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Döbeln Weltmeisterschaft Rock’n’Roll: Am Sonnabend tanzt die Welt in Döbeln
Region Döbeln Weltmeisterschaft Rock’n’Roll: Am Sonnabend tanzt die Welt in Döbeln
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12:52 21.09.2011

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Nicht nur bei den Tänzerinnen macht sich langsam aber sicher das große Kribbeln in der Magengegend breit. Doch im Gegensatz zu den Teenagern, die sie in wochenlangem Training versucht haben optimal auf ihre große Stunde vorzubereiten, lassen Judit Schmidhoffer und Susann Hoba nur selten einen Blick hinter die Maske zu. Die beiden Trainerinnen wirken meist ruhig, ihre Aufregung kanalisiert sich über die Strenge, mit der sie die gackernden Mädels in Schach halten. Die Anforderungen sind hoch. Abgesehen vom schweißtreibenden Training bedarf es auch drumherum jeder Menge Disziplin. Allein das Fotoshooting, bei dem Bilder fürs Programmheft entstehen sollen, bringt so manchen an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Natürlich: Zwölf junge Individuen sollen wie aus einem Guss posieren. Schwerstarbeit - für alle Beteiligten.

Spätestens hier bekommen auch die Eltern der Mädels langsam zu spüren, was es für ihre Kinder bedeutet, dass sie am Sonnabend bei einer Weltmeisterschaft antreten werden. Wer kann, hilft mit. Vor dem Shooting haben ein paar Väter schnell noch für den entsprechenden Hintergrund gesorgt, in der großen Halle des Welwel Paletten gestapelt und mit Stoff bezogen. Schon am Vortag war Fingerspitzengefühl gefragt: Sechs Stunden lang haben die Trainerinnen mit Unterstützung einiger Eltern 1400 Swarovskisteine geklebt, 24 Hosenbeine genäht, 36 Ketten an den Kostümen festgemacht. Filigrane Schwerstarbeit hinter den Kulissen, die noch lange nicht beendet ist.

Acht Top-Ten-Paare an Bord

Stück für Stück fügt sich so ein großes Puzzle zusammen. "Je mehr Teile es gibt, umso schöner, umso stimmiger ist das Gesamtbild am Ende", versucht Vereinschef Thorsten Hartwig zu beschreiben, warum Judit Schmidhoffer nur ungern Abstriche macht, wenn es um das Auftreten der "Smileys" geht.

Die messen sich am Sonnabend immerhin mit den weltbesten Girl-Formationen im Rock'n'Roll. Den Rahmen dafür organisiert der Verein, in dem sie jede Woche trainieren, der Welwel Sport- und Tanzverein. Mit der Ausrichtung der World Masters Main Class & World Championship Girl Formation hat der sich wieder einen Meilenstein in die Vita gesetzt. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen, die kaum einer sieht, wenn er nicht genau hinschaut. Mit 20 Formationen und 34 Paaren ist ein Starterfeld für Döbeln gemeldet, das nicht nur in der Quantität beste Unterhaltung verspricht. Auch qualitativ dürfen sich die Zuschauer am Sonnabend auf ein paar Rock'n'Roll-Leckerbissen freuen. "Wir haben acht der Top-Ten-Paare der Welt bei uns", freut sich Hartwig.

Dass Wille Berge versetzen kann, zeigt sich nicht nur daran, dass die WM überhaupt in Döbeln stattfindet. Die Organisatoren, die vor drei Jahren bereits nach der Ausrichtung der Europameisterschaft Lob vom Weltverband kassierten, haben wieder ins Detail gedacht: Damit die Döbelner Besucher, die am Sonnabend erst zur Abendveranstaltung ins Welwel kommen möchten, auch die Gastgeberinnen tanzen sehen, haben die mit vereinten Kräften das Protokoll ein wenig verändert. Das Halbfinale wird nun erst abends ausgetragen. "Dieses zu erreichen, ist das Ziel unserer Mädels." Ab 13 Uhr laufen die Vorausscheide in beiden Kategorien, zwischen 17 und 18.30 Uhr wird es eine Pause geben, bevor die Abendveranstaltung mit dem Hauptwettkampf beginnt. Bis 22 Uhr müssen die Wettbewerbe der Girls abgeschlossen sein - "Jugendschutzgesetz", beschreibt Hartwig nur eine Regularie, die er als Veranstalter einzuhalten hat.

Hallenplan im Programmheft

Doch Thorsten Hartwig ist guter Dinge, dass das am Sonnabend alles seinen Gang geht. Ein Programmheft, das vor Ort erhältlich ist, hält für Besucher nicht nur eine kleine Regelkunde bereit, sondern auch einen Hallenplan. "Wir lassen die Gäste diesmal im Gegensatz zu vor drei Jahren überall hin - außer in die Umkleiden der Sportler. Da ist ein bisschen Orientierung hilfreich." Auf große Show-Acts im Programm am Abend habe man diesmal verzichtet - "die Tänzer an sich bieten genug Show." Zu sehen sein wird diese wieder von der großen Tribüne aus. 30 Meter breit, steht die seit gestern Abend in der Tennishalle des Sport- und Freizeitzentrums. "Damit garantieren wir von jedem Platz aus gute Sicht." Apropos Plätze: Karten gibt es noch an allen CTS-Verkaufsstellen, so unter anderem auch im DAZ-Shop auf der Breiten Straße in Döbeln.

Manuela Engelmann

Gerade erst seit zwei Jahren im Team tanzt Sophie Löbel. Die zwölfjährige Gymnasiastin aus Döbeln freut sich auf die WM, auch wenn sie nicht in der Stammformation tanzt. Aufgeregt ist sie nicht - "das bin ich generell selten..."

Anders Joelina Schneider. Die 13-jährige Mittelschülerin ist erst seit einem Jahr bei den "Smileys" dabei und ist aufgeregt, auch wenn sie "nur" Ersatz ist. "Ich freue mich auf die WM und bin gespannt auf die anderen Tänzerinnen und ob in unserer Formation alles klappt."

Auch Ersatztänzerin Franziska Böhm freut sich auf den Sonnabend, insbesondere auf die vielen anderen Fromationen. Die Zwölfjährige tanzt seit sechs Jahren bei den "Smileys" und hat dem Rock'n'Roll dem Vortritt vor dem Judo gegeben.

Maleen Holland tanzt wie ihre Schwester Marie seit sechs Jahren bei den "Smileys". Der schnelle Rhythmus, die Kostüme, die Musik - all das mag sie. Dass sie Ersatz ist, "nervt manchmal", aber Spaß macht mir das Training trotzdem."

Seit fünf Jahren tanzt Jasmin Lorenz bei den "Smileys", am Sonnabend ist sie eine von insgesamt fünf Ersatztänzerinnen im Team. Nur manchmal würde die ruhige Zwölfjährige gern in der Stammformation tanzen, doch in Bezug auf die WM ist sie ganz froh, dass es nicht so ist. So bleibt ihr die ganz große Aufregung erspart.

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