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Döbeln Wer rettet Döbelns einzigen Mammutbaum?
Region Döbeln Wer rettet Döbelns einzigen Mammutbaum?
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10:48 26.02.2018
Dieses in Döbeln einzigartige Prachtexemplar eines Mammutbaumes soll gefällt werden. Döbelns Stadtgärtner schlägt Alarm. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln

Döbelns Stadtgärtner Gert Lauterbach schlägt Alarm. Über Umwege hat er fahren, dass der riesige etwa 40 Jahre alte Mammutbaum unmittelbar vor dem Eingang des Bürgergartenrestaurants gefällt werden soll und das völlig legal, ohne rechtliche Handhabe der Stadt.

„Der Mammutbaum zählt als Nadelbaum und fällt damit nicht unter einen besonderen Schutz“, weiß der Stadtgärtner. Deshalb sind er und seine Mitstreiter in der Döbelner Baumschutzkommission zu einem Gespräch zwischen Bürgergartenbetreiber Lars Lemke und Maja Köhler vom zuständigen Amt der Stadtverwaltung auch offenbar nicht hinzugezogen worden. Es sprach sich aber dennoch herum, dass wahrscheinlich noch diese Woche die Kettensäge an den Mammutbaum angesetzt werden soll, um Platz zu schaffen für eine Biergartenerweiterung am Bürgergartenrestaurant.

„Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät und appelliere an die Vernunft und das grüne Gewissen der Verantwortlichen. Vielleicht gibt es ja noch ein Gespräch und es kann eine Lösung gefunden werden, den Baum trotz der Pläne des Bürgergartenbetreibers zu erhalten“, wünscht sich Gerd Lauterbach.

Den riesigen, pyramidenförmig gewachsenen Mammutbaum pflanzte Gert Lauterbachs Vorgänger Hans Kunze vor 35 Jahren an dieser Stelle. Der Baum war damals schon etwas größer und wurde vom Geyersberg umgepflanzt. Seitdem steht er wie ein Baumkönig im Bürgergarten. Schon als Ende der 1990-er Jahre die jetzige Bürgergarten-Gaststätte gebaut wurde, sollte der Baum weichen. Gerd Lauterbach intervenierte schon damals und wurde gehört. Der Neubau des Bürgergartenrestaurants wurde so verrückt, dass der Baum stehen bleiben konnte.

„In Kanada stehen Mammutbäume zu Hunderttausenden herum. Aber bei uns, gibt es weit und breit nur dieses eine Prachtexemplar. Den kann man doch nicht einfach umsägen“, so der Stadtgärtner.

Kommentar: Nur ein Nadelbaum?

Seit zwölf Jahren hat die Stadt Döbeln eine liberale Baumschutzsatzung. Seit 2006 dürfen Nadelbäume und Bäume in Kleingartenanlagen ohne Antrag zwischen dem 1. Oktober und dem 29. Februar gefällt werden. Nur für besonders geschützte Bäume muss bei der Stadt eine Fällgenehmigung beantragt werden. Geschützt sind ansonsten alle Bäume mit einem Stammdurchmesser von einem Meter, wenn die Bäume zudem auf bebauten Grundstücken stehen. Auf unbebauten Grundstücken sind alle Bäume bereits ab 30 Zentimeter Stammdurchmesser geschützt.

Was als Entbürokratisierung gedacht war und auch auf das eigene Interesse der Grundstückseigentümer an Bäumen vertraut, könnte für den seltenen Mammutbaum im Bürgergarten tödlich enden. Das Prachtexemplar gilt als Nadelbaum. Der Grundstückseigentümer hat somit das Recht, die Säge anzusetzen. Dennoch sollte vielleicht nochmals ein Gespräch stattfinden. Vielleicht lässt sich der Baum ja noch in die Pläne einbringen und macht den künftigen Freisitz sogar attraktiver.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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