Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln West-Krimi wirft Schatten bis Waldheim und Hartha
Region Döbeln West-Krimi wirft Schatten bis Waldheim und Hartha
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Die Staatsanwaltschaft Kleve hat sich jetzt der Schlüsseldienst-Abzocke angenommen und ermittelt gegen einen 56-Jährigen, der ihr Kopd sein soll. Auch in der Region Döbeln baten Notdienst-Monteure Leute ordentlich zur Kasse. Quelle: dpa
Anzeige
Waldheim/Hartha/Kleve

Karl-Leo S. sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Kleve in Nordrhein-Westfalen ermittelt gegen den 56-Jährigen wegen Betruges, Wuchers, Vorenthaltens und Veruntreuen von Arbeitsentgelt und Steuerhinterziehung. Das wirft gleich zwei Schatten in die Region Döbeln. Und zwar nach Waldheim und Hartha. In Waldheim gehörte der Bahnhof der Familie von Karl-Leo S. Es gab den Plan, daraus ein islamisches Begegnungszentrum zu machen.

Überrumpelt an der Wohnungstür

Der andere Schatten ist der Ärger mit überzogenen Rechnungen von Schlüsseldiensten. Im Winter 2013 war einem Harthaer Ehepaar die Tür ins Schloss gefallen. Der Schlüssel steckte von innen. Sie riefen eine Waldheimer Nummer an, in der Hoffnung, einen lokalen Schlüsseldienst zu beauftragen. Was die Leute nicht wussten: Sie landeten in einem Callcenter in Westdeutschland, das einen in der Nähe stationierten Monteur schickte. Der versuchte gar nicht erst, den Schließkeil zurückzudrücken, sondern bohrte direkt den Schließzylinder auf und schwatzte den Leuten gleich noch einen teuren neuen auf. Schließlich nahm er für seine Arbeiten und das Material stolze 917 Euro. Die überrumpelten Ausgesperrten bezahlten, zeigten den Monteur aber später wegen Wuchers an. Das Amtsgericht Döbeln stellte das Verfahren jedoch wegen geringer Schuld ohne Auflagen ein. Die Spur zur Schlüsseldienstzentrale führte damals zu Karl-Leo S. und Christian S., der heute noch auf im Internet auf den entsprechenden Seiten steht.

„Es ist ein kompliziertes Verfahren. Vor Frühjahr ist nicht mit der Erhebung der Anklage zu rechnen“, sagt Oberstaatsanwalt Günter Neifer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve. Die ermittelt auch wegen der Schlüsseldienstgeschichte. Der mutmaßliche Wucher an der Wohnungstür soll Methode haben. Oberstaatsanwalt Neifel sagt, dass es Fälle in ganz Deutschland gibt und etliche Verfahren anhängig sind. Wegen Fluchtgefahr hat der Haftrichter die Untersuchungshaft angeordnet. S. ist wegen Betruges vorbestraft.

Schuldsprüche bisher selten

So wie am Amtsgericht Döbeln endeten viele Prozesse um den Wucher an der Wohnungstür: Mit Freispruch oder Verfahrenseinstellung. Ein seltenes Beispiel für einen Schuldspruch lieferte das Amtsgericht Siegburg, dass vor zwölf Jahren einen Schlüsseldienstmonteur in einem ähnlich gelagerten Fall wegen Wuchers zu einer Geldstrafe verurteilte. Diese Entscheidung hielt in der Berufung am Landgericht Bonn und dann offenbar auch noch in der Revision vorm Oberlandesgericht Köln. „Die Geldstrafe ist seit 2011 bezahlt. Das wäre sie ohne Rechtskraft des Urteils nicht“, erläutert Staatsanwalt Dr. Sebastian Buß, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bonn.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schwer verletzt überlebte ein 53-Jähriger aus dem Raum Roßwein einen Unfall am Abzweig nach Littdorf. Er war mit dem Jetta eines fast 80-Jährigen zusammengestoßen, der nach Ansicht des Gerichtes dafür die strafrechtliche Verantwortung zu tragen hat.

Seit März dieses Jahres können in der Harthaer Stadtbibliothek neben gedruckten Büchern auch sogenannte E-Books ausgeliehen werden. Damit reagierte die Einrichtung auf einen Trend im digitalen Zeitalter. Doch der Zuspruch hält sich in Grenzen, die große Flut blieb aus – trotz des vielseitigen Angebotes.

17.11.2016

Die ersten 3300 Döbeln Haushalte sind seit Montag auf das schnelle Turbo-Internet der Telekom aufgeschaltet. Mit einem symbolischen Knopfdruck für die Überholspur auf der Datenautobahn nahmen Dennis Preußer von Yellowcom, Hendrik König von der Telekom und Döbelns OB Hans-Joachim Egerer die neuen Anschlüsse in Betrieb. Am 5. Dezember folgen weitere 9800 Haushalte.

15.11.2016
Anzeige