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Döbeln Wegen Crystal:Roßweiner Flüchtlingsgegner soll in Haft
Region Döbeln Wegen Crystal:Roßweiner Flüchtlingsgegner soll in Haft
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Ein Mittvierziger aus Roßwein soll wegen Beihilfe zum Crystalschmuggels ins Gefängnis. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Roßwein/Döbeln

Die Droge Crystal beschäftigte einmal mehr das Amtsgericht Döbeln. Pikant daran: Auf der Anklagebank saß ein Mittvierziger aus Roßwein, der vor allem in den sozialen Netzwerken im Internet mit asylkritischen und rechtspopulistischen Äußerungen auffällt, der sich einer der beiden ausländerfeindlichen Gruppen in Roßwein betätigt und der Gründungsmitglied eines rechtsradikalen Vereins ist. Zum Gründungstag vor einem Jahr saß auch der vielfach vorbestrafte Leipziger Neonazi Alexander Kurth im Vorstand dieses Vereines.

Massiv und einschlägig vorbestraft

Auf seinem eigenen Facebookprofil hat der Mittvierziger aus Roßwein Wahlwerbung der NPD gepostet. Diese Partei hatte auch in Döbeln Plakate mit der Aufschrift „Weg mit dem Crystal-Dreck“aufgehangen. Auf seinem Facebook-Profil postete der Arbeitslose ein Bild von sich, auf dem er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Asylbetrug ist kein Menschenrecht“ trägt. Das ist ein in rechten Kreisen beliebter Slogan, der suggerieren soll, dass die Flüchtlinge nur scharf auf deutsche Sozialleistungen sind. Leistungen, von denen der Angeklagte selbst lebt.

Der ist 16 mal vorbestraft – unter anderem wegen Diebstahls, Betruges, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften, kennt auch das Gefängnis von innen. Er war im gestrigen Prozess der Beihilfe zu Drogenverbrechen und des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln angeklagt. Im Juli und August vergangenen Jahres soll er einem Roßweiner Drogenschmuggler ein Fahrzeug sowie eine Fahrerin für die Fahrten ins Methamphetamin-Paradies Tschechische Republik gestellt haben sowie zweimal bei diesem Mann jeweils ein halbes Gramm Crystal gekauft haben. Der Angeklagte schwieg zu diesen Tatvorwürfen.

„Nichts zu sagen ist okay. Dann müssen Sie aber damit leben, dass es gewisse Kriterien der Strafzumessung gibt“, sagte Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, als sie dessen Urteil begründete: Anderthalb Jahre Haft als Gesamtstrafe für die Beihilfe zu den Drogenverbrechen der unerlaubten Einfuhr von insgesamt rund 60 Gramm Crystal mit einem Wirkstoffanteil von knapp 30 Gramm Methamphetaminbase sowie des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. „Bei Freiheitsstrafen von über einem Jahr müssen wir prüfen, ob besondere Umstände in Tat und Person vorliegen, die eine Bewährung rechtfertigen. Was soll das bei Ihnen sein?“, sagte die Vorsitzende, weshalb das Gericht den Roßweiner eingesperrt wissen will. „Sie sind massiv und einschlägig vorbestraft. Das ist nicht viel auf der Habenseite.“

Bundespolizei beendete Drogenschmuggel

Als ein „großes Puzzle mit sehr vielen Einzelteilen“ bezeichnete die Vorsitzende die Beweislage. Den Tatnachweis führte das Gericht zum einen über Whatsapp-Nachrichten, die sich der Angeklagte und der Drogenschmuggler geschrieben haben. Dieser Mann – ein 31-jähriger Roßweiner – sitzt gerade in der JVA Waldheim seine Haftstrafe ab. Drei Jahre und zwei Monate Haft bekam er in zweiter Instanz am Landgericht Dresden für die Drogenfahrten. Bei der letzten stoppte die Bundespolizei das Auto, in dem er saß. Fahrerin war die Lebensgefährtin des Mittvierzigers aus Roßwein. In dessen Prozess sagte der 31-Jährige als Zeuge aus, bestätigte auf intensives Nachhaken der Vorsitzenden, dass er mit dem Angeklagten über Whatsapp kommuniziert habe wegen der Drogenfahrten und dass der Mittvierziger bei ihm Crystal gekauft habe. „Er hat sich schwer getan aber zu erkennen gegeben, dass Sie Crystal bei ihm erworben haben“, sagte die Vorsitzende.

Die Verteidigerin des Angeklagten sah den Chatverlauf als ungeeignet an, um ihren Mandanten zu überführen. Man wisse nicht, ob er tatsächlich die Nachrichten mit dem Drogenkurier ausgetauscht hat, zumal das Telefon gar nicht auf seinen Namen lief. Sie beantragte Freispruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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