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Döbeln Westewitz: Zum Strohpuppenfest wird gigantische Kunstledertasche hervor geholt
Region Döbeln Westewitz: Zum Strohpuppenfest wird gigantische Kunstledertasche hervor geholt
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14:04 09.09.2016
Ingrid Böhme mit dem Rieseneinkaufsbeutel ihres Mannes Hans, in dem sich die beiden als Strohpuppen verewigt haben. Quelle: Sven Bartsch
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Westewitz

Den großen Einkauf verpacken? Das kann Hans Böhme problemlos. Sogar den größten, den man sich vorstellen kann. Denn der Westewitzer hat vor mehr als 20 Jahren schon eine Einkaufstasche genäht, die ihresgleichen sucht. „Ich sage immer, das ist die größte Tasche der Welt“, sagt der 80-Jährige frühere Autosattler und lacht. 1,80 Meter hoch, 1,40 Meter breit und mit ordentlichem Packvolumen ausgestattet, ist der Rieseneinkaufsbeutel derzeit vor dem Haus der Böhmes in Westewitz zu sehen. Denn für das morgen startende Strohpuppenfest haben er und seine Frau Ingrid (72) zwei Puppen nach eigenem Vorbild gestaltet und in dem Einkaufsbeutel in sächsischem grün-weiß und dem Landeslogo platziert. „Normalerweise hängt der Beutel immer unter dem Carport. Wir haben gesehen, dass überall Strohpuppen standen und da haben wir gedacht, setzen wir ml Oma und Opa in die Tüte“, erzählt Hans Böhme.

Genäht hat er den Riesenbeutel einst für seinen Verkaufsstand auf dem Tag der Sachsen in Rochlitz 1995. „In den 1990ern habe ich Taschen aus Kunstleder selbst genäht, ganz einfache zum Einkaufen“, erinnert er sich. Die meiste Arbeit habe dabei nicht der große Beutel n sich, sondern das sächsische Wappen gemacht. „Das ist alles aus einzelnen Streifen zusammen genäht, das hat eine Weile gedauert“, sagt Böhme. Auf seinen beiden alten Nähmaschinen der Marken Pfaff und Naumann habe er damals gearbeitet. Heute steht die Naumann im Sattlermuseum in Schleinitz und die Pfaff wird nur noch hervor geholt, „um gelegentlich eine Naht auszubessern“, wie Böhme sagt.

2004 war sein Rieseneinkaufsbeutel zum letzten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen, damals wieder zum Tag der Sachsen – diesmal in Döbeln auf dem Festwagen der Gemeinde Großweitzschen. Nun also ist er zum Strohpuppenquartier umfunktioniert. Das hat im Ort schon Aufmerksamkeit erregt. „Viele gucken und manchmal fotografieren auch welche“, sagt Hans Böhme. Zum zweiten Mal wird das dazugehörige Fest, das am morgigen Sonnabend um 17 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Westewitz beginnt, ausgerichtet. Mitglieder der Ortsfeuerwehr, des SV Medizin Hochweitzschen und vom Landgut Westewitz haben es wieder organisiert. Kinder kommen voll auf ihre Kosten beim Basteln und Schminken oder auf der Hüpfburg. Um 19.30 Uhr beginnt ein Lampionumzug durch den Ort.

Ingrid und Hans Böhme wollen zum Strohpuppenfest nur kurz hingehen. Denn am Sonntagmorgen startet ihre Urlaubsfahrt nach Ungarn – ein noch offenes Geschenk zum 80. Geburtstag des gebürtigen Westewitzers in diesem Jahr. Ob ihre Puppen einen Schönheitspreis gewonnen haben, erfahren sie dann, wenn sie wiederkommen.

Von Sebastian Fink

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