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Döbeln Wenig berauschend
Region Döbeln Wenig berauschend
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19:09 02.04.2013

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Den Problemen, die gravierender werden, muss die Suchtberatungs- und -behandlungsstelle (SBB) mit personellen Einschnitten begegnen.

Andy ist 16. Seine Eltern sind geschieden. Er hat die falschen Freunde. Einer gab ihm im Jugendklub einmal Crystal zum Probieren. Die Wirkung war irre und brachte ihn auf den Geschmack. Er war richtig gut drauf. Konnte nächtelang durchfeiern, ohne müde zu werden. Alles erschien kinderleicht. Er begann die Droge regelmäßig zu nehmen. Das Geld dafür klaute er bei der Mutter oder verscherbelte gestohlene Ware. Ein Jahr ging alles gut. Heute ist der Schulabbrecher die zweite Woche zur Entgiftung in einer Spezialklinik. Sein Hirn hat Schäden erlitten. Mit dem Suchtberater bespricht er die nächsten Schritte in die Zukunft. Wenn er am Ball und weg von Crystal bleibt, kann er es schaffen, macht ihm der Mann Mut.

Dass dieses fiktive Beispiel eines Drogensüchtigen nicht weit hergeholt ist, erlebt Martin Creutz in seiner Arbeit ständig. "Crystal kannst du überall bekommen. Jeder fünfte Jugendliche über 13 Jahren weiß, wie er an das Zeug kommt. Auch in der Region Döbeln", pauschaliert Creutz die Folgen der Verbreitung jener Stimulanz, die auch die Kriminalitätsstatistik des Sächsischen Innenministeriums prägt. Der Anteil der Betroffenen mit Alkoholabhängigkeit ist im Vergleich zu 2011 im Betreuungsgebiet der SBB gesunken. Creutz: "Einen deutlichen Anstieg registrieren wir beiden illegalen Drogen. Insbesondere Jugendliche zwischen 15 und 29 Jahren sind davon betroffen."

Die Suchtberatung im Altkreis Döbeln verschlechterte sich trotz des steigenden Bedarfs. Der Landkreis Mittelsachsen hat für die flächendeckende Grundversorgung im Kreis Berater in noch schlechter besetzte Stellen versetzt. Den empfohlenen Betreuungsschlüssel von einem Berater auf 20000 Einwohner erreicht weder Döbeln, noch Mittweida oder Freiberg. "Wir haben wegen der mangelnden personellen Kapazitäten im vergangenen Jahr 100 Klienten weniger als 2011 beraten können", erklärte Martin Creutz. Durch die Umstrukturierungen der Suchtkrankenhilfe im nördlichen Teil des Landkreises Mittelsachsen habe sich die Versorgungssituation erheblich verschlechtert, auch wenn, so Creutz weiter, "die Region Döbeln noch vergleichsweise gut ausgestattet ist". Auch ihr Engagement in der präventiven Beratung in Schulen und Jugendklubs mussten die Berater der Diakonie drastisch reduzieren.

Thomas Lieb

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