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Döbeln Wechsel in der Backstube: Aus Wetzig wird Merzdorf
Region Döbeln Wechsel in der Backstube: Aus Wetzig wird Merzdorf
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16:17 09.01.2019
Gunther Merzdorf und Lebensgefährtin Kerstin Löwe (l.) übernehmen die Waldheimer Bäckerei von Günter und Evelyn Wetzig (r.) Quelle: André Pitz
Waldheim

Der Name wechselt, gebacken wird weiter. Nächste Woche Dienstag übernimmt der Beichaer Bäcker Gunther Merzdorf die Bäckerei von Günter Wetzig in der Waldheimer Hauptstraße. Von Pleite oder gar feindlicher Übernahme kann jedoch keine Rede sein. Denn die beiden Bäckermeister verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft.

„Wie ein Sechser im Lotto“

Vor einem guten Jahr fassten Günter Wetzig und seine Frau Evelyn den Entschluss, den Backofen auszuschalten. „Ich bin jetzt 63 und kann Rente beantragen“, sagte sich Wetzig Anfang letzten Jahres. Das war der angesetzte Sargnagel für die Bäckerei – jedenfalls unter seinem Namen. Denn sein Sohn, der bei seinem Vater gelernt und auch bis vor Kurzem mit ihm zusammen in der Hauptstraße gearbeitet hat, hat sich mittlerweile anderweitig orientiert. Schade, aber pragmatisch gesehen kein Problem für den 63-Jährigen, denn vier Interessenten klopften bereits wegen der Übernahme des Ladens in der Hauptstraße an Wetzigs Tür. „Sowas ist heutzutage eigentlich unvorstellbar und wie ein Sechser im Lotto“, sagt Wetzig.

Guter Freund übernimmt

Als Hauptgewinn stellte sich letztlich jedoch Gunther Merzdorf heraus. Sein Geschäft in Beicha läuft gut, eine Expansion schien nicht aus der Luft gegriffen. Außerdem verbindet die beiden Bäcker mehr, als nur die selbe Zunft. „Sein Vater hat früher in den 1950er-Jahren bei meinem Vater als Geselle gearbeitet. Und dann ist er mein Patenonkel geworden“, erklärt Wetzig die enge Verbindung. Deshalb wurde auch nicht mehr großartig diskutiert und die Sache schnell dingfest gemacht.

Treue Kundschaft

Günter und Evelyn Wetzig können nun auf ein bewegtes Berufsleben zurückblicken. „Es gab Höhen und Tiefen – wie überall im Leben“, sagt der 63-Jährige. „Aber wir haben das immer gut hingekriegt.“ So kam etwa nach der Wende der Bau des Gewerbegebiets gerade richtig. Während das Geschäft über die Ladentheke eine Durststrecke erfuhr, kam das Ehepaar für vergleichsweise wenig Geld an einen Verkaufswagen. Damit stellten sie sich vor die hungrigen Bauarbeiter und brachten so wieder Schwung ins Geschäft. Und schließlich ging es auch wieder im Laden bergauf. „Die Kundschaft hat uns über Jahrzehnte die Treue gehalten“, zeigen sich Evelyn und Günter Wetzig dankbar.

Mehr als 125 Jahre Tradition

Das ist auch Gunther Merzdorf bewusst. Wenn es nächste Woche richtig losgeht, wird es auch weiterhin handgemachte Backwaren und nichts vom Fließband geben. Dafür stehen auch mehr als 125 Jahre Merzdorfsche Bäckertradition. „Die Firma gibt es seit 1891 und wird mittlerweile in der vierten Generation geführt“, betont Merzdorfs Lebensgefährtin Kerstin Löwe. Auch die Beichaer strotzen dem Trend. „Wir haben glücklicherweise einen Lehrling gekriegt, der jetzt das erste Jahr bei uns ist“, zeigt sich Merzdorf zufrieden. Sein Bruder, der bisher mit dem Verkaufswagen über die Dörfer fuhr, backt nun in Waldheim, dazu hat Merzdorf eine weitere Verkäuferin für den neuen Standort eingestellt. „Damit sind wir solide aufgestellt“, blickt der Bäcker optimistisch in die Zukunft.

Von André Pitz

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