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Weniger Fördergeld für Treibhaus-Verein

Stadtrat Döbeln Weniger Fördergeld für Treibhaus-Verein

Der Treibhausverein Döbeln bekommt im nächsten Jahr weniger finanzielle Unterstützung von der Stadt Döbeln als in den beiden zurückliegenden Jahren. Die vom Verein für 2018 beantragte Fördersumme von 15 445 Euro für die Jugend- und die Kulturarbeit stand zur jüngsten Stadtratssitzung genauso zur Abstimmung wie die Summe, die es in den beiden Vorjahren gegeben hatte (11 259 Euro), und der fünfprozentige Sitzgemeindeanteil in Höhe 8 782 Euro.


Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Die Entscheidung fiel zur großen Enttäuschung sowohl bei den Antragstellern als auch bei den Fraktionen von SPD, Linkspartei, einem Teil der Freien Wähler und Wir für Döbeln für die niedrigste Summe aus. Bei dieser handelt es sich um den Anteil, den die Stadt zahlt, damit der Döbelner Verein Fördermittel vom Kulturraum Mittelsachsen überhaupt in Anspruch nehmen kann.

Judith-Sophie Schilling, Geschäftsführerin des Vereins, der in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag beging und bei der Feier im Ratssaal eine „gute Entwicklung“ von der Stadt bescheinigt bekommen hatte, ist enttäuscht von dem Signal, das mit der Entscheidung am Donnerstagabend einhergeht. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir die volle Antragssumme bekommen, aber wenigstens auf den Kompromiss hatten wir gehofft.“ Vor zwei Jahren hatte es die 11 259 Euro nach längerer Diskussion gegeben, vor einem Jahr lief es ohne Auseinandersetzung. Diesmal hingegen gaben sich die Räte für einen Redebeitrag die Klinke in die Hand.

Stefan Trautmann (NPD) beantragte zunächst eine geheime Abstimmung und konnte es sich nicht verkneifen, den Antragsteller als „linksversifften Haufen“ zu bezeichnen, wofür er von Bürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) abgemahnt wurde. Kay Hanisch von der Linkspartei warb als erster darum, ideologische Vorbehalte hintenan zu stellen und dem Verein, der eine kulturelle Bereicherung für die Stadt darstelle, die volle Summe zuzusprechen. Henning Homann (SPD) bemerkte, dass der alle Jahre wiederkehrende Disput um die Höhe der Fördersumme dem Haus und seiner Arbeit nicht gerecht werde. Der Verein habe mit seinen Projekten und Veranstaltungen Vorbildwirkung für die Region, überregionale Bedeutung und – er sei eingesprungen, als die Flüchtlingskrise Döbeln erreichte. Sven Weißflog (Freie Wähler) merkte an, dass der Treibhaus Verein überragende Arbeit leiste, um die zuhauf in der Stadt vorhandenen sozialen Probleme an der Wurzel zu fassen. Es sei lächerlich, über 4000 Euro derart zu feilschen. Rocco Werner (FDP) hingegen sah die Gleichbehandlung von Vereinen der Stadt in Gefahr, wenn man dem Antragsteller mehr als die niedrigste Summe zahlen würde.

Ein grundsätzliches Problem des Beschlusses, dem die CDU-Fraktion mit ihren Stimmen die Richtung gab, ist die unterschiedliche Aufrechnung der Fördergelder: Während der Verein den Zuschuss für die Jugendarbeit und für die Kulturarbeit separat beantragt (in Summe 15 445), werden in der letztlich abgestimmten Variante beide in einen Topf geworfen, die 5 Prozent Sitzgemeindeanteil errechnet, was schließlich 8 792 Euro ergibt. Während die beiden Döbelner Jugendclubs am Körnerplatz und in Döbeln-Nord von vornherein mit Förderung der Jugendarbeit im Haushalt verankert sind, muss der Treibhaus diese jährlich neu beantragen, weil er auch Mittel vom Kulturraum erhält. „Eigentlich könnte man es auch anders machen – uns mit der Jugendarbeit als feste Größe in den Haushalt nehmen und nur noch über die Kulturarbeit verhandeln“, so Judith-Sophie Schilling.

Für den Verein bedeutet der Beschluss, dass er jetzt noch mehr Eigenmittel aus Spenden und Eintrittsgeldern aufbringen muss. Bei einem Haushaltsvolumen von 290 000 Euro und rund 200 000 Euro Fördermitteln stemmt der Treibhaus e.V. jährlich rund 90 000 Euro Eigenanteil.

Von Manuela Engelmann

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