es nichts zu beanstanden gibt.

Hier baut der Freistaat Sachsen Straßen

Nach enger Abstimmung mit den Landkreisen hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr das diesjährige Bauprogramm für die sächsischen Staats- und Bundesfernstraßen aufgestellt. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat es bestätigt

Für den Staatsstraßenbau im Freistaat Sachsen sind 2018 im Doppelhaushalt rund 86 Millionen Euro veranschlagt. Auch die Ausgabereste aus dem Jahr 2017 stehen zur Verfügung. Zusätzlich hat der Sächsische Landtag für Planung und Bau von Staatsstraßen weitere 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Insgesamt sollen in diesem Jahr zahlreiche Bauvorhaben neu begonnen werden.

Für die Bundesstraßen und Autobahnen stehen 2018 rund 259 Millionen Euro zur Verfügung.

Das sind Bauprojekte im Landkreis Mittelsachsen, die bald beginnen oder schon begonnen haben:

B 169 Fahrbahnerneuerung in Frankenberg auf 900 Meter, 600 000 Euro.

B 175, Radweg Zschopau - Mulde, Abschnitt 1 (Waldheim-Geringswalde) auf 1,3 Kilometern für 700 000 Euro, Kostenanteil Bund; dazu gehört: Radweg Zschopau - Mulde an der S 36, Abschnitt 1, Waldheim-Geringswalde auf 4,4 Kilometern für 1,1 Millionen Euro, Kostenanteil Land. Baubeginn für August angekündigt.

B 175 Erneuerung Brücke über die Zschopau bei Töpeln für drei Millionen Euro. Läuft.

B 180 Flöha-Erdmannsdorf, Beseitigung von Hochwasserschäden für 300 000 Euro auf 100 Metern

S 32 Ausbau der Ortsdurchfahrt Rossau für zwei Millionen Euro auf zwei Kilometern. Läuft.

S 195/S 196 Ausbau Ortsdurchfahrt Dittmannsdorf (Gemeinde Reinsberg) einschließlich der Kreuzung S 195/196 und der Brücke BW 5 über den Dorfbach im Zuge der S 196 auf 700 Metern für eine Million Euro.

S 57 Neubau Radweg südlich Penig auf 1,4 Kilometern für 459 000 Euro.

S 32 Instandsetzung Stützwände bei Ehrenberg auf 400 Metern für 800 000.

S 208 Ersatzneubau einer Stützwand an der Bobritzsch vor Naundorf für 465 000 Euro.

S 209 Instandsetzung und Umbau der Brücke BW 6 über die Gimmlitz in Lichtenberg

für 400 000 Euro.

S 247 Instandsetzung Brücke BW 4 über den Königshainer Bach in Königshain für 354 000 Euro

S 32 Waldheim-Gebersbach, Anbau eines gemeinsamen Geh- und Radweges auf 1,3 Kilometern für 1,9 Millionen Euro. Baustart frühestens 2019.

Quelle: Lasuv

„Das Wasserrecht wird uns künftig stärker beschäftigen. Brüssel und Deutschland verschärfen ihre Schutzgesetze. Das betrifft die Wasserrahmenrichtlinie und den Trinkwasserschutz. Die Unteren Wasserbehörden der Landkreise haben ein Vetorecht und können auch ein Bauvorhaben zu Fall bringen“, sagt Isabel Siebert, Pressesprecherin des Lasuv.

Fragezeichen hinter B 169-Projekt

Neben dem Radweg Waldheim-Gebersbach ist die B 169 bei Ostrau ist so ein Beispiel, wo das Wasserrecht den Bau bremsen könnte. So führt die Vorzugsvariante, die sich an die bestehende Trasse anlehnt, durch das Trinkwasserschutzgebiet und dürfte so nur schwer zu genehmigen sein, wie Lasuv-Niederlassungsleiter Lars Roßmann und Jens Geu einschätzen.

Lasuv lässt Stützmauern in Ehrenberg sanieren

Die B 169 ist aber noch Zukunftsmusik, ein Vorhaben im Stadium der Vorplanung. Recht wahrscheinlich ist es aber, dass bald der Bau des Radweges Waldheim-Geringswalde in der Perle des Zschopautales beginnt. „Wir haben Baurecht, ab August soll der Bau des ersten Abschnittes beginnen“, sagt Jens Geu. In der Region Waldheim lässt das Lasuv die Stützmauern der S 32 in Ehrenberg auf Vordermann bringen. „Bestandteil der Arbeiten ist der Neubau einer Stahlbetonkappe, der Ersatzneubau des Geländers, die Instandsetzung des Natursteinmauerwerkes der Stützwand und die Befestigung des Seitenbereiches mit Pflaster“, sagt Isabel Siebert. 800 000 Euro sollen diese Arbeiten und im Juli beginnen.

Von Dirk Wurzel

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