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Döbeln Wenn der Funke überspringt: Blauröcke klären über Brandschutz auf
Region Döbeln Wenn der Funke überspringt: Blauröcke klären über Brandschutz auf
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00:18 14.06.2017
Kriminalhauptkommissar Uwe Karabinski zeigt Exponate aus seiner jahrelangen Arbeit als Brandursachenermittler. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim

Waldheim Ü30“ hat nicht nur den Staffelwettkampf der diesjährigen Feuerwehrtage gewonnen. Auch im inoffiziellen Wettbewerb um die schönste Unterhose waren die Kameraden ihren jüngeren Herausforderern voraus. Nächstes Jahr könnte die Unterwäsche ganz offiziell eine Rolle im Reglement spielen; eine Damen-Jury zumindest steht bereits fest. Zum 18. Mal haben die Feuerwehrmänner und -frauen aus Waldheim zu den Feuerwehrtagen eingeladen. Weder der Spaß, noch der Ernst kamen zu kurz. Das Motto in diesem Jahr fokussierte sich auf Brandschutz in Haushalt und Gewerbe.

„Für seine Wohnung oder sein Haus ist in erster Linie jeder selbst verantwortlich“, sagt Holger Miedtank, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins. „Wenn der Selbstschutz nicht mehr greift, ist der Schaden bei einem Brand umso größer.“

Beispiel Feuerlöscher: Viele haben einen solchen zuhause oder im Auto liegen, aber wie viele beherrschen wirklich den Umgang damit? Eine Ausstellung auf dem Festgelände klärte auf und lud zum Anfassen ein. Gleich nebenan konnten sich Interessierte über Rauchmeldesysteme informieren.

Rauchmelder empfiehlt auch Kriminalhauptkommissar Uwe Karabinski von der Polizeidirektion Chemnitz. Mit Bildern und Exponaten gab der Brandursachenermittler einen Einblick in seine Arbeit. Oft reicht eine kleine Ursache, um dramatische Folgen nach sich zu ziehen. „Ganz deutlich sieht man hier die Schmelzperlen“, sagt Karabinski und hält ein kleines Stück Kabel in der Hand. Ein Funke genügte, um ein Sofa in Brand zu setzen. Auf Karabinskis Tisch liegt der verkohlte Rest eines Wäschetrockners, ein Bild zeigt einen rabenschwarzen Flachbildschirm. „Viele elektrische Geräte stehen heutzutage auf ,Stand by’ oder bleiben permanent am Netz. Wer all das, was er nicht unbedingt braucht, abschaltet und von der Steckdose trennt, kann sehr gut mögliche Gefahrenquellen minimieren“, rät der Kriminalhauptkommissar. Bis zu 65 Prozent aller Brände haben eine technische Ursache, sagt die Statistik.

Motorschaden lautete die Diagnose bei der Magirus Drehleiter DL 26, Baujahr 1939. Bei den vergangenen Waldheimer Feuerwehrtagen war das Schmuckstück stets Bestandteil der Technikausstellung. Doch seit dem Motorschaden vor knapp einem Jahr steht das Fahrzeug der Richzenhainer Kameraden. „Unser Ziel ist, die Drehleiter bis spätestens 2019 wieder auf die Straße zu bringen“, verkündete Holger Miedtank. Dann wird das Fahrzeug seinen 80. Geburtstag feiern und die Waldheimer die 20. Feuerwehrtage. „Viele wissen nicht, dass das Fahrzeug einst rein durch Spenden finanziert und nach Waldheim gekommen ist. Keine Reichsmark ist damals geflossen“, fährt der Vereinsvorsitzende fort.

So soll es nun auch bei der Reparatur sein: Unter dem Motto „Leiter in Not“ konnte jeder Festbesucher für die Wiederherstellung der Drehleiter spenden.

Von Antje Krieger

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