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Döbeln "Wer nicht wählt, wählt den falschen"
Region Döbeln "Wer nicht wählt, wählt den falschen"
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23:38 12.09.2013
Vanessa, Sarah, Julia, Saskia, Frances, Estell, Laura und Lukas (v.l.n.r.) aus der Klassenstufe neun haben sich in den letzten Wochen intensiv mit der Juniorwahl beschäftigt. Nächste Woche werden sie in der selbstgebauten Papp-Wahlkabine wählen. Quelle: W. Sens

Heike Keiper, Lehrerin für das Fach Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft ist am Gymnasium so etwas wie die Wahlleiterin. Denn sie betreut die "Bundestagswahl" an der Schule.Alle Schüler der 9. bis 12. Klassen hatten und haben bis zum eigentlichen Wahltag die Möglichkeit, einen entsprechenden Stimmzettel mit den Kandidaten des Döbelner Wahlkreises auszufüllen. Alle Tutoren und GRW-Lehrer des Gymnasiums unterstützen das Projekt Schülerwahl sozusagen als Wahlhelfer.

"Die Stimmzettel werten wir innerhalb der Klassen und Kursstufen mit den Schülern gemeinsam aus, wobei wir versuchen, alle Wahlrechtsgrundsätze einzuhalten", beschreibt Heike Keiper. In der Woche nach der Bundestagswahl wird im Schulhaus ein Überblick erscheinen, in dem die Bundestagswahlergebnisse jedes Jahrganges und für das Lessing-Gymnasium insgesamt zusammengefasst werden. Doch bevor die Schüler in die von der Klasse 9 d aus Pappkarton gebaute Wahlkabine zur Wahl schritten, beleuchteten sie im Unterricht das Thema von allen Seiten. Julia Kloy und Laura Schubert bastelten eine Litfasssäule, auf der in Kurzform alle zur Wahl stehenden Parteien vorgestellt werden. "Unser Kernbotschaft sollte aber sein, im allgemeinen dafür zu werben, wählen zu gehen. Denn wer nicht wählt, wählt die Falschen", sagt Juli Kloy. Ihre Mitschüler Frances Karnatz und Lukas Wolf haben sich diesen Spruch auch zu eigen gemacht: "Wir haben den Wahlzettel analysiert, mit den hier in der Region antretenden Kandidaten", sagt Frances. Alexander Sitarzik hat sich im Unterricht speziell mit dem Programm der Linkspartei auseinandergesetzt. Andere Mitschüler hatten die Wahlprogramme anderer Parteien als Aufgabe. "Die Ansätze zum Thema Mindestlohn und zur Krankenversicherung finde ich im Programm der Linkspartei recht gut", sagt Alexander. Wem er bei der Schülerwahl seine Stimme gibt, verrät er aber noch nicht. In den Diskussionen der Neuntklässler untereinander liegen Linkspartei, SPD und CDU scheinbar ganz gut im Rennen. Piraten und AfD sehen einige Schüler ein wenig skeptisch. Die NPD zählt bei den meisten Gymnasiasten wohl eher zum nicht wählbaren Untergrund.

"Wir werden sehen, ob es bei unserer Schülerwahl auch Nichtwähler oder Protestwähler gibt. Ich bin auf unsere Wahlergebnisse in der Woche nach der Bundestagswahl sehr gespannt", sagt "Wahl-Lehrerin" Heike Keiper. Um alle Schüler für die Bundestagswahl zu sensibilisieren, erstellen einige Klassen bei den GRW-Lehrern der Schule Steckbriefe zu den einzelnen zur Wahl stehenden Parteien. Andere Schüler gestalten Wahlurnen und Infotafeln über die Spitzenkandidaten, die Argumente für das Wählen und vieles mehr. Die besten Arbeiten werden noch bis zur Bundestagswahl im Schulhaus oder in Klassenzimmern ausgestellt.

Vor der Bundestagswahl zeigt sich ein neuer Teilnahmerekord bei der Juniorwahl zur Bundestagswahl 2013 mit bundesweit 2 264 Schulen und 500 000 beteiligten Jugendlichen. Die Teilnahmequoten und Teilnehmerzahlen in den 16 Ländern sind dabei sehr unterschiedlich.

http://www.juniorwahl.de/teilnehmende-schulen.html

Ziel der Juniorwahl ist das Üben und Erleben von Demokratie. Seit 1999 wird das Projekt bundesweit zu allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen durchgeführt. Seither haben sich mehr als eine Million Jugendliche beteiligt - damit zählt die Juniorwahl zu den größten Schulprojekten in Deutschland. Nach intensiver Vorbereitung im Unterricht führen die Jugendlichen in der Woche vor der Bundestagswahl 2013 eine Juniorwahl durch.

Thomas Sparrer

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